2. Adventssägen: Rattern lockt die Wanderer an

Von: Johannes Mohren
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Ab in die erste Reihe: Bei der Vorführung der großen Sägemaschinen können die Kinder hautnah mit dabei sein. Das laute Rattern der imposanten Geräte fasziniert aber nicht nur die kleinen Gäste. Foto: J. Mohren

Stolberg-Zweifall. Strahlen durchfluten den Raum. Draußen glitzert der weiße Schnee im Sonnenlicht, die eisige Kälte ist noch den leicht geröteten Gesichtern der Neuankömmlinge anzusehen. Dick eingepackt in Mützen, Winterjacken, Schals und gefütterte Wanderschuhe stolpern viele von ihnen ins Zweifaller Museumssägewerk.

Der Innenraum ist dicht gefüllt, das Rattern der alten Sägen und der Duft von Holz, aber auch Waffeln und Glühwein lassen immer wieder neue Besuchergruppen in die Hütte strömen.

„Wir waren über drei Stunden im Wald unterwegs. Eine Rundwanderung von Zweifall nach Mulartshütte, traumhaft schön, aber auch ordentlich kalt”, berichtet Gertrud Baumsteiger. Die Zweifallerin und ihr Mann kennen das Museumssägewerk schon seit seiner Entstehungszeit vor zwei Jahren, sind aber immer wieder gern zu Gast.

„Wald und Holz gehören einfach zu Zweifall. Wer von hier kommt, wächst damit auf”, erzählen die begeisterten Wanderer. Bei einem heißen Getränk tauen sie langsam wieder auf und stärken sich nach dem Fußmarsch durch die winterliche Natur mit Kuchen.

Natur, die für alle Anstrengungen entschädigt: „Heute morgen hatten wir an den neuen Sprossenfenstern unseres Sägewerks Eisblumen”, strahlt Robert Jansen. Er ist der Vorsitzende des Fördervereins Museumssägewerk und Mitarbeiter des Forstamts, verkauft an diesem Nachmittag an einem Stand Wurstwaren des Hürtgenwaldes.

Neben ihm haben die Frauen der Maschinenvorführer ihre Tische aufgebaut. Sie waren es, die die Idee zum Adventssägen hatten. „Wir saßen nach Eröffnung des Museums einfach gemütlich zusammen”, erinnern sich die Damen an die Geburtsstunde der Veranstaltung. Sie sind dicht umdrängt, viele Besucher betrachten den selbst gebastelten Tisch- und Fensterschmuck, nicht wenige wollen sich ein Andenken an das Adventssägen mitnehmen.

Doch alle 30 Minten wird es schlagartig leer an den Zeltständen rund um das Museum. Es beginnt mit einem leisen Rattern, und alle zieht es in das Herz der Hütte, das Sägewerk. Dann nimmt hier das historische Sägegatter den Dienst auf, um vor Saisonabschluss und anschließender Winterpause noch einmal die Besucher zu faszinieren.

Staunende Blicke verfolgen den Sägevorgang, viele Kinder beobachten in der ersten Reihe gebannt, wie sich die Sägeblätter den Weg durch das Holz bahnen. Ganz nah dran dürfen sie sein, nur wenige Meter trennen sie von dem imposanten Gerät. Passieren kann nichts: Die Maschinenvorführer haben auf alles einen Blick.

Einer von ihnen ist Bruno Kettenus. Wie seine Kollegen verrichtet er die Arbeit im Museumssägewerk ehrenamtlich, für ihn eine Selbstverständlichkeit: „Als die Idee des Museumssägewerks aufkam, war ich direkt dabei. Schließlich kenne ich mich mit den alten Maschinen auch noch aus und konnte andere anlernen”, erzählt der Zweifaller, der sich auch um den angrenzenden Waldlehrpfad kümmert.

„Es ist ein Glück, dass wir diese Helfer haben”, weiß Jansen. 60 Mitglieder zählt inzwischen der Förderverein, alle sind um den Erhalt der alten Maschinen bemüht. Ein Einsatz, der alle Besucher erfreut: Denn nach einer Familienwanderung durch die schöne Winterlandschaft die großen Maschinen bestaunen zu können, passt doch ideal zum Auftakt der Vorweihnachtszeit.
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