100.000 Euro Nachschlag für die „Goethe”-Mensa

Von: Jürgen Lange
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Finanzen reichen nicht aus: He
Finanzen reichen nicht aus: Heute soll der Rat 100.000 Euro zusätzlich für die Mensa am „Goethe” bewilligen. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. 15 Monate nach dem Baubeginn und wenige Wochen vor der Eröffnung steht fest, dass die Mensa am Goethe-Gymnasium teurer als geplant wird.

Eine Kostensteigerung in Höhe von sieben Prozent prognostiziert die Verwaltung, so dass die Gesamtkosten bei rund 2,1 Millionen Euro anstatt der vor zwei Jahren kalkulierten 1,96 Millionen Euro liegen dürften.

Während die Mensa nach den Herbstferien fertiggestellt sein soll, soll heute der Stadtrat zusätzliche Finanzmittel in Höhe von 100.000 Euro bereitstellen. Die eigentliche Differenz liegt zwar bei 138.000 Euro, aber rund 40.000 Euro werden durch Einsparungen bei der Einrichtung wett gemacht. Dass die Kosten über der Kalkulation liegen, hat vor allem drei Gründe. Den ersten hat die Stadt selbst verursacht. Das Goethe-Gymnasium hat zur Betreuung seiner Schüler während der Mittagszeit eine provisorische Essenausgabe in ihrem Foyer erhalten. Die Kosten dafür wurden ebenso einfach aus dem Budget des Mensa-Neubaus bestritten wie die für ein Gutachten zur Schulentwicklung, die das Schuldezernat in Auftrag gegeben hatte.

„Diese Posten waren nicht Bestandteil der Kostenkalkulation”, erklärt Fachbereichsleiter Bernd Kistermann in seiner Vorlage für die heutige Sitzung. Mit rund 20.000 Euro schlagen alleine diese Posten zu Buche. Ein zweiter Grund waren gestiegene Preise bei den Baumaterialien, die mit dem verspäteten Beginn der Rohbauarbeiten begründet werden. Der von dem beauftragten Unternehmen geltend gemachte Nachtrag wurde nach Prüfung durch die Verwaltung anerkannt.

Nach der langwierigen Entscheidung im Stadtrat über den Bau der Mensa vor zwei Jahren haben Versorgungsleitungen den Beginn der Rohbauarbeiten verzögert. Die fanden sich im Sommer vergangenen Jahres eher unerwartet quer unter der zukünftigen Baustelle. „Die Gas- und Wasserleitungen mussten daher um die Baugrube herum verlegt werden”, so Kistermann weiter. Die Erdarbeiten waren aufwendiger als vorgesehen und führten zu höheren Kosten. Außerdem erhielt ein Abwasserkanal einen neuen Schachtanschluss.

Weitere Kosten verursachte der Verzicht auf einen „Erlebnishügel” für die Schüler. Der Architekt hatte ursprünglich vorgesehen, den Erdaushub als einen gestalteten Hügel vor Ort zu belassen. Aber beim Blick von Feuerwehr und Technischem Betriebsamt auf die Menge des Erdaushubs befand die Verwaltung, dass ein solcher Hügel bei Löscheinsätzen eher hinderlich und bei der Pflege des Grüns sehr arbeitsintensiv sei. Also wurde entschieden, den Aushub abzufahren und zu deponieren, was ebenfalls die Baukosten steigerte.

Bei der Planung verzichtet wurde auf eine Ergänzung der Außenbeleuchtung durch Laternen im Park. „Da die Finanzmittel begrenzt waren, wurde die Leistung gestrichen”, erklärt Kistermann. Stattdessen sollten „Beleuchtungskörper sparsam am Gebäude” angebracht werden. Die Realisierung einer Gesamtschule „knippst” diese sparsame Beleuchtung nun aus, denn Schüler der heutigen Realschule sollen zukünftig die Mensa mitbenutzen. Sie sollen über die für Catering und Entsorgung geplante Zufahrt die Mensa erreichen können; deshalb muss sie beleuchtet werden, was zu Zusatzkosten führt. Teilweise neu gepflastert werden müssen auf dem Gelände des „Goethe” außerdem Wege im Umfeld der größer als gedacht ausgefallenen Baugrube.

Angesichts der Kostenentwicklung haben Architekt und Verwaltung bestehende Aufträge nochmals überprüft und Einsparungen erreicht. Dies war auch schon einmal bei der Planung der Mensa vor der Entscheidung im Stadtrat der Fall. Seinerzeit wurde auf einen Kostenansatz für Unwägbarkeiten verzichtet; mittlerweile ist er mit 10.000 Euro wieder eingerechnet.
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