Eschweiler - Zoff am See um noch mehr Naturschutz

Zoff am See um noch mehr Naturschutz

Von: Jutta Geese und Patrick Nowicki
Letzte Aktualisierung:
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Weniger Platz für Wassersportler? Der erste Entwurf des Landschaftsplans VII der Städteregion will einen großen Bereich der Wasserfläche der Natur überlassen. Die Stadt stellt sich quer. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Zwischen Städteregion und Stadtverwaltung herrscht dicke Luft. Diesmal sorgt jedoch keine Haushaltsverfügung für Missstimmung, auch die Städteregionsumlage ist nicht Thema, sondern der Vorentwurf des Landschaftsplans „Eschweiler/Alsdorf”, in dessen Zentrum der Blausteinsee liegt.

Dessen Wasserfläche soll jetzt in Überlegungen zu zwei Drittel der Natur überlassen bleiben. Dagegen wehren sich Stadt und auch die vielen Wassersportler. Es deutet sich aber ein Kompromiss an: „Der Vorentwurf gibt einen ersten Eindruck wider. Ich glaube, dass wir sehr schnell mit der Stadt Eschweiler zu einem Ergebnis kommen werden”, erklärt der zuständige Dezernent der Städteregion, Uwe Zink.

Aspekte nicht berücksichtigt

Im ersten Entwurf des Landschaftsplans befinden sich einige Punkte, die der Stadt sauer aufstoßen: „Dieser Plan deckt sich nicht mit den Dingen, die wir mit der Städteregion abgesprochen haben”, betont der Technische Beigeordnete Hermann Gödde. Die entscheidenden Aspekte habe man nicht berücksichtigt. Dabei geht es eben auch darum, welche Fläche des Sees der Natur überlassen bleiben soll. Bisher grenzt die Bojenlinie den nördlichen Bereich am Schlangengraben ab. Die Gutachter des Büros Lanaplan aus Nettetal, die den Landschaftsplan für die Städteregion entwickelt haben, schlagen vor, dass auch der gesamte östliche und südöstliche Bereich abgesperrt wird.

Die Stadt hat bereits angekündigt, sich dagegen zur Wehr zu setzen. Gödde: „Der See soll den Bürgern zur Verfügung stehen, die jahrzehntelang unter dem Braunkohletagebau leiden mussten.” Unterstützung erhält er auch von der CDU, die mit den Grünen im Städteregionstag die Mehrheit besitzt. „Wir werden sicher darauf Einfluss nehmen, dass nichts gegen die Wassersportvereine entschieden wird und der See für alle zugänglich bleibt”, teilt Willi Bündgens, CDU-Stadtverbandsvorsitzender und -Städteregionsratsmitglied, mit.

Mit Widerstand der Lanaplan-Gutachter ist nicht zu rechnen. Der Blausteinsee sei zwar „die Perle des Landschaftsplans” und müsse eigentlich sogar flächendeckend unter Schutz gestellt werden, meint Dr. Klaus van de Weyer. Aber: „Naturschutz ist immer ein Kompromiss, und der Blausteinsee hat sich trotz der bisherigen Nutzung gut entwickelt.” Und dann fügte er noch hinzu: „Wir könnten auch damit leben, wenn es beim bestehenden Naturschutzbereich bliebe.”

Zwei weitere Forderungen der Stadt sind noch unbeantwortet: So weist der Entwurf des Landschaftsplans keine Fläche für eine Golfanlage aus. Allerdings heißt es in der Bewertung der Städteregion: „Das Beispiel des Golfplatzes bei Haus Kambach zeigt die Möglichkeit, in einem Landschaftsschutzgebiet mit geschützten Landschaftsbestandteilen einen Golfplatz optimal einfügen zu können.” Eher ablehnend steht die Behörde den Plänen gegenüber, am Südzipfel des Sees einen weiteren Badeplatz einzurichten.

Es besteht noch Klärungsbedarf, ehe der Landschaftsplan VII verabschiedet wird. Hermann Gödde hat einen Vertreter der Städteregion eingeladen, das Kartenwerk im nächsten Planungs-, Bau- und Umweltausschuss am 27. Januar 2011 zu erörtern. Ab dem 1. Februar wird der Plan einen Monat lang öffentlich ausgelegt, zudem will die Städteregion Informationsveranstaltungen für Bürger anbieten. Eines steht vorab fest: Für die Entwicklung am Seezentrum „gibt es keine Einschränkungen”, sagt Thomas Pilgrim, Leiter des städteregionalen Umweltamtes: „Der Landschaftsplan legt sich nicht über den Bebauungsplan.”
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