5. internationales Mopedtreffen: Nichts von der Faszination verloren

Von: Toni Dörflinger
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Startbereit zur Rundfahrt: Günter Willems, Hans-Willi Rother, Hans-Egon Hennecken und Eckhard Braun (von links) demonstrieren auf ihren in den 1950er Jahren gebauten Mopeds die Technik aus der Wirtschaftswunderzeit. Foto: T. Dörflinger

Stolberg-Vicht. Die Quickly, ein 1953 erstmals hergestelltes Moped eines süddeutschen Zweirad- und Automobilwerkes, war für viele Menschen, die in den 50er Jahren bislang nur Fahrrad gefahren waren, der Inbegriff des technischen und wirtschaftlichen Fortschritts der Wirtschaftswunderzeit.

Im Blickpunkt standen diese nostalgischen Kleinkrafträder, die längst den Nimbus des Kostbaren und Unersetzlichen besitzen, jetzt beim 5. internationalen Mopedtreffen des Vichter-Motor-Clubs (VMC).

Aber nicht nur das typische 50er Jahre Produkt der NSU-Werke übte auf die zahlreichen Besucher eine große Faszination aus, sondern auch die zeitgleich und später hergestellten 50-Kubikzentimeter-Maschinen von Kreidler, Hercules, Heinkel und Zündapp verfehlten ihre Wirkung nicht. Ausgestellt wurden diese Oldtimer, die überwiegend - da liebevoll gefegt und gepflegt - noch fahrbereit sind, von aus Stolberg, Eschweiler, Aachen, Düren, Heinsberg und Mönchengladbach stammenden Besitzern.

Alte Vergaser im Angebot

Sinn und Zweck der Fahrzeugschau - Ort war das Gelände am Pfarrheim in der Rumpenstraße - erläuterte Norbert Derichs, Vorsitzender der Vichter Motorfreunde mit den Worten: „Hier kommen nicht nur Zweiradliebhaber auf ihre Kosten, sondern auch Menschen, die an Technik, Nostalgie und Geschichte interessiert sind. Außerdem kann man hier ausgiebig Fachsimpeln und historische Fahrzeugteile erwerben, die schon lange nicht mehr produziert werden“.

Dass ausgemusterte Fahrzeugteile noch wie vor gefragt sind und in Bastler- und Schrauberkreisen einen hohen Stellenwert besitzen, bestätigte auch Josef Weber aus Würselen, dessen mit historischen Vergasern, Motoren, Schaltungen, Schutzblechen und Lampen ausgerüsteter Stand, ständig umlagert war. Alte Zweiräder und Karbidlampen als Dekorationsobjekte konnte man beispielsweise bei Oliver Retzlaff aus Alsdorf erwerben. Organisiert hatte den gut bestückten Teilemarkt Hartmut Satorius, ebenfalls Mitglied des rührigen VMC.

Sogar eine kleine Rundfahrt hatte der Verein organisiert, dessen aus Vicht, Zweifall und Münsterbusch stammende Fahrergruppe, laut knatternd und Qualm verbreitend, die Umgebung der Pfarrkirche St. Johann-Baptist als Start- und Zielobjekt ausgewählt hatte. Zentraler Blickpunkt der mit rund 80 Fahrzeugen bestückten Schau - auch einige Motorräder gehörten dazu - war zweifelsohne eine aus den 50er Jahren stammende Rennmaschine, die einst dem legendären Breiniger Motorsportler Kurt Stoll gehört hatte. Die jetzt hellblau gestrichene Maschine, ein NSU-Produkt, die der Verein schon in den 1980er Jahren erworben hatte, hatte laut Derichs bislang in einer Garage an der Eifelstraße ein kümmerliches Dasein gefristet.

Ans Tageslicht befördert und in rund 90 Stunden liebevoll restauriert hat das kostbare Stück seit März dieses Jahres ein Dreierteam unter der Leitung von Lothar Meißen. Kein Wunder, dass die nun fahrbereite Rennmaschine, die man in der Nähe des Grillstandes aufgebockt hatte, im Mittelpunkt des Interesses stand und zu Gesprächen über die Fahrzeug- und Motorsportgeschichte der unmittelbaren Nachkriegszeit einlud.

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