Zeltstadt für Flüchtlinge in der Kaserne

Von: Jürgen Lange und Patrick Nowicki
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Dort, wo bisher der General der Logistiktruppen auf dem Fußballplatz großen Exerzierplatz (1) den Appell abnahm, entsteht die Erstaufnahmeeinrichtung für 500 Flüchtlinge. Sie verfügt dann über eine eigene Zufahrt (2) von der Straße „Steinfurt“ aus. Foto: J. Lange
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Dort, wo bisher der General der Logistiktruppen auf dem Fußballplatz große Exerzierplatz (1) den Appell abnahm, entsteht die Erstaufnahmeeinrichtung für 500 Flüchtlinge. Sie hat dann eine eigene Zufahrt (2) von der Straße „Steinfurt“ Foto: J. Lange

Stolberg/Eschweiler. Auf dem Appellplatz der Donnerberg-Kaserne wird eine Erstunterkunft für 500 Flüchtlinge eingerichtet. Dies teilten die Städte Stolberg und Eschweiler am Mittwoch mit. In Kooperation mit der Bezirksregierung in Köln und der Bundeswehr sei es gelungen, eine Lösung zu finden, heißt es.

Betreiber der Unterkunft der Bezirksregierung soll das Deutsche Rote Kreuz in der Städteregion sein. Die Bürgermeister Dr. Tim Grüttemeier (Stolberg) und Rudi Bertram (Eschweiler) haben sich in den vergangenen Monaten immer wieder dafür eingesetzt, das Gelände der Kaserne zu nutzen. Wann die ersten Flüchtlinge dort eintreffen werden, steht derzeit noch nicht fest.

Dank an die Bundeswehr

Die erforderlichen Gespräche mit den beteiligten Behörden wurden seit einigen Wochen geführt, teilen die beiden Städte mit. Die Standortverwaltung der Bundeswehr signalisierte bereits vor einiger Zeit ihre generelle Bereitschaft, das Gelände am Appellplatz für eine Flüchtlingsunterbringung nutzbar zu machen. „Der Bereich verfügt über eine eigene Zufahrt von der Steinfeldstraße aus“, sagte Oberstleutnant Helmut Frenken. Der militärisch weiter genutzte Bereich der Kaserne werde dann mit einem Zaun von der Erstaufnahmeeinrichtung abgetrennt, so der Presseoffizier der Aachener Truppenschule.

Am Montag stimmte die Bezirksregierung in Köln dem Vorschlag zu. Damit ist auch die Übernahme der Kosten zur Errichtung einer Unterkunft in Leichtbauweise verbunden. Die Vorbereitungsarbeiten laufen schon auf Hochtouren. Das Gelände soll in einem ersten Schritt ausparzelliert werden. Damit soll gesichert werden, dass der Kasernenbetrieb störungsfrei weitergehen kann, wenn dort die Menschen untergebracht sind. Im nächsten Schritt werden die Gemeinschaftsunterkünfte mit der erforderlichen Infrastruktur errichtet. Noch in diesem Jahr soll die Erstaufnahmeunterkunft ihren Betrieb aufnehmen.

„Die beiden Städte haben sich die Aufgaben aufgeteilt“, sagte Grüttemeier. „Wir leisten für die Bezirksregierung Unterstützung bei der Einrichtung der und der Infrastruktur für ihre Unterkunft“. Kanalisation, Umzäunung, Catering sind einige Beispiele für die logistische Unterstützung durch die beiden Kommunen. Erste Begehungen und Bodenuntersuchungen sind bereits erfolgt.

„Wir danken der Bundeswehr ausdrücklich für ihre Unterstützung“, so Stolbergs Bürgermeister weiter. Noch im August hatte Schulkommandeur Brigadegeneral Ralf Lungershausen aufgrund der Vorgaben des Bundesverteidigungsministeriums der Bitte von Stolberg und Eschweiler um Unterstützung noch nicht Folge leisten können. Angesichts des anhaltenden Zustroms von Flüchtlingen ist auch die Hardthöhe zunehmend bemüht, vor Ort Unterstützung zu gewähren.

„Keine weiteren Sporthallen“

Die Inbetriebnahme der Erstunterkunft in der Kaserne nährt in den beiden Rathäusern die Hoffnung, auf absehbar an Vicht und Inde keine weiteren öffentlichen Einrichtungen zur Verfügung stellen zu müssen. Die beiden bisherigen Erstaufnahmeeinrichtungen in der Stolberger Propst-Grüber-Schule auf der Liester und in der Turnhalle des Berufskollegs am Obersteinfeld sowie in der Sporthalle Jahnstraße in Eschweiler bleiben vorerst erhalten. Die dort freiwerdenden Stellen, die bei der Zuweisung von Flüchtlingen an andere Kommunen entstehen, sollen vorerst jedoch nicht neu besetzt werden. So wolle man die Belegung reduzieren.

„Mit den auf dem Gelände der Donnerberg-Kaserne neu geschaffenen Unterbringungsmöglichkeiten und den zusätzlichen freien Kapazitäten in den bisherigen Erstaufnahmeeinrichtungen ist gewährleistet, dass auch längerfristig keine weiteren Sportstätten für die Unterbringung zugeführter Flüchtlinge genutzt werden müssen“, teilen die beiden Kommunen mit.

Einschränkungen für Sport- und Kulturveranstaltungen könne man hierdurch in Stolberg und Eschweiler weitestgehend vermeiden. In seiner Sitzung am gestrigen Mittwoch wurde der Rat der Stadt Eschweiler über das abgestimmte Vorgehen informiert. Die Kommunalpolitiker in der Kupferstadt Stolberg sollen auf der Ratssitzung am 3. November weitere Informationen erhalten.

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