Wenn der Schulbegleiter im Lernalltag Orientierung gibt

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Schulbegleiter Samuel Hodiamont gibt praktische Hilfestellungen im Unterricht und in den Pausen. Foto: Birgit Triesch

Aachen. Heute ist der „Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung“, der jährlich am 5. Mai europaweit stattfindet. Aktionen und Diskussionsrunden rücken die Gleichstellung behinderter Menschen in den Fokus der Öffentlichkeit.

Ein wesentlicher Aspekt ist dabei das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung. Trotz positiver Erfahrungen führte Inklusion an Regelschulen lange ein Schattendasein. Dabei stehen Schulbegleiter Kindern mit körperlicher, seelischer oder geistiger Behinderung zur Seite, die aufgrund von Sinnesbeeinträchtigungen oder Verhaltensauffälligkeiten den Schulalltag nicht alleine bewältigen können.

In Aachen gibt es bei den Maltesern, dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) und dem Jugendamt gleich mehrere Anlaufstellen. Zu den Mitarbeiterinnen des Familienunterstützenden Dienstes (FUD) beim DRK gehören Diana Stiemke und Silke Hoff-Richter. Zu ihrem Aufgabenbereich gehört die Koordination zwischen Schulbegleiter und Familien in der Städteregion.

„Oftmals unterstützen wir bei Fragen rund um die Antragsstellung und suchen den passenden Schulbegleiter für das jeweilige Kind“, betont Stiemke. Derzeit sind allein vom DRK rund 30 Schulbegleiter an 20 Schulen von der Grundschule bis zum Gymnasium m Einsatz, etwa an der Gemeinschaftsgrundschule Pannesheide in Herzogenrath.

Samuel Hodiamont ist einer von zehn Schulbegleitern an dieser Schule und unterstützt einen achtjährigen Grundschüler mit einer emotionalen-sozialen Beeinträchtigung, den Schulalltag zu meistern. In den kommenden Schulstunden gibt er Hilfestellungen bei feinmotorischen Schwierigkeiten, und auch die Konzentration fällt dem Grundschüler nicht immer leicht.

Prinzipiell gilt es für Samuel Hodiamont, den Schulalltag des Kindes zu strukturieren und zu organisieren, die Aufgaben in der Schule gemeinsam zu bearbeiten und den Schüler in seiner Selbstständigkeit und seinem Selbstvertrauen zu fördern. „Vieles funktioniert schon richtig gut, aber es gibt auch hin und wieder Rückschläge – das ist oft von der Tagesform abhängig. In solchen Momenten bestärke ich das Kind und kompensiere negative Gefühle mit einer positiven Belohnung, zum Beispiel die Matheaufgaben am PC zu lösen“, berichtet Hodiamont.

In diesen Momenten erhält er viele Freiräume von Klassenlehrerin Eva Degen. „Kinder reagieren in bestimmten Phasen individuell, und oftmals muss der Schulbegleiter sein Konzept schnell umwerfen, um ans Ziel zu gelangen“, sagt Degen. Auch in den Pausen besteht ein enger Kontakt zwischen dem Schüler und seinem Schulbegleiter. Dabei unterstützt Hodiamont den Jungen, Kontakte zu Mitschülern zu knüpfen.

„Die soziale Komponente ist hier wichtig: Wie gehe ich mit anderen Kindern um? In Konfliktsituationen stehe ich ihm mit Ratschlägen zur Seite und greife unter Umständen auch bei der Regeleinhaltung ein“, erklärt Hodiamont. Damit alles reibungslos verläuft, stehen der Schulbegleiter, die Klassenlehrerin, die Eltern des Schülers und die Koordinatorinnen des FUD, Diana Stiemke und Silke Hoff-Richter, im ständigen Austausch.

„Die Chemie zwischen Familie, Schüler und Schulbegleiter muss stimmen! Dafür organisieren wir vorab Kennenlern-Termine mit Familie und Schulbegleiter. Schließlich begleitet er den Schüler bei allen Schulaktivitäten, einschließlich der Ausflüge und Klassenfahrten, wenn es rechtzeitig angemeldet und bewilligt wird“, erklärt Diana Stiemke.

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