1,2 Millionen in 14 Jahren: Jetzt ist Schluss

Von: Doris Kinkel-Schlachter
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Hat 1,2 Tonnen Asphalt transportiert: das 14 Jahre alte Becherwerk in der Rüst. Foto: D. Kinkel-Schlachter

Stolberg. Alles neu im neuen Jahr: Eine weitere Investition hat jetzt das „Asphaltmischwerk Stolberg GmbH“ (AMS) in der Rüst getätigt. Nachdem die Wiederverwertung von Wertstoffen stärker in den Fokus gerückt worden war, ist am Mittwoch das alte Becherwerk der Anlage ausgetauscht worden. 14 Jahre hat die sogenannte Elevatorkette mit Schütten auf dem Buckel. Die schwere Eisenkette transportiert bis zu 300 Grad heiße Gesteinskörnungen in verschiedenen Größen.

Nach dem Prinzip eines Paternosters – beim Paternosteraufzug verkehren mehrere an zwei Ketten hängend befestigte Einzelkabinen im ständigen Umlaufbetrieb – fährt das Becherwerk mit seinen elf Liter Volumen fassenden Schütten den zuvor erhitzten Schotter knapp 40 Meter hoch. „Seit 2001 sind so 1,2 Millionen Tonnen Asphalt produziert worden“, erklärt AMS-Geschäftsführer Jürgen Ramers. „Somit hat das alte Becherwerk mehr als sein Soll erfüllt, eine Tonne Garantie gibt der Hersteller“, ergänzt Vertriebsleiter Christian Scherff.

Schon in den frühen Morgenstunden wurde schweres Geschütz in der Rüst aufgefahren, um das alte Werk mit seinen 150 Bechern auszutauschen. Der Fahrer des Spezialkrans, dessen Arm eine Höhe von bis zu 125 Metern erreicht, hebt die tonnenschwere Kette samt maroder Behälter aus dem Werk raus.

Vorher hat ein Mitarbeiter des Herstellers die Kette abgeflext. Während unten die Funken fliegen, hängen oben in knapp 40 Metern Höhe zwei weitere Mitarbeiter die Kette an den Kran. Von der Plattform hat man eine beeindruckende Aussicht – auf das Gelände in der Rüst, einen Teil der Stolberger Talachse und das Kraftwerk in Weisweiler.

Kurz hält Matteo Santamaria inne. „Die Landschaft sieht natürlich noch schöner aus, wenn sie unter einer Schneedecke liegt“, sagt der Betriebsstättenleiter. Er war schon oft auf der Plattform in luftiger Höhe. Und er war auch dabei, als das Mischwerk 1984 errichtet worden war. Nur für ein paar Tage, dann war seine Arbeit als Übersetzer erledigt. „Es ist eine italienische Anlage“, erklärt Santamaria.

Aber wie das Schicksal es wollte, fing der Italiener einige Jahre im Werk an, zunächst als Mischmeister, später wurde er Betriebsstättenleiter. So bekam er auch die wechselvollen Jahre des Werks in der Rüst mit. Um die Jahrhundertwende übernahm die Eurovia die Produktionsanlagen.

Das heutige Asphaltmischwerk Stolberg ist ein Joint Venture des bisherigen Alleineigentümers Eurovia Industrie mit Sitz in Oberhausen und der Vereinigten Schotterwerke in Stolberg. Für die Nachbarin auf dem rund fünf Hektar großen Betriebsgelände lag der Schritt nahe, ihre Wertschöpfungskette zu erweitern.

Investitionen in die Zukunft

An den Standorten Stolberg und Bochum engagieren sich rund 50 Mitarbeiter für die Gewinnung, Aufbereitung und Verwertung von mineralischen Rohstoffen, dem Bauschuttrecycling sowie der mobilen Schotteraufbereitung. Schüttgüter und der Umschlag per Lkw und Bahn sind weitere Geschäftsfelder, die zu den Stärken der Vereinigten Schotterwerke zählen, die somit auch Zulieferer des Asphaltmischwerks war und weiter ist.

„Jährlich investieren wir eine kleine sechsstellige Summe allein für die Winterreparatur der Anlage, die Aktion heute kommt obendrauf“, erklärt Jürgen Ramers. Gut, dass solche Investitionen nur alle Jubeljahre zusätzlich getätigt werden müssen. Kürzer sind da schon die Abstände für das Auswechseln der Filter, „die ökologischen Anforderungen einer modernen Kreislaufwirtschaft sind hoch“, sagt der Geschäftsführer.

Zur Optimierung des Recycling-Kreislaufes soll in den nächsten Wochen weiter investiert werden. Der nächste Schritt ist die Überdachung der Lagerstätten für Altasphalt, so dass dieser künftig nicht mehr in nassem Zustand aufbereitet werden muss, was wiederum für höhere Energiekosten sorgt. Jürgen Ramers: „Das sind Investitionen in die Zukunft. Wenn wir das heute nicht machen, können wir morgen zumachen!“

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