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Weniger Tote und Verletzte auf der Straße

Von: René Benden
Letzte Aktualisierung:
Motorradunfall
In der Nordeifel mit den Gemeinden Roetgen, Monschau und Simmerath gab es im zurückliegenden Jahr keinen tödlichen Motorradunfall.

Aachen. 21.369 Unfälle registrierte die Polizei in der Städteregion Aachen im zurückliegenden Jahr. Das waren rund sechs Prozent mehr als noch 2014. Doch abgesehen von dieser schlechten Tendenz, zeigte sich Polizeipräsident Dirk Weinspach zufrieden mit der Unfalljahresstatistik 2015.

Denn: Die Zahl der Toten und Verletzten ist teilweise deutlich zurückgegangen. Insofern sind die Straßen der Städteregion sicherer geworden. Das sieht auch der Polizeipräsident so und lobte vor allem die Arbeit der Beamten auf der Straße. „Die zahlreichen Einsätze der Kollegen vor Ort haben gewiss ihren Beitrag dazu geleistet, dass wir alles in allem eine gute Bilanz ziehen können“, sagte Weinspach.

4000 Kontrollen

Fünf Menschen starben im Jahr 2015 im Straßenverkehr der Städteregion. Das waren drei weniger als 2014. Die Zahl der schwer verletzten Personen ging um 7,2 Prozent zurück. Besonders erfreulich ist der deutliche Rückgang von Unfällen mit Kindern auf dem Schulweg (- 38,5 Prozent).

Insgesamt ging die Anzahl der Unfälle mit Kindern um fast 20 Prozent zurück. Das liege einerseits daran, dass die Polizei im vergangenen Jahr beinahe 4000 Geschwindigkeitsmessungen in so genannten schutzwürdigen Zonen wie Schulen und Kindergärten gemacht hat. „Andererseits stellen wir auch fest, dass Rückhaltesysteme wie Kindersitze in Autos inzwischen weitestgehend Standard sind. Dadurch sinkt die Gefahr einer Verletzung deutlich“, sagte Helmut Lennartz, der Leiter der Direktion Verkehr.

Bemerkenswert auch, dass es in der Nordeifel in den Gemeinden Roetgen, Monschau und Simmerath im zurückliegenden Jahr keinen tödlichen Motorradunfall gab. In der Gemeinde Simmerath konnte gar ein deutlicher Rückgang der Gesamtzahlen der Unfälle mit Motorradfahrern verzeichnet werden. Vor allem Simmerath hatte im vergangenen Jahr viel Energie in den Dialog zwischen Gemeinde, Bewohnern, Motorradfahrern und Polizei gesteckt.

Dass die guten Zahlen auf diesen Dialog zurückzuführen sind, bezweifelt Lennartz aber. „Wenn man sich ansieht, wie sich einige Akteure auf der Straße dort verhalten, ist es wohl mehr Zufall, dass die Motorradfahrer in Simmerath so gut weggekommen sind.“

Vielleicht spielte Lennartz damit auch auf den unrühmlichen Spitzenreiter bei den Geschwindigkeitsübertretungen im Jahr 2015 an. Ein Motorradfahrer wurde in der Nordeifel in einer 50er Zone mit 137 Stundenkilometern erwischt. Ergebnis: Zwei Punkte, 680 Euro Bußgeld und drei Monate Führerscheinentzug. Nicht genug, wenn es nach Lennartz geht.

„Wenn wir es ernst meinen, dass jeder Verkehrstote zu viel ist, wenn wir sehen, dass Hauptgrund für Unfälle nicht angepasste Geschwindigkeit ist, muss man die Lücken in unserem Ahndungssystem konsequent schließen.“ Als positive Beispiele nennt Lennartz Holland und Belgien. „Ich stelle dort ein anderes Fahrverhalten fest, weil die Behörden dort viel konsequenter durchgreifen können.“

Problem Smartphone

Für 2016 will sich die Polizei vermehrt um Verkehrssünder kümmern, die ihr Smartphone am Steuer benutzen. „Das ist ein zunehmendes Problem. Es ist zwar schwer nachweisbar, dass das Smartphone zweifelsfrei für einen Unfall verantwortlich ist“, sagte Weinspach. Es gebe aber eine wachsende Zahl von Unfällen, bei denen es naheliegend sei, dass der Fahrer durch sein Smartphone abgelenkt war.

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