125 Jahre Feuerwehr: „Ewigkeit” auf acht Minuten verkürzt

Von: Mischa Wyboris und Heike Eisenmenger
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Stolberg. Innerhalb von Sekunden nach dem ersten Anruf hat die Hauptwache an der Kesselschmiede bereits die zuständigen Freiwilligen Feuerwehren informiert, und die Ehrenamtler wissen, wo es brennt. Von einer solch schnellen Alarmierung konnten die Feuerwehrleute vor 125 Jahren nur träumen.

„Alarmiert wurde mit einem Signalhorn”, erzählt Stadtbrandinspektor Toni Sturz mit einem Schmunzeln. „Der Nachtwächter hatte diese Aufgabe, blies ins Horn, wenn es irgendwo brannte”, präzisiert der Chef der freiwilligen und hauptamtlichen Feuerwehr.

Und? Wie lange dauerte es, bis die Retter am Einsatzort waren? „Ewig, im Vergleich zu heute - die hatten ja noch einen Handkarren mit der Feuerwehrspritze dabei, den sie zogen.”

Heutzutage hingegen gibt die Feuerwehr als Richtwert acht Minuten nach der Alarmierung an. Innerhalb dieser Zeitspanne sollen die Retter am Einsatzort sein.

Hundert Prozent sind allerdings nicht zu schaffen, „als Vorgabe sind 80 Prozent der gefahrenen Einsätze angesetzt”, sagt Sturz.

Nach der Neustrukturierung gehören fünf Löschzüge zur Stolberger Feuerwehr. Die Löschgruppen setzen sich aus der Hauptwache und den Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehren aus den einzelnen Orten zusammen.

Für den Brandschutz stehen damit 47 hauptberufliche Feuerwehrleute und 240 Ehrenamtler zur Verfügung.

Ohne die Ehrenamtler wäre die Brandbekämpfung nicht zu stemmen. Während im technischen Bereich eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu früher erkennbar ist, sieht es, was die Anzahl der Ehrenamtler am Einsatzort betrifft, eher schlecht aus.

„Die Bedingungen in der Arbeitswelt haben sich massiv verändert. Früher arbeitete man meist in dem Ort, wo man zu Hause war. Heutzutage aber werden weite Anfahrtswege zur Arbeit in Kauf genommen. Je nachdem, wie weit die Arbeitsstelle vom Einsatzort entfernt ist, ergibt es gar keinen Sinn auszurücken”, erklärt der 57-Jährige.

Ebenfalls ein Problem sei, dass einige Arbeitgeber es nicht gern sehen, wenn der Mitarbeiter aus einer Besprechung zum Brand hetzt.

„Was auch verständlich ist”, sagt Sturz, der auf einen Kompromiss hofft, „denn es kann genauso gut eines Tages die Firma des Arbeitgebers sein, die unsere Hilfe braucht.”

Aber es gibt auch Arbeitgeber, die durchaus das Ehrenamt unterstützen „und dem Mitarbeiter die Jacke hinhalten, sobald der Pieper geht”, betont Sturz.

Aus freiwilligen wie hauptamtlichen Rettern bestehen die speziell ausgebildeten Gruppen der Stolberger Wehr wie die GSG („Gefährliche Stoffe und Güter”), die 1997 gegründet wurde und kreisweit eingesetzt wird.

Die GSG-Gruppe wird gerufen, wenn chemische, biologische oder atomare Stoffe im Spiel sind.

Auch die Gruppe „Absturzsicherung” setzt sich aus Hauptamtlichen und Freiwilligen zusammen. Sie rückt aus, wenn es „in die Höhe geht”, um zwei von mehreren Sondergruppen zu nennen, die dafür sorgen, dass die Feuerwehr für alle Fälle gewappnet ist.
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