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2014 mit Gott und klassischer Musik beginnen

Von: Marie Luise Otten
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Alina Meuser (Trompete, Saxophon), Gunther Antensteiner (Orgel, Cembalo) und Angela Buzari (Sopran/ v.l.) präsentierten Musikstücke von hoher Qualität beim Neujahrskonzert auf dem Finkenberg. Foto: Otten

Stolberg. Das Neujahrskonzert mit eingebauter Andacht fand in der Finkenbergkirche großen Anklang. Im vollbesetzten Haus lauschten die Zuhörer sowohl den Musikbeiträgen von Angela Buzari (Sopran), Alina Meuser (Trompete, Saxophon) und Gunther Antensteiner (Orgel, Cembalo) als auch der Ansprache Jens Wegmanns zum Losungswort 2014 „Gott nahe zu sein ist mein Glück“ in Anlehnung an den Psalm 73,28.

Der stimmungsvolle Nachmittag wurde festlich eingeläutet durch das Musikstück „Trumpet Tune“ von Henry Purcell, das Alina Meuser auf der Trompete blies, begleitet von ihrem Klavier- und Orgellehrer Gunther Antensteiner.

Angela Buzari, die regelmäßig mal als Gesangsolistin auf dem Finkenberg zu hören ist, bereicherte mit ihrer strahlenden Sopranstimme das Programm. Sie hatte sich für zwei Arien aus dem „Messias“ von Georg Friedrich Händel entschieden, das zu den großen Werken der Musikgeschichte gehört. Einen ersten Höhepunkt gab es mit „He shall feed His flock“, das die trostreiche Idylle spürbar werden ließ. Stilecht begleitete Gunther Antensteiner sie bei den Händelstücken auf dem Cembalo, bei den weiteren dagegen auf der Orgel. Im „Tu Virginum Corona“ aus der Solokantate Exsultate, jubilate von Wolfgang Amadeus Mozart bestach Angela Buzari mit ihrer klar ausgeprägten und ausgewogenen Stimme. Für das berühmte Lied an den Mond aus der Oper „Rusalka“ von Antonin Dvorák hätte sie Zwischenapplaus erhalten müssen.

Alina Meuser blies zwischen den Händel-Arien auf der Trompete den Marsch aus der Oper „Scipio“ vom gleichnamigen Komponisten und präsentierte auf dem Saxophon ein kleines Meisterwerk (Der Schwan) aus dem „Karneval der Tiere“ von Camille Saint-Saêns. Die Suite Gothique Op. 25 aus dem Jahre 1895 ist das bekannteste und heute am häufigsten zu hörende Werk des französischen Organisten und Komponisten Leon Boellmann. Die weit gespannten Melodiebögen hinterließen einen innigen Ausdruck und die virtuose und prächtige Toccata am Schluss beendete ein kurzweiliges Neujahrskonzert.

Pfarrer Jens Wegmann machte zwischendurch Mut, das Neue Jahr mit Gott zu beginnen wie es das Losungswort 2014, herausgegeben von der ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen, vorgibt. Jeder Kirchenbesucher hatte an diesem Nachmittag einen Spielkartenkalender mit dem Losungswort erhalten, um es als Lesezeichen oder Minikalender fürs Portemonnaie zu gebrauchen.

Der Maler Daniel Schelling aus St. Gallen hatte das Bild hinter dem Losungswort mit Herz und Fingerabdruck gestaltet. Der Begriff Glück wurde von Pfarrer Wegmann von verschiedenen Seiten beleuchtet, und er kam zu dem Ergebnis, dass es Meditation, Natur, schöne Musik, unterwegs sein auf Pilgerreisen oder ganz einfach nur Ruhe bedeuten kann, um Abstand zu gewinnen vom Alltag. Wichtig sei dann auch die Nähe anderer Menschen zu spüren. Martin Luther ersetzte Glück durch „meine Freude“ und im Hebräischen hieß es „Das Gute in meinem Leben“, die Sehnsucht, dass alles gut ist und alles gut wird.

Wichtig für den Christen sei es, sich das Gute zu Herzen zu nehmen und darüber hinaus auch die anderen nicht zu vergessen. Als gemeinsames Lied zum Jahreswechsel sangen alle zusammen „Von guten Mächten treu und still umgeben“. Dietrich Bonhoeffer, lutherischer Theologe und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, hatte das Gedicht aus dem Gefängnis als letzte Botschaft an seine Verlobte zur Jahreswende 1944/45 geschrieben. Sein Vertrauen auf die „guten Mächte“, die ihm Geborgenheit schenken, ließ ihn nicht verzweifeln.

Auch heute noch trägt das Kirchenlied viele Menschen in Krisensituationen und verheißt Licht in der Nacht und Schutz und Beistand am Tag.

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