60 Enten und kein einziges Quak

Von: dim
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Mit seinem „2CV-Reiseverbund“ hat Roland Peters in den letzten drei Jahren 40.000 Kilometer zurückgelegt und unter anderem Frankreich, Italien und die Schweiz bereist. Foto: D. Müller

Stolberg. Mehr als 60 Enten und kein einziges Quak. Und das, obwohl gleich zwei Geburtstage auf dem Areal des Museumsquartiers Zinkhütter Hof gefeiert worden sind – allerdings nicht von gefiederten Enten, sondern im Zusammenhang mit bereiften: Vor 65 Jahren liefen die ersten Citroën 2CV vom Band, und seit 15 Jahren gibt es auch in der Kupferstadt einen 2CV-Club.

Aus Belgien und den Niederlanden, Siegen, Trier und Bitburg, Köln und Bergheim waren die Enten-Freunde zusammengekommen, um den Stolberger Liebhabern der Deux Chevaux zu gratulieren, Erfahrungen, Fachwissen und auch manches Ersatzteil auszutauschen.

Enten-Enthusiasten

Unter den Enten-Enthusiasten war auch Roland Peters aus Bonn mit seinem Gefährt, dem besonders viel Interesse zu Teil wurde, denn seine „Wellblechente“ Baujahr 1960 zog einen Schlafwagen. Der wie ein Miniatur-Wohnwagen anmutende Anhänger aus dem Jahr 1957 habe Seltenheitswert, beschrieb Peters: „Europaweit gibt es nur noch 15 Exemplare.

Es war damals der erste Anhänger in selbsttragender Bauweise.“ So verfügt die rollende Schlafkabine mit 1,95 Meter Liegefläche auch über Stauraum unter der Matratze. Mehr Platz ist auch im 2CV, den Peters mit einem Kofferraumaufbau ausgestattet hat.

Dadurch wird im Inneren der Ente die Fläche für die vorhandene Klappbank vergrößert, und weitere Schlafplätze entstehen. Außerdem beinhaltet der Aufbau einen zweiflammigen Gaskocher. „Und kochen kann man auch wenn es regnet“, erklärte Peters und verwies auf den Dachgepäckträger mit einer Schiene, in der das Vorzelt seiner Reise-Ente befestigt wird.

Die komplette Urlaubsausrüstung zieht der 2CV aber nicht mit dem originalen 12-PS-Motor; Peters hat auf die stärkere Maschine des Nachfolgemodells und damit auf „stattliche“ 16 PS umgerüstet.

Doch bei allen Modifikationen lege er großen Wert darauf, dass die Veränderungen zeitgenössisch seien. 40.000 Kilometer habe er in den letzten drei Jahren mit der „Wellblechente“ zurückgelegt, Frankreich, Italien, die Schweiz und andere Länder bereist.

„Es macht einfach Spaß. Man wird überall herzlich begrüßt und gleich zum Essen und Pastis eingeladen“, sagte Peters. Die fröhlichen und freundlichen Reaktionen auf die Enten weiß auch Theo Hammers, Gründungsmitglied des Stolberger 2CV-Clubs, zu schätzen: „Als Ente-Fahrer trifft man praktisch keine ärgerlichen, ungeduldigen und drängelnden Verkehrsteilnehmer an“, meinte Hammers.

Die Legende ist wahr

Ein weiterer Vorteil sei die Federung des 2CV, die enorm komfortabel sei und „jedes Schlagloch einfach schluckt“. Ohne dabei das Fahrverhalten in den Kurven negativ zu beeinflussen. Die Legende sei wahr, bekräftigte Hammers: „Eine Ente kippt in der Kurve einfach nicht um.“

Seit 1975 fährt er einen 2CV und hatte seinerzeit eine etwas ungewöhnliche Methode entwickelt, seine weiblichen Bekanntschaften auf die Probe zu stellen: „Mit neuen Freundinnen bin ich immer erst im Kreisverkehr rund gefahren. Wenn sie bei 70 Km/h nicht grün angelaufen waren, konnte was aus uns werden.“

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