Stolberg-Mausbach - 1a-Programm bei der Premiere von „Plan B“

1a-Programm bei der Premiere von „Plan B“

Von: Heike Eisenmenger
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Es kann nur einen geben – in diesem Fall Carlo Ganser (Mitte), hier mit Norbert Gier (rechts) und Thomas Schmidt. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg-Mausbach. Es kann nur einen geben. Der eine ist Carlo Ganser. In diesem Jahr zumindest. Er ist hochoffiziell Stolberg erster Köbes und hat damit Prinzenstatus. Es gibt bekanntlich unterschiedliche Wege, um an das Zepter der Macht zu gelangen. Manchen wird das Amt angetragen, andere bewerben sich, und wieder andere werden es, weil sie ein dickes Portemonnaie haben.

Ganz anders verfahren da die Mitglieder der Karnevalsgesellschaft „Plan B“ aus Mausbach: Ihr Prinz, Verzeihung Köbes, muss sich sein Amt erst verdienen. Köbes wird nur derjenige, der im Kölsch-Ranking die Nase vorn hat. Diesem Ranking liegt ein Wissenstest zugrunde. Beim ersten Ranking in der Geschichte der KG war es proppenvoll im Lokal „Treffpunkt“.

Es war so voll, dass die Mitglieder des Trommler- und Pfeiferkorps kaum Platz zum Spielen fanden. Doch wie die Band „De Vröngde“ sind sie routiniert und schafften es dann doch irgendwie, mit flotter Musik die eh schon gute Stimmung weiter anzukurbeln. „Die Stimmung ist so, wie sie sich ein jeder Karnevalsverein nur wünschen kann“, sagt Thomas Schmidt, Präsident von „Plan B“. Hervorgegangen ist die KG 2011 aus dem Männerballett der „Löstigen Wölleklös“.

Wie die Mausbacher Riege auf die Idee kam, statt eines Prinzen einen Köbes zu benennen, beruht auf einer Begebenheit, die sich im vergangenen Jahr in Köln zutrug. Es war bereits spät in der Nacht, als die Mausbacher nach einem fröhlichen Abend in einem restlos überfüllten Brauhaus aufschlugen. Angesichts des Andrangs und der vorgerückten Stunde war die Chance, ein letztes Kölsch zu bekommen, eher gering.

„Einer von uns sagte noch resigniert: ‚Hier bekommen wir wohl nichts mehr zu trinken‘, als wie eine Erscheinung plötzlich ein Köbes mit gefüllten Gläsern vor uns stand“, beschreibt Carlo Ganser den Augenblick, der in die Annalen des Vereins eingehen sollte. Denn in dieser Nacht entstand die Idee, „den Köbes“ zu küren.

„Ehrlich gesagt, war es uns auch einfach zu simpel, einen Prinzen zu proklamieren. Davon gibt es doch schon genügend“, berichtet Thomas Schmidt. Außerdem habe der Berufstand der Köbese einen geschichtlichen Hintergrund. Köbes sei die kölsche Form von Jakob. „Der Ursprung des Begriffs führt auf die Pilgerfahrten zum Grab des Heiligen Jakobus im spanischen Santiago de Compostella zurück“, sagt der Präsident. „Die heimkehrenden Pilger hatten viel zu erzählen, es waren unterhaltsame, kernige Zeitgenossen und wurden gern von den Wirten als Kellner genommen.“

Ob die These stimmt oder nicht, sei dahingestellt. Tatsache ist, dass auch Köbes Carlo Ganser viel zu erzählen hat. Der Breiniger ist ein fröhlicher Zeitgenosse, der locker im Alleingang eine ganze Partygesellschaft unterhält. Damit bringt der Maler- und Lackierer die Grundvoraussetzung als Köbes mit. Doch ohne „Kölsch-Test“ hätte er jetzt nicht die blaue Schürze an. Der Kölsch-Test ist Pflicht, die Spielregel denkbar einfach: Wer die meisten Fragen richtig beantwortet, wird Köbes.

Mit weiteren neun Anwärtern hatte er sich aufgereiht, um sich den Quizfragen zu stellen. Die Einstiegsfrage war leicht: Was ist ein „halve Hahn“ ? Dass hier ein „Röggelchen mit Käse“ die korrekte Antwort ist, kam wie aus der Pistole geschossen. Der Schwierigkeitslevel wurde erhöht. Am Ende blieben von zehn Anwärtern Carlo Ganser und Norbert Gier mit gleicher Punktzahl übrig.

Beim Stechen galt es, nur am Geschmack vier Kölsch-Sorten unter mehreren Bieren zu erkennen. Ganser hatte die sensibleren Geschmacksnerven und ist somit verdient Stolbergs erster Köbes.

Die Insignien seiner Macht sind die blaue Köbesschürze, Kölschschwenker, blaue Weste und schwarze Hose. Nicht zu vergessen natürlich der Orden auf der Brust, wobei bislang noch nicht endgültig geklärt ist, welches Wappen festes Erkennungsmerkmal der KG werden wird. Unbestätigten Gerüchten zufolge soll es der Kopf eines Mopses sein, der bei Wirt Wolfgang Schlehpütz auf dem Tresen steht . . .

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