Simmerath - Wenn die Wechseljahre zur großen Belastung werden

Wenn die Wechseljahre zur großen Belastung werden

Von: ath
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Simmerath. Zweimal im Leben jeder Frau hat die Natur eine komplette Hormonumstellung vorgesehen.

Ist das in der Pubertät noch mit dem Stolz verbunden, nun eine vollwertige Frau zu werden, so sind die Gefühle in den Wechseljahren meist eher gemischt. Mit der nachlassenden Östrogenproduktion werden Frauen in eine neue Kategorie eingeteilt: die, der nicht mehr gebärfähigen, folglich also auch nicht mehr jungen Frauen. Die Kinder werden langsam flügge, Familiensituation und Aufgaben ändern sich. Bei Zweidrittel aller Frauen kommen außerdem körperliche und seelische Beschwerden dazu, bei einem Drittel so belastend, dass sie Hilfe bei ihrem Frauenarzt suchen.

Für Dr. Hartmut Wiechmann, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie am St.-Brigida-Krankenhaus Simmerath, ein sensibles Thema mit vielen zu berücksichtigten Facetten. „Eigentlich ist das ein ganz natürlicher körperlicher Prozess, doch Frauen wollen und sollen heute länger jung und aktiv bleiben. Außerdem leben sie dank gestiegener Lebenserwartung meist noch 30 Jahre nach ihrer letzten Regelblutung im Hormonmangel”, erläutert er die Situation. Da stelle sich dann schon die Frage, ob da nicht doch Handlungsbedarf bestehe.

Das weibliche Geschlechtshormon Östrogen ist dazu da, den Körper einer Frau für eine Schwangerschaft fit zu halten. Ist dies von der Natur nicht mehr vorgesehen, fällt der Östrogenspiegel rapide ab, was zu den unterschiedlichsten Begleitsymptomen führen kann: Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen, Depressionen, nervöse Beschwerden, Gewichtzunahme, aber auch Osteoporose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Was man tun kann und was im Einzelfall sinnvoll ist, sollte eine Frau mit ihrem Frauenarzt klären. „Man kann vieles selbst tun, zum Beispiel weniger Tee und Kaffee trinken, auf eine gesunde mediterrane Ernährung achten, mit dem Rauchen aufhören oder sich mehr bewegen”, sagt Wiechmann. Man könne auch Medikamente geben, etwa Soja- oder Silberdistelpräperate, um die Beschwerden zu lindern.

Individuelle Beratung

Außerdem gebe es natürlich die Möglichkeit der Hormonersatztherapie. Die werde nach wie vor wegen ihrer möglichen Risiken heiß diskutiert: Gewichtszunahme, erhöhtes Risiko für Thrombose, Brustkrebs oder Herzinfarkt. Auf der anderen Seite seien Hormone eine wichtige Säule bei der Osteoporosebehandlung, weil sie dem Abbau der Knochendichte entgegenwirken. Die Diskussionen über das Für und Wider der Hormonersatztherapie seien noch nicht abgeschlossen. „Wichtig ist eine individuelle Beratung und Medikation, nach der Devise âSo niedrig, wie möglich und so kurze Zeit, wie nötig´”, erklärt der Frauenarzt. Man dürfe die Therapie weder verdammen noch glorifizieren, sondern müsse ihren Einsatz vom individuellen Fall abhängig machen und Vorteile und Risiken abwägen. „Man sollte die Hormonersatztherapie ansehen wie ein Medikament, das gut durchdacht und wohldosiert eingesetzt wird, so wie andere Hormone, wie Insulin und Schilddrüsenhormone, auch”, betont Dr. Wiechmann.

Telefonaktion am Mittwoch

Den Fragen rund um die Möglichkeiten und Risiken der Behandlung in den Wechseljahren stellt sich am Mittwoch, 20. Januar, im Rahmen unserer Telefonaktion „Leser fragen - Ärzte antworten” Dr. Hartmut Wiechmann (Bild), Chefarzt der Klinik für Gynäkologie am St.-Brigida-Krankenhaus in Simmerath.

Die Telefonnummer, unter der unsere Leserinnen dem erfahrenen Frauenarzt zwischen 16 und 18 Uhr Fragen rund um die Wechseljahre sowie Möglichkeiten und Risiken der Behandlung stellen können, geben wir am Mittwoch bekannt.
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