Stolberg - 20 Jahre Partnerschaft zwischen wird in der Normandie gefeiert

20 Jahre Partnerschaft zwischen wird in der Normandie gefeiert

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Nach der Restaurierung wurde der „Apfelbaum der Freundschaft” feierlich wieder eingeweiht. An der Zeremonie beteiligt waren unter anderem (v.l.) der Bürgermeister von Valognes, Jacques Coquelin, sein Stolberger Amtskollege Ferdi Gatzweiler und Dr. Stefan Schmitz, Vorsitzende des Vereins Partnerschaftskomitee Stolberg- Valognes.

Stolberg. Das Fazit ist eindeutig ausgefallen: „Das war eine durchweg gelungene Sache”, freute sich Dr. Stefan Schmitz am Ende der dreitägigen Reise, zu der der im Februar gegründete Verein „Partnerschaftskomitee Stolberg-Valognes” am Wochenende in die französische Partnerstadt eingeladen hatte.

Nicht nur zahlreiche Mitglieder des Vereins, sondern auch etliche Vertreter des Stolberger Stadtrats waren dieser Einladung gefolgt und hatten dafür gesorgt, dass insgesamt 110 Teilnehmer in den beiden Reisebussen Platz nahmen. Zu den Gästen gehörten auch die Stolberger Burgritter sowie der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr.

Offizieller Anlass der Reise waren die Feierlichkeiten zum 20- jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft Stolberg-Valognes im Rahmen des lokalen Festes „Fête des Crochus et du Pur Jus”.

Die Busfahrt führte über Lüttich, Valenciennes, Amiens und die große Hafenstadt Le Havre, wo die neue Autobahnbrücke „Pont de Normandie” in Schwindel erregender Höhe mit Blick auf das offene Meer den Mündungsbereich der Seine überquert.

Nach einem kurzen Halt in Sainte-Mère-Eglise, das 1944 die erste befreite französische Stadt nach der Landung der Alliierten in der Normandie war, trafen die Stolberger in Valognes ein, wo sie von ihren französischen Freunden begrüßt und zu den jeweiligen Unterkünften begleitet wurden.

25 „Ritze”-Gymnasiasten

Am frühen Abend 18 Uhr war zu einem Empfang im Rathaus geladen, an dem auch 25 Schüler des Ritzefeld Gymnasiums teilnahmen, die sich dort im Rahmen eines Schüleraustausches mit dem Collège Félix-Buhot in Valognes aufhielten. Bürgermeister Jacques Coquelin hieß alle Gäste willkommen, sein Stolberger Amtskollege Ferdi Gatzweiler bedankte sich seinerseits auf Französisch.

Nach einem Umtrunk trafen sich die Mitglieder der beiden Partnerschaftskomitees zu einem gemeinsamen Abendessen in einem Gesellschaftsraum der Stadt Valognes; für Burgritter und Feuerwehr war das Abendessen in der Maison Familiale und Rurale hergerichtet worden. Am Samstag stand morgens eine Besichtigung von Valognes auf dem Programm. Die Innenstadt um den kleinen Fluss Merderet hatte sehr unter den amerikanischen Bombardements vom Juni 1944 gelitten. Bei einem Rundgang lässt sich aber auch feststellen, dass man beim Wiederaufbau sehr feinfühlig vorgegangen war.

Ein gutes Beispiel hierfür ist die zentrale Stadtkirche, wo der Neubau harmonisch an die Reste der alten Chorhalle aus dem 13. Jahrhundert anschließt. In der Rue des Religieuses sind noch etliche Patrizierhäuser aus der Glanzzeit von Valognes - die zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts - gut erhalten. Ein Beispiel ist das Hôtel du Louvre, das schon zur Zeit der Postkutschen ein Relais war und über riesige Garagen für die Kutschen verfügt.

Bevorzugtes Baumaterial war der lokale Kalkstein, wobei allerdings die Fassaden zur besseren Wärmeisolierung verputzt wurden. Nur die Tür- und Fensterumrahmungen waren aus massiven Quadersteinen, die auch die Trennung zwischen dem Erdgeschoss und dem ersten Stock markierten. Zusammen mit den wegen des Windes fest zementierten Schieferdächern macht das ganze Viertel einen sehr harmonischen und friedlichen Eindruck.

Dazu tragen auch die vielen gepflegten Gärten hinter den Häusern bei, an denen schmale Fußwege mit kleinen Brücken über den Merderet vorbeiführen. Während die Zitadelle bereits am Ende des 17. Jahrhunderts geschleift wurde - das große Areal ist heute noch unbebaut und dient als Parkplatz -, wurden im Zuge der Gegenreformation etliche religiöse Bauwerke errichtet. Ein Beispiel hierfür ist das Kapuzinerkloster, das heute von Schwestern des Benediktinerordens bewohnt und bewirtschaftet wird.

Zelte des Gemeindeverbundes

Nach einem von den französischen Gastgebern bereiteten Mittagessen luden der Anne-Heinis Garten und der Parc des Cordeliers zum Besuch des lokalen Festes „Fête des Crochus et du Pur Jus. ein. „Crochu” ist ein Spottname für die Einheimischen, und „pur jus” bezeichnet den reinen Saft, Apfelwein oder Apfelsaft. Unter zehn Zelten stellten die zehn zum Gemeindeverbund „Bocage Valognais” gehörigen Gemeinden ihre jeweils spezifischen Aktivitäten wie Milchverarbeitung und Milchprodukte, althergebrachten Gemüse- und Apfelanbau oder die Bearbeitung des Kalksteins vor. Auch die Stolberger Burgritter hatten ein Zelt aufgebaut und führten mittelalterliche Tätigkeiten wie die Herstellung von Kettenhemden sowie Schwertkämpfe vor.

Die Stadt Valognes hat den von dem Stolberger Kunstschmied Matthias Peters zusammen mit Schülern aus der Normandie im Jahr 2003 hergestellten „Apfelbaum der Freundschaft” aufwändig restauriert. Dieses Kunstwerk wurde im Rahmen einer Feier mit Gedenktafel offiziell neu aufgestellt, wobei der Spielmannszug der Stolberger Feuerwehr die französische und die deutsche Nationalhymne spielte.

Anschließend wurde im Rathaus von Valognes der seit 1990 bestehende Partnerschaftsvertrag neu besiegelt und unterzeichnet. Zum Abschluss des Tages waren alle deutschen Gäste mit ihren französischen Gastgebern zu einem feierlichen Repas Normand, einem traditionellen Mahl, eingeladen.

Nach einem letzten Empfang im Rathaus verabschiedeten sich die Stolberger am Sonntagmorgen von vielen alten und neuen französischen Freunden, die sich rührend um ihre Gäste gekümmert hatten. Und alle Beteiligten waren sich einig: Auch nach 20 Jahren ist es um die Freundschaft zwischen Stolberg und Valognes gut bestellt.
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