Zu wenige Jugendliche gehen zur Vorsorgeuntersuchung

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Städteregion. Zu den wichtigsten medizinischen Maßnahmen der Gesundheitsprävention gehören Vorsorgeuntersuchungen. So kann man frühzeitig Krankheiten und Fehlentwicklungen erkennen und ihnen mit entsprechenden Maßnahmen begegnen, betonen die Fachleute des städteregionalen Gesundheitsamtes.

Doch während mit den Vorsorgeuntersuchungen U1 bis U9 mehr als 90 Prozent der Kinder bis fünf Jahre erreicht werden, wird die „J1“ nur von rund 38 Prozent der Zwölf- bis 14-Jährigen in Anspruch genommen. Das Gesundheitsamt startet deshalb nun eine zweijährige Motivationskampagne und will direkt bei den rund 5000 infrage kommenden Jugendlichen für die Untersuchung werben.

Mitarbeiterinnen des Gesundheitsamtes werden die Schülerinnen und Schüler der siebten Jahrgangsstufen aller Schulformen in ihren Klassen aufsuchen, um auf die Bedeutung der Jugendgesundheitsuntersuchung nachdrücklich hinzuweisen.

Sie werden den Jugendlichen beispielsweise erklären, dass die Vorsorgeuntersuchung unter anderem gesundheitsgefährdendes Verhalten und Impflücken aufdecken kann und dass durch eine rechtzeitige Reaktion langfristige Gesundheitsbeeinträchtigungen verhindert werden können.

Große Veränderungen

Wichtig ist die J1 laut der Fachleute des Gesundheitsamtes auch deshalb, weil sie normalerweise zwischen dem 12. und 14. Lebensjahr und damit genau in dem Zeitraum großer körperlicher und seelischer Veränderungen – der Pubertät – liegt. Fragen wie: „Bin ich zu dick?“, „Warum habe ich so viele Pickel?“, oder „Soll ich schon verhüten?“ bestimmen den Alltag von Jugendlichen.

Oft seien diese drängenden Fragen mit einem Schamgefühl behaftet, wissen die Experten. Häufig auftretende Konflikte mit den Eltern könnten zudem ein vertrauensvolles Gespräch erschweren. Die Jugendlichen griffen dann auf andere, teilweise nicht seriöse, Informationsquellen zurück. Bei der J1 stießen die jungen Leute dagegen auf Fachleute, mit denen sie über solche Fragen sprechen können.

Und noch etwas spricht laut Gesundheitsamt für die J1, die seit 1998 zum Leistungsangebot aller Krankenkassen zählt und damit kostenlos ist: Die letzte Vorsorgeuntersuchung, die U9, wird bereits bei Fünfjährigen durchgeführt, liegt dann also schon sieben Jahre zurück. Deshalb sollte die Inanspruchnahme der J1 ein Anliegen aller sein, denen die Gesunderhaltung von Kindern und Jugendlichen am Herzen liegt.

Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein unterstützt die Kampagne des städteregionalen Gesundheitsamtes und stellt 15.000 Info-Flyer mit dem Titel „Your next top check-up“ zur Verfügung. Weitere Unterstützung kommt vom kommunalen Integrationszentrum und seinen Integrationslotsen.

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