Werner Pfeil: „Ich beiß mich gerne durch, ich bin so jemand“

Von: Jutta Geese
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Überzeugter Europäer: Schon während des Studiums hat sich Dr. Werner Pfeil intensiv mit dem Thema grenzüberschreitende Zusammenarbeit beschäftigt. In der Städteregion passiert da zu wenig, sagt er. Foto: J. Geese

Städteregion. Aufgeben, nur weil andere noch immer in Kategorien wie „Geht nicht, weil ...“ denken statt wie er nach flexiblen, pragmatischen Lösungen für ein sinnvolles politisches Projekt zu suchen, ist seine Sache nicht. Auch wenn es Jahre dauert, bis er ans Ziel kommt.

Wenn Dr. Werner Pfeil von einer Sache überzeugt ist, kann der Liberale ganz schön hartnäckig sein. Und geduldig zugleich. Schließlich bezeichnet sich der 48-jährige Volljurist, der als Fachanwalt für Miet-, Bau- und Architektenrecht in Stolberg in einer Bürogemeinschaft mit sechs Kollegen zusammenarbeitet, als Teamplayer – und als solcher schreitet er zwar durchaus auch gerne voran, achtet aber darauf, andere mitzunehmen.

Hartnäckig hält der überzeugte Europäer – grenzüberschreitende Zusammenarbeit hat ihn schon während seines Studiums interessiert, promoviert hat er über das Europarecht – daher an seiner Vision fest, die er bei seiner Kandidatur für fünf Jahren um den Posten des Städteregionsrates so formuliert hatte: „Mein Ziel ist, die Städteregion mit den Berufskollegs, den Kammern und den Hochschulen zur ersten grenzüberschreitenden, mehrsprachigen Ausbildungs-, Wirtschafts- und Wissenschaftsregion zu entwickeln.“

Da ist die Städteregion seiner Ansicht nach noch nicht wirklich weitergekommen. „Da muss mehr passieren“, fordert er. Vor allem, um „das Hindernis Nummer eins, die Sprachbarriere“ zu beseitigen. Von der Grundschule über die weiterführenden Schulen und die Berufskollegs bis hin zum Studium müsse die Zwei-, besser noch die Dreisprachigkeit gefördert werden.

Pfeil träumt davon, dass euregionale Berufsfachschulen eingerichtet werden und Berufsausbildungen grenzüberschreitend anerkannt werden. Denn nur dann könne man einen echten euregionalen Arbeitsmarkt aufbauen, sagt er. „Da kann mir die IHK hundert Mal sagen, das geht nicht, weil das System in den Niederlanden und Belgien ein anderes ist als bei uns. Na und? Dann müssen wir sehen, wie wie es flexible regeln und notfalls bei Land und Bund Sondergenehmigungen bekommen. Ich beiß‘ mich da gerne durch, ich bin so jemand“, sagt er. Von wegen „Geht nicht, weil ...“! In fünf Jahren soll und muss die Städteregion da besser aufgestellt sein, sagt er.

Dass gute schulische oder kulturelle Projekte einschlafen, sobald die Förderung ausläuft, ärgert Pfeil immer wieder. Es fehle die Nachhaltigkeit, bedauert er. Pfeil setzt darauf, dass „bessere Bildung zu besseren Arbeitsplätzen und zur Entlastung der Sozialsysteme“ führt. Was letztlich dann auch den Kommunen zugute komme.

Natürlich habe die Städteregion ein finanzielles Problem, sagt er. „Deshalb fordern wir ja auch schon seit langem, dass sich die Verwaltung einer echten Aufgabenkritik durch eine unabhängige Untersuchung stellt. Dabei werden sicher Einsparpotenziale entdeckt. Dabei rede ich nicht von Personalabbau“, betont der Liberale.

Positive Effekte verspricht er sich beispielsweise davon, mal alle städteregionalen Immobilien, eigene und angemietete, auf den Prüfstand zu stellen. Dranbleiben will er an diesen Themen, verspricht Pfeil. „Das macht mir Spaß“, sagt der gebürtige Stolberger, der in Würselen lebt.

Spaß macht ihm auch die Parteiarbeit. Pfeil hat rasch Karriere bei den Liberalen gemacht, zu denen er Anfang der 1990er Jahre stieß. Seit 2009 ist er FDP-Chef im Altkreis Aachen. Kommunalpolitisch wurde er gleich auf Kreisebene aktiv, zunächst als sachkundiger Bürger, seit 2004 dann als Kreistags- bzw. jetzt als Städteregionstagsmitglied.

Spaß macht ihm auch sein Ehrenamt als Präsident des Aachener Karnevalsvereins (AKV). „Das ist ja nicht nur Karneval, sondern mit der Sammlung Crous auch Stadtgeschichte“, betont Pfeil. Und wie in der Politik sei auch im Karneval eines ganz entscheidend: „Man muss ein Teamplayer sein, um Mehrheiten zu finden.“

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