Wenn der Gastwirt zum Imperator wird

Von: Stephan Mohne
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Eigentlich Gastwirt: Ralf Sommer wird zum Imperator. Foto: Vogel
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15 Dezember 2015 Starwars Moritz u Sebastian stürzt Rainer Tiegel © dmp, ,
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Für den Ansturm gerüstet: Moritz und Sebastian Stürtz erwarten im Cinekarree Aachen und Cinetower Alsdorf die Star-Wars-Fans. Foto: Roeger

Aachen. Ralf Sommer ist im normalen Leben der Herr über den Zapfhahn. Denn in diesem normalen Leben ist er Gastwirt, führt in Eilendorf die Gaststätte „Zum Treppchen“. Doch der 49-Jährige führt noch ein zweites Leben.

Dann schlüpft er in die Rolle des Imperators und tauscht Eilendorf gegen das „Star Wars“-Universum. Seine Gaststätte an der Urbanstraße wird einmal im Monat zum Schauplatz illustrer Persönlichkeiten aus einer anderen Galaxie.

Da fachsimpelt dann auch schon mal Darth Vader mit Han Solo oder Chewbacca mit Luke Skywalker, da trifft man Jedi-Ritter neben Stormtroopern. Denn an jedem ersten Samstag im Monat kehrt im „Treppchen“ der Aachener Star-Wars-Stammtisch ein, der mittlerweile Fans aus der ganzen Region und auch darüber hinaus anzieht.

Ausstellung, bevor es losgeht

Gegründet wurde der Stammtisch offiziell am 4. Mai 2014, der zum „Star-Wars-Day“ ausgerufen worden war. Gastwirt Ralf Sommer wollte da auch nicht außen vor sein und entschied sich schließlich für die Rolle des Imperators.

Auch Mittwochabend wird er der Imperator sein. Schließlich ist für alle „Star Wars“-Fans kurz nach Mitternacht ein absoluter Höhepunkt: Die Deutschlandpremiere von „Star Wars Episode 7 – Das Erwachen der Macht“ steht auf dem Programm. Der Stammtisch wird schon deutlich früher im Cinekarree auflaufen – natürlich komplett in Montur. „Die Kinobetreiber stellen uns einen Tisch zur Verfügung, wo wir unsere Ausstellungsstücke zeigen können“, sagt Sommer. Das startet um 20.30 Uhr.

Um 23 Uhr geht es dann so langsam ab in ferne Galaxien. Im Kino beginnt ein Vorprogramm zur Filmpreview, die mit zwei Vorstellungen um 0.01 Uhr starten wird. Und danach wird es dann „Star Wars“-mäßig heftig, denn dann wird die Aachener Kinolandschaft in weiten Teilen fest in „Star Wars“-Hand sein. „Wir haben für Aachen und Alsdorf bisher 11.000 Tickets verkauft“, erzählt Sebastian Stürtz, dessen Familie die beiden Cineplexx-Kinos in Aachen und Alsdorf wie auch das „Eden“ und das „Capitol“ betreibt.

168 Vorstellungen sind bisher geplant, Beispiel Samstag: 15 Vorstellungen, zwölf in 3D, drei in 2D, dazu im „Eden“ die Originalversion. 15.000 Tickets sind insgesamt für die Vorstellungen noch zu haben. Gespielt wird der Film in den größten Sälen ungefähr im 45-Minuten-Takt. In Alsdorf wird noch eine große Lichtanlage eigens für den Film aufgepeppt.

Da könnte man vermuten, dass es vor den Kinotüren zugeht wie an jenem 2. Februar 1978. Da wollten nämlich auch alle „Star Wars“ sehen – damals den allerersten Film „Krieg der Sterne“, der heute als „Episode IV“ firmiert. Die Kinofans standen sich am „Elysee“ die Beine in den Bauch, die Schlange reichte phasenweise bis zum Elisenbrunnen. Doch mit solchen Szenarien rechnet Sebastian Stürtz nicht.

Man habe schließlich vorgesorgt. Mehr Personal ist da, es gibt zusätzliche Ticketautomaten. „Wenn man so lange wie wir Kinos betreibt, kann man sich bei Prognosen immer mal vertun“, erzählt er. Doch das werde bei diesem Film garantiert nicht so sein: „Da weiß man, dass es knallt.“

Keine Sicherheitsbedenken

Natürlich werden zur Premiere viele Fans in Kostümen anrücken. In diesem Zusammenhang hat die Gewerkschaft der Polizei dieser Tage gewarnt, keine Waffenattrappen mitzunehmen, weil das für einige Nervosität bei den Sicherheitskräften sorgen könne. Doch auch da ist Stürtz entspannt: „Wenn, dann sind vor allem Laserschwerter dabei. Das dürfte wohl kein Problem darstellen.“ Und wenn doch etwas Sicherheitsrelevantes dabei wäre, würde man dies ansprechen.

„Star Wars“ ist nicht nur im Kino ein Thema. Ein riesiger Hype um Fanartikel, Bücher, Kostüme und vieles mehr ist ins Rollen gebracht worden. Jede Menge dieser Dinge gibt es beispielsweise bei Rainer Thienel. Er betreibt den Comicladen „Bäng Bäng“ an der Wirichsbongardstraße. 167 verschiedene „Star Wars“-Artikel finden sich alleine auf seiner Homepage. „Das ist natürlich auch bei uns ein großes Thema“, sagt er.

In seinem Laden sieht man das eindrucksvoll. Weltweit soll der Verkauf von „Star Wars“-Artikeln alles toppen, was es bisher gab. Und man muss kein Prophet sein, um zu mutmaßen, dass das auch so kommt. Schließlich hat es auch noch nie einen derartigen Run auf Kinokarten im Vorverkauf gegeben.

Wie viele davon wird Ralf Sommer kaufen? „Also, zwei Mal werde ich mir den Film bestimmt anschauen. Vielleicht auch drei Mal“, sagt der Imperator und fügt hinzu: „Vielleicht auch noch öfter.“

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