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Workshop „Regionale Energiewende“ zeigt Potenziale auf

Von: Rolf Hohl
Letzte Aktualisierung:

Städteregion. Die Zukunft der erneuerbaren Energie ist auch in der Städteregion eine Gleichung mit vielen Unbekannten. Sie deswegen gar nicht erst anzugehen, ist jedoch keine Option.

Mehr als 80 Vertreter aus Wissenschaft, Verwaltung und Wirtschaft haben sich deshalb zu einem Workshop im Haus der Städteregion zusammengefunden, um über Potenziale der umweltfreundlichen Energiegewinnung zu diskutieren.

Zum Thema „Regionale Energiewende Aachen 2030“ wurde dabei nicht nur auf die Zukunft geschaut, sondern zwischendurch auch immer wieder das aktuelle Meinungsbild der Teilnehmer abgefragt. Etwa bei der Frage, ob die Städteregion eine Vorreiterrolle bei der Energiewende einnehmen sollte. Die große Mehrheit stimmte dem zu. In einigen Bereichen werde die Region diesem Selbstverständnis jetzt schon gerecht, sagte Simon Jenniches vom Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung. „Wir sehen viele innovative Entwicklungen wie die Batteriegroßspeicher M5BAT oder das Elektrofahrzeug Streetscooter.“

In der Hauptsache ging es jedoch um die künftige Art der Stromerzeugung. Dabei räumte die Mehrheit der Anwesenden der Photovoltaik und der Windenergie einen hohen Stellenwert ein, Biomasse hingegen hielten die meisten für weniger wichtig. Das deckte sich mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen des Forschungsinstituts für Ökosystemanalyse und -bewertung an der RWTH (Gaiac), die von Fred Lennartz vorgestellt wurden. Demnach ist die Städteregion die beste Windregion in ganz NRW und auch für die Nutzung von Photovoltaik bestens geeignet.

2,6 Prozent Konzentrationszone

„Etwa 2,6 Prozent der Fläche der Städteregion sind sogenannte Windkonzentrationszonen, auf denen Windkraftwerke errichtet werden könnten“, sagte Lennartz. Würde dieses Potenzial voll ausgeschöpft werden, so käme man theoretisch auf einen Windkraftanteil von über 30 Prozent an der gesamten Stromproduktion im Jahr 2030. Weil aber nicht voraussehbar sei, wie sich der Stromverbrauch entwickeln wird, könnten es am Ende auch nur 13 Prozent sein.

Ein ähnliches Bild biete sich bei der Nutzung von Sonnenenergie. „Wenn alle 120.000 möglichen Dächer mit Solaranlagen zugebaut werden würden, kämen wir auf einen Anteil von etwa 23 Prozent.“ Dazu würden noch einmal etwa 15 Prozent durch die maximale Nutzung von Solarparks auf Freiflächen kommen. Soweit die Theorie, aber realistisch seien gerade einmal 1,5 bis vier Prozent Anteil durch Sonnenenergie, erklärte Lennartz.

Immerhin konnten die Teilnehmer doch einige gesicherte Erkenntnisse aus dem Workshop mit nach Hause nehmen. Die Voraussetzungen für den Ausbau erneuerbarer Energien sind sehr gut in der Städteregion. Wie groß aber letztlich ihr Anteil werden wird, hängt zu einem entscheidenden Teil davon ab, wie viel Strom in Zukunft verbraucht wird. In dieser Hinsicht kann jeder jetzt schon seinen Beitrag leisten.

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