150 Jahre alt und doch aktuell: Kolpingsfamilie feiert Jubiläum

Von: Toni Dörflinger
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Weil der Weg besonders für viele ältere Menschen zu beschwerlich ist, richtete die Kolpingsfamilie zur Einweihung des Denkmals einen Fahrdienst ein – mit einem Planwagen.
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Nach der Restaurierung erstrahlt der Marienbildstock am Hammerberg in neuem Glanz.

Stolberg. Junge Handwerker, die sich nach Beendigung ihrer Lehrzeit für mehre Jahre auf Wanderschaft begaben, um neue Arbeitspraktiken kennenzulernen, waren in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts keine Seltenheit. Um diese wandernden Gesellen mit sozialer Unterstützung, Bildung und Geselligkeit zu versorgen sowie ihnen während der Walz einen religiösen Halt anbieten zu können, wurden im damaligen Deutschland allseits Gesellenvereine gegründet.

So auch 1863 in Stolberg, als der Priester Franz Nikolaus Neumann und der Schuhmachermeister Schleiermacher einen katholischen Gesellenverein ins Leben riefen, der seit den 1930er Jahren als Kolpingsfamilie geführt wird.

Anfängliches Ziel des neuen Vereins war die Errichtung eines Hauses, das später im Andenken an Pfarrer Roland Ritzefeld (1808 - 1900), der den Bau finanziell unterstützt hatte, Rolandshaus genannt wurde. Ein Haus, das nicht nur dem Gesellenverein, der sich den Ideen Adolph Kolpings verpflichtet fühlte, als Versammlungsstätte dienen, sondern auch den wandernden Handwerkern die Möglichkeit zu Unterricht und sozialem Rückhalt bieten sollte.

Doch bevor es soweit war und das neue, an der Steinfeldstraße gelegene Haus im Juni 1883 feierlich eingeweiht wurde, hatte das Obergeschoss eines „Bergenés-Hof“ genannten alten Gebäudes am Steinweg als Unterkunft gedient. Das Grundstück für den Bau des Rolandshauses hatte man schon 1875 von der Pfarre St. Lucia erworben, die das Gelände acht Jahre zuvor gekauft hatte, um auf der anderen Straßenseite ein Krankenhaus – das „Bethlehem“ – einrichten zu können. Rund zwei Jahre haben die Bauarbeiten gedauert. Schon im März 1883 war der große Ziegelsteinbau für eine Karnevalsfeier genutzt worden. Um die Bewirtschaftung und den Unterhalt des Gesellenhauses auch für die Zukunft sicherzustellen, hatte man 1894 die „Rolandshaus GmbH“ gegründet.

Doch der Gesellenverein – später Kolpingsfamilie – hat nicht nur ein großes Haus gebaut, sondern Ende des 19. Jahrhunderts zudem eine Krankenkasse und Anfang des 20. Jahrhunderts eine Sparkasse ins Leben gerufen. Schließlich fühlte man sich der sozialen Idee und der christlichen Caritas verpflichtet.

1969 kam das Ende für das alte Rolandshaus. Es war baufällig geworden und musste abgerissen werden. Als kirchlich soziales Zentrum wurde es an gleicher Stelle 1974 neu errichtet. Inzwischen ist die Stolberger Kolpingsfamilie 150 Jahre alt. Im Laufe der Jahre sind mit dem Brunnenbauprojekt auf Sumba, dem Besuchsdienst, der religiösen und sozialen Bildungsreihe, dem Kampf gegen Rechtsextremismus und den Wallfahrten neue Aufgaben hinzugekommen.

Dazu gehört auch die Restaurierung des 1954 entstandenen Marienbildstocks auf dem Hammerberg, die jetzt abgeschlossen werden konnte. Die Kolpingsfamilie hat das Denkmal gesäubert und den Untergrund mit Splitt befestigt. Außerdem wurden die Bänke erneuert und störende Pflanzen beseitigt. Zum Abschluss der Arbeiten gab es eine Einweihungsfeier.

Da der Weg zum Marienbildstock für ältere Personen recht beschwerlich ist, wurde ein Fahrdienst eingerichtet – mit einem Planwagen. Unter Mitwirkung von Pastor Hans-Rolf Funken wurde die Einweihung mit sakramentalem Segen zelebriert. Abschließend dankte der Vorsitzende der Kolpingsfamilie, Peter Mensger, allen, die an der Renovierung des Mariendenkmals mitgewirkt hatten.

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