Stolberg-Münsterbusch - 130.000-Euro-Minikraftwerk: Die Energie fließt ins Hallenbad

130.000-Euro-Minikraftwerk: Die Energie fließt ins Hallenbad

Von: Heike Eisenmenger
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Dank des neuen Blockheizkraftwerkes sollen die Energiekosten im Münsterbuscher Schwimmbad deutlich gesenkt werden. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg-Münsterbusch. Bürgermeister Ferdi Gatzweiler legt den Schalter um: Sekunden später springt das Blockheizkraftwerk (BHKW) im Keller des Hallenbades am Glashütter Weiher an. Hier, in den labyrinthartigen Gängen, hört sich das Geräusch an wie ein Raunen - was wohl daher kommt, dass in den Rohren die Abwärme angesaugt wird.

„Es ist erstaunlich leise, nicht wahr?”, stellt Josef Braun vom Tiefbauamt zufrieden fest, auch wenn er dies als Frage formuliert hat. Das „Mini-Kraftwerk” ist ein großer roter Kasten, der an ein Netz von Rohren angeschlossen ist.

Mit der Inbetriebnahme des BHKW werden sich die Energiekosten der Schwimmhalle in Münsterbusch künftig drastisch senken lassen - und das bei geringen Emissionswerten, bilanzierte Jörg Kaluza vom verantwortlichen Ingenieurbüro „inco” aus Aachen. Das Prinzip eines Blockheizkraftwerkes ist ebenso simpel wie genial. Energie wird mehrfach genutzt, dadurch wird weniger Primärenergie benötigt.

Herzstück der Anlage ist der mit Gas betriebene Motor. Er erzeugt Strom. Bei diesem Prozess entsteht aber nicht nur elektrische, sondern auch thermische Energie, sprich Abwärme. Statt die Abwärme ungenutzt verpuffen zu lassen, wird sie zum Heizen des Wassers der beiden Schwimmbecken verwendet, erläutert Kaluza. „Das Heizen des Wassers war bis dato der größte Kostenfaktor, sagt Gatzweiler, der sichtlich froh ist, einen Weg gefunden zu haben, Geld einzusparen.

Die Zahlen, die Kaluza nennt, sprechen für sich: „60 Prozent unseres Wärmebedarfs decken wir selbst mit dem BHKW.” Beim Strom sind es rund 70 Prozent. In der Summe produziert die Anlage zwar mehr Strom als das Hallenbad verbraucht, jedoch muss in Spitzenzeiten - also dann, wenn besonders viel Elektrizität benötigt wird, oder auch bei geringem Wärmebedarf - „Saft” aus dem Netz bezogen werden.

(Energie-) Einsparungen, Vergütungen und Zuschüsse rechnen sich: Innerhalb von vier Jahren wird sich die 120.000 Euro teure Anlage amortisiert haben, versichert Kaluza. Trotz seiner Vorteile ist das BHKW aber nicht immer die ultimative Lösung für große Gebäude. „Im Rathaus wüssten wir im Sommer nicht wohin mit der Wärme”, nimmt Gatzweiler die Verwaltungszentrale als Beispiel.

„Man müsste das BHKW abschalten. Was aber wirtschaftlich keinen Sinn macht, denn eine solche Anlage ist in der Regel nur dann auf jeder Ebene rentabel, wenn sie im Dauerbetrieb ist”, erläutert der Bürgermeister fachmännisch. Noch vor einigen Jahren wäre ein BHKW für das Münsterbuscher Schwimmbad „völlig überdimensioniert gewesen”, stellt Kaluza klar. Die energetischen Voraussetzungen waren damals nicht vorhanden.

Sanierung als Voraussetzung

Erst nach der Komplettsanierung, bei der unter anderem die Gebäudehülle generalüberholt wurde, war der energetische Rahmen gegeben, der die Inbetriebnahme einer solchen Anlage wirtschaftlich wie umwelttechnisch sinnvoll macht. Weil das BHKW-Modell, für das sich die Stadt entschied, besonders emissionsarm arbeitet, gab es für die Investition einen Zuschuss vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausführkontrolle. Dem Kraftpaket sagt Jörg Kaluza eine lange Lebensdauer voraus: „Wir haben eine ähnliche Anlage, die seit 20 Jahren im Betrieb ist - und die läuft und läuft und läuft ...”
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