700 Teilnehmer beim Frühjahrsturnier des TTC Vicht

Von: Jan Schlegelmilch
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Riesenandrang und tolle Stimmung beim Tischtennis-Turnier. Foto: J. Schlegelmilch

Stolberg. Der TTC Stolberg-Vicht ist mit seinen 82 Mitgliedern ein kleiner, familiärer Verein. Wenn aber die Vichter Tischtennisfreunde Jahr für Jahr über die Osterfeiertage zu ihrem Frühjahrsturnier einladen, bleibt es zwar immer familiär, jedoch schon lange nicht mehr klein.

Zur 24. Auflage des Tischtennisevents pilgerten einmal mehr fast 700 Teilnehmer in die Sporthalle der Berufsbildenden Schulen nach Stolberg.

„Wir haben zwar jedes Jahr Bedenken, das es weniger wird, aber die Resonanz ist wie immer gut”, blickt Willi Hirtz zufrieden in die volle Sporthalle, in der sich an 22 Turniertischen die Tischtennisspieler spannende Duelle liefern.

„Alleine Donnerstag Abend hatten wir 203 Spielerinnen und Spieler. Das hatten wir noch nie”, erzählt der 2. Vorsitzende des TTC Vicht.

Die rekordträchtigen 203 Teilnehmer machten am Gründonnerstag den Auftakt in den bis Ostersonntag andauernden Tischtennis-Marathon. Dabei ist die Bezeichnung „Marathon” keinesfalls übertrieben, wie Willi Hirtz bestätigt: „Das Turnier hat Donnerstag um 19 Uhr angefangen, das letzte Spiel endete Morgens um 6:40 Uhr. In der Tischtennisszene ist es relativ bekannt, das man bei unserem Turnier vor Mitternacht nicht die Halle verlässt.”

Ausdauer müssen also nicht nur die Spieler beweisen, die in den insgesamt 16 Turnierklassen von der Schüler- bis zur Altersklasse um den Turniersieg kämpfen, sondern vor allem die engagierten Helfer des Vereins, die zum einen hinter dem Imbissstand für das leibliche Wohl der Gäste sorgen und zum anderen hinter dem Laptop die Spielergebnisse auswerten und den reibungslosen Ablauf des Turniers koordinieren.

Um die komplizierte Arbeit der Turnierleitung etwas zu erleichtern, hat ein Vereinsmitglied sogar eine spezielle Software programmiert, die dieses Jahr das erste Mal zum Einsatz kam. „Wir haben immer viel Wert darauf gelegt, das die Organisation besser ist, als bei anderen Turnieren”, betont Hirtz.

Noch nicht ganz so professionell wie heute verlief die Organisation vor 24 Jahren, als der TTC Vicht den Startschuss zu seinem ersten Frühjahrsturnier gab.

„Wir haben anfangs viel Lehrgeld bezahlt”, gibt Hirtz zu. „Wir sind damals mit ungefähr 300 Teilnehmern gestartet und haben uns kontinuierlich gesteigert. Vor 10 Jahren hatten wir sogar einmal 800 Teilnehmer.”

Mit 688 Teilnehmern blieb der TTC Vicht dieses Jahr nicht weit unter seiner Rekordmarke; den Rekord zu brechen wäre aber alleine aus logistischen Gründen nahezu unmöglich: „Ich denke unsere Schmerzgrenze liegt bei ungefähr 600 Teilnehmern, damit kommt man noch klar. Aber man muss auch den Aufwand in Betracht ziehen”, so Hirtz, der eine genau Teilnehmerzahl aufgrund vieler Nachmeldungen immer erst nach dem Turnier bekannt geben kann. Besonders aufwändig ist es nämlich, die 22 Tischtennisplatten, die mittlerweile alle im Besitz des Vereins sind, sowie die Absperrbanden in die Sporthalle zu transportieren und aufzubauen.

„Früher mussten wir uns das ganze Zeug leihen”, erinnert sich Hirtz. „Ich weiß noch, wie ich die Platten in Dortmund abgeholt und nach dem Turnier wieder zurück gebracht habe.”

Mittlerweile kommen keine Platten, sondern nur noch die Spieler aus Dortmund. Das Tischtennisturnier ist längst zu einer Prestigeveranstaltung gereift, das Spielerinnen und Spieler aus dem Großraum Aachen, Düsseldorf, Köln und sogar dem Ruhrgebiet nach Stolberg lockt.

Selbst aus Bremen reist eine Gruppe befreundeter Tischtennis-Spieler jedes Jahr über Ostern in die Kupferstadt, um an dem Turnier teilnehmen zu können.

Willi Hirtz weiß auch warum: „Man muss schon etwas weiter fahren, um ein Turnier in der Größenordnung zu finden”, erzählt er. „Und um hier zu gewinnen, braucht man neben dem Glück auch eine Menge Können. Hier gewinnt man nicht einfach so, die Konkurrenz ist wirklich groß.” Einmal sei es bisher einem Mitglied des TTC Vicht gelungen, eine Turnierklasse zu gewinnen.

Für die Turniersieger gibt es neben der großen Ehre - darüber hinaus werden die Turnierklassen im Jugendbereich im Jugend Grand-Prix des Westdeutschen Tischtennis Verbandes gewertet, mit dem die besten Jugendspieler am Ende der Saison ausgezeichnet werden -traditionell einen großen Wanderpokal, von denen einer die 24-jährige Turniergeschichte sogar bis heute überlebt hat.

„Den würde ich nicht einmal einem dreimaligen Sieger mitgeben”, sagt Hirtz zu dem Unikat, das die Erfolgsgeschichte des Frühjahrsturniers auf seine Weise symbolisch dokumentiert.

Gefeiert wird diese Erfolgsgeschichte im nächsten Jahr mit dem 25-jährigen Jubiläum des Frühjahrsturniers. Auch wenn es schwer wird, die Superlative, die der kleine, familiäre TTC Stolberg-Vicht mit seinen 82 Mitgliedern bis jetzt aufgestellt hat, noch einmal zu übertreffen, verspricht Willi Hirtz: „Wir werden versuchen, aus dem 25. Turnier etwas ganz Besonderes zu machen.”
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