„12 Monate und 12 Ideen“: Anerkennung für eine ausgezeichnete Idee

Von: Marie-Luise Otten
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Freuen sich über die Auszeichnung: Saida und Ismail Illath (Freunde der Preisträgerin), Sebastian Heyn (Ansprechpartner des Ideenwettbewerbs), Willi Seyffarth (Jugendamt Stolberg), Vicky Rogas (Leiterin Kita Gressenich), Robert Voigtsberger (Dezernat II – Jugend, Schule und Soziales), Rashad Ismail (Sohn der Preisträgerin), Idajete Reolzepi (Gleichstellung, Integrationsrat und Ehrenamtliche für Flüchtlinge), vordere Reihe: Bürgermeister Dr. Tim Grüttemeier, Preisträgerin Khairunnissa Mazeena Ismail und Sohnemann Ziyad Ismail (v.l.). Foto: M.-L. Otten

Stolberg. Damit Stolberg noch familienfreundlicher wird, hat die Verwaltung im vergangenen Jahr zu einem Ideenwettbewerb aufgerufen. Unter dem Motto „12 Monate und 12 Ideen“ wird 2016 jeden Monat eine gute Idee prämiert.

Für den Monat Februar ist am Montagmorgen in der Kita Gressenich Khairunnissa Mazeena Ismail mit einem Pokal und einer Urkunde ausgezeichnet worden. Aus eigener Erfahrung und aus vielen Gesprächen mit ihren Frauengruppen weiß sie, dass die Idee einer „flexibleren Kindertagesstätte“ vielen Berufstätigen und Alleinerziehenden sowie Menschen im Schichtdienst entgegenkommen würde, ihre Kinder qualitativ und hochwertig betreuen zu lassen. Bürgermeister Dr. Tim Grüttemeier berichtete, dass man eine Elternumfrage gestartet habe und 900 Fragebögen zurückgekommen seien. Allein im Raum Gressenich/Mausbach/Schevenhütte haben zwanzig Personen mitgeteilt, dass Kinderbetreuung in Randzeiten notwendig ist.

Dabei gehe es nicht darum, die Dauer der Kita-Betreuung auszuweiten – maximal zehn Stunden beinhaltet ein Volltagesplatz – , sondern dass die Kinder zu anderen Zeiten in der Kita, bei einer Tagesmutter oder einem Tagesvater sind als bisher. Dies kann sich auch Vicky Rogas von der Kita Gressenich gut vorstellen.

Die bisherigen Betreuungszeiten von 7.30 Uhr bis 16.30 Uhr sind für sie nicht mehr bedarfsgerecht. Die Eltern haben am Morgen keine Ruhe, sich von ihren Kindern zu verabschieden, weil der Job schon im Nacken sitzt. Und am Abend fehlt die Gelassenheit, sie abzuholen. Das nerve nicht nur die Eltern, sondern auch die Kinder. „Was sich dann am Abend zu Hause abspielt, will ich mir gar nicht ausmalen“, so die Kita-Leiterin. Die unregelmäßigen Arbeitszeiten der Eltern sollen künftig besser berücksichtigt werden und die Betreuungsangebote in Randzeiten ausgeweitet werden. Das Wohl des Kindes stehe dabei immer im Vordergrund.

Frau Rogas kann sich vorstellen, die Kindergartentageszeit von 7 Uhr bis 17.30 Uhr anzubieten. „Ich erlebe oft, dass Kinder erst zu Tagesmüttern gebracht werden, dann von diesen zu uns und von anderen Kindertagespflegepersonen abgeholt werden.“ Dieses schaffe Wut und Unruhe auf beiden Seiten. Nicht nur die Kinder seien genervt, auch die Erziehungsberechtigten stünden oftmals unter Spannung. Robert Voigtsberger ergänzte, dass die Verwaltung die Bedarfslage der Eltern ernstnimmt, da diese die Lebenswirklichkeit widerspiegelt.

Situation entlasten

Es gelte, die familiäre Situation zu entlasten, denn neben dem klassischen Familienbild gäbe es heutzutage mehr alternative Lebensformen und neue Modelle. Fehlende und unpassende Betreuungsangebote machen es zudem für viele, die in einem neuen Job durchstarten wollen, schwierig, Fuß zu fassen. Für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sei eine flexiblere Kindertagesstätte unbedingt notwendig. Darüber hinaus helfe eine qualifizierte Kinderbetreuung in Randzeiten und Notfällen auch der Wirtschaft und der Gesellschaft. Selbst die Bundesregierung habe dieses Konzept mit einem Förderprogramm „Kitaplus“ aufgegriffen. Jetzt gilt es für die Stolberger Verwaltung, die Rahmenbedingungen zu schaffen.

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