200 Jahre alte Termine der Kirchweihfeste

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Das Archivale des Monats Oktober: Ein 200 Jahre alter Aktenvermerk zu den Jahrmärkten in Gressenich und Zweifall. Foto: C. Altena

Stolberg. Im Stadtarchiv finden interessierte Bürger zahlreiche Dokumente aus lange zurück liegenden Zeiten. Unter anderem eine Akte mit der Nummer 1108. „An den Commissarischen Landrath Herrn von Strauch Hochwohlgeboren“ lautet die Anrede im Kopf des ersten Dokuments der Archivakte 1108 des Bestands ‚Gressenich‘, das Bürgermeister Stephan Schoenen am 26. Oktober 1816 abgesandt hatte.

Er war seit 1814 Bürgermeister in der von den Franzosen gebildeten Gemeinde. Seit 1815 hatte er das Amt als preußischer Beamter inne und zwar bis 1837. Sitz der Gemeinde war Mausbach, die größte Ortschaft der Bürgermeisterei.

Da Gressenich bis 1972 eine eigenständige Gemeinde blieb, ist ihr ehemaliger Aktenbestand der dritte Bestand im Stadtarchiv neben dem der Stadt Stolberg und dem vom ebenfalls einst eigenständigen Zweifall. Bürgermeister Schoenen meldete mit diesem Schreiben dem Landrat die Termine der jeweiligen Kirchweihfeste mit Jahrmärkten in den zugehörigen Ortschaften. Diese waren neben Gressenich und Mausbach also Werth, Vicht und Schevenhütte.

Selbstverständlich ist der Fließtext in der altdeutschen Kurrentschrift abgefasst, lediglich herausragende Eigennamen sind in lateinischer Schreibschrift gehalten.

Traditionell wurde Kirchweih gefeiert am Jahrestag der Weihe der örtlichen Kirche oder am Gedenktag des entsprechenden Patroziniums. Die vermeldeten Jahrmärkte richteten sich ebenso nach dem Kirchenkalender, so für Mausbach und Werth vierzehn Tage nach Pfingsten, für Gressenich am vierten Sonntag nach Ostern, Vicht hielt ihn am ersten Sonntag im September ab, und Schevenhütte war im Frühsommer drei Wochen nach Pfingsten dran.

Der Begriff ‚Kirmes‘ ist die am meisten und vor allem in Westdeutschland verbreitete Wortvariante von Kirchweih, die andernorts bspw. auch Kerb, Kirwe oder Kirda genannt wird.

Vergnügliche Tage

Als vergnügliche Tage hatten sie im Jahreslauf bei den Menschen einen hohen Stellenwert, da Fernhändler mit seltenen Waren, Schausteller mit kuriosen Attraktionen und auch Nachrichten von außerhalb Abwechslung versprachen. Dies wie die alten Bräuche dieser Feiertage sind jedoch selten Gegenstand der obrigkeitlichen Unterlagen.

Das nun genau zweihundert Jahre alte Dokument liegt dem Archiv glücklicherweise vor, da der Landrat seine Antwort urschriftlich darauf hinterlassen hat – es also nach Mausbach zurücksandte.

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