1,75 Millionen Euro fließen in das Kanalnetz

Von: Lars Brepols
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Das Stolberger Kanalnetz ist an vielen Stellen sanierungsbedürftig. Heute befasst sich der Bauausschuss mit dem Einzugsgebiet des Regenüberlaufbeckens an der Eschweiler Straße. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Der Bauausschuss stimmt in seiner Sitzung am Mittwoch über das Kanalisierungskonzept für das Einzugsgebiet des Regenüberlaufbeckens (RÜB) Eschweiler Straße ab. Satte 1,75 Millionen Euro muss die Stadt für die Sanierung veranschlagen, denn als Kanalnetzbetreiber ist sie für den regelgerechten Betrieb der Kanäle verantwortlich.

Der Bauausschuss hatte bereits in seiner Sitzung Ende 2007 die Aufstellung eines speziellen Konzeptes für das besagte Gebiet beschlossen.

Die Ergebnisse der Überprüfung der Kanäle durch ein Aachener Ingenieurbüro liegen jetzt vor und haben ergeben, dass bei stärkeren Regenfällen größere Wassermengen aus Kanälen in der Hans-Böckler-Straße, Velauer Straße und Karl-Arnold-Straße austreten, die zu einer Überflutung oder einem Überlauf mit Schadensfolge für die Anwohner führen können. „Dafür ist die Stadt verantwortlich. Gegen einen eventuellen Rückstau im Netz müssen sich die Anwohner selbst schützen”, sagt Fachbereichsleiter Josef Braun.

Zudem hat eine Auswertung der Kanal-TV-Untersuchung ergeben, dass 30 Prozent der untersuchten Haltungen, also der Verbindungsstücke zwischen den einzelnen Schächten, gravierend geschädigt sind. Hauptsächlich wurden fehlerhafte Anschlüsse, Abflusshindernisse, Undichtigkeiten und Obeflächenschäden festgestellt.

Um zu Gewährleisten, dass die Wassermassen im „Ernstfall” auch durch die Rohre abfließen können, also einer „hydraulischen Überlastung” entgegengesteuert werden kann, und die baulichen Schäden behoben werden können, wurden Maßnahmen mit den Prioritäten 1 (dringend) bis 4 (nicht akut) vorgeschlagen.

Die gravierendste Netzüberlastung wird durch die zu klein dimensionierten Verbindungsstücke (Haltung) an der Velauer Straße in Zusammenhang mit der zu klein angelegten Abschlagsleitung des RÜB Eschweiler Straße hervorgerufen. Über die Abschlagsleitung fließt das Wasser aus dem Becken zurück in den Bach, wobei der erste Spülstoß gefiltert wird, und der Unrat zur Kläranlage fließt.

In erster Priorität soll die Haltung und in zweiter Priorität die Abschlagsleitung vergrößert werden. „Die Abschlagsleitung war ursprünglich für ein kleineres Einzugsgebiet und ein kleineres Becken vorgesehen”, verdeutlicht Braun. Eine weitere Haltung am Velauer Berg sowie auf der Mittelstraße müssen ebenfalls vergrößert werden (Priorität 2).

Die Überstauungen in der Hans-Böckler-Straße resultieren aus der Überlastung des Sammlers in der Friedrich-Ebert-Straße. Der Kanal in diesem Bereich, der gravierende Mängel aufweist, soll im Rahmen der im Haushalt für 2010 vorgesehenen Straßenerneuerung vergrößert werden.

In der Karl-Arnold-Straße muss der Mischwasserkanal zwischen zwei Schächten vergrößert werden (3. Priorität). Der Kanal läuft über Privatgrundstücke und soll im Rahmen der Erneuerung der Karl-Arnold-Straße verlegt werden. Diese Maßnahme soll kurzfristig realisiert werden.

Die aufgeführten Sanierungen - sowie weitere erforderliche Maßnahmen mit weniger akuter Priorität - sollen den Betrieb des Kanalnetzes langfristig sichern.

Die Finanzierung erfolgt über den Punkt „Kanalsanierung” des Haushaltsentwurfs 2009. Hierfür sind insgesamt Mittel in Höhe von 2,9 Millionen Euro vorgesehen.
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