Welle der Hilfsbereitschaft für syrisch-deutsche Familie

Von: Guido Jansen
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Was für eine Familie: Die Ahmads sind aus Syrien nach Aachen geflohen. Erst der eine Teil der Familie. Dann, nach dem Überwinden erstaunlich vieler bürokratischer Hindernisse, der andere Teil. Foto: Guido Jansen

Städteregion. Die Hilfsbereitschaft für die syrisch-deutsche Familie aus Aachen wird immer größer. Jetzt gab es aus Sicht der Ahmads, die 20 Flüchtlinge aus dem Kriegsgebiet in Syrien bei sich aufgenommen haben, einen entscheidenden Fortschritt. Die Städteregion und die Stadt Aachen haben der Familie volle Unterstützung bei allen behördlichen Angelegenheiten zugesagt.

Am Mittwoch hatten wir in unserer Zeitung berichtet, wie die Familie nach der selbst finanzierten und erfolgreichen Flucht von 20 Familienmitgliedern aus Syrien nach Aachen mit der Bürokratie zu kämpfen hat. Unter anderem musste die Familie jeweils 110 Euro für den Stempel unter eine Aufenthaltsgenehmigung eines Erwachsenen bezahlen und 55 Euro für Kinder.

Daraufhin kontaktierte Städteregionsrat Helmut Etschenberg die Familie. Noch am Mittwoch berief Etschenberg einen runden Tisch ein, an dem er, die Ahmads sowie Vertreter der Städteregion und der Stadt gesessen haben. Dagmar Ahmad fasste das Gespräch so zusammen: „Ich bin baff. Damit ist uns eine zentnerschwere Last von den Schultern gefallen.“ Nadine Fell von der Städteregion und Gerd Dupont aus der Stadtverwaltung stehen den Ahmads jetzt jederzeit als persönliche Ansprechpartner für eventuelle Behördengänge zur Verfügung.

Notfallnummer

„Wir haben sogar eine Notfallnummer erhalten, die wir Tag und Nacht anrufen können. Dafür sind wir wirklich sehr dankbar“, sagte Dagmar Ahmad, die die Flucht der Familienmitglieder mit ihrem Mann Mustafa koordiniert hat. Oberbürgermeister Marcel Philipp betonte, dass Aachen sich als weltoffene Stadt verstehe. „ Menschen in Not können selbstverständlich auf unsere Hilfe zählen“, sagte Philipp.

Zudem setzte Etschenberg einen Brief an NRW-Innenminister Ralf Jäger auf, in dem er darauf hinwies, dass die Flüchtlingshilfe des Landes besser koordiniert sein müsse. Das Land hatte Ende vergangenen Jahres verkündet, dass es 1000 Flüchtlinge aus Syrien aufnimmt, wenn Angehörige für Transport und Unterkunft sorgen. Am Fall der Familie Ahmad wurde deutlich, dass bisher hinter dem Beschluss kein einheitliches Konzept steht, wie die Flüchtlinge hier unterstützt werden können.

Zudem warb Etschenberg dafür, an „Menschen helfen Menschen“ (Sparkasse Aachen, IBAN: DE 17 3905 0000 0000 776666, Stichwort: Syrien) zu spenden, das Hilfswerk unserer Zeitung, das die Familie unterstützt. Der Städteregionsrat dazu: „Ich selbst unterstütze die Aktion, weil diese Hilfe wirklich bei den Bedürftigen ankommt.“

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