Weichen sollen auf Zukunft gestellt werden

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:
14122538.jpg
Bei der Digitalisierung sieht sich die Städteregion vor allem in einer koordinierenden Rolle. Darüber hinaus hat sie aber auch verwaltungsinternen Handlungsbedarf ausgemacht. Foto: Imago/Science Photo Library

Städteregion. Die Mitglieder des Schulausschusses haben in den vergangenen Monaten mit so manch hitziger Debatte auf sich aufmerksam gemacht. Und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sie das am kommenden Donnerstag wieder tun werden. Denn dann steht die „Gute Schule 2020“ auf der Tagesordnung. Das Thema hatte Mitte Februar schon im Städteregionsausschuss für Diskussionen gesorgt.

Damals hatte die Verwaltung eine Liste vorgelegt mit Vorschlägen, was die Städteregion mit den Geldern aus dem Landesförderprogramm machen könnte. Von Digitalisierung war da wenig zu lesen gewesen, was vor allem die FDP auf die Palme brachte.

Die Freien Demokraten halten es mit der grünen NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann und fordern, dass die bis 2019 in der Summe immerhin 12,77 Millionen Euro vor allem in die Digitalisierung von Schulen investiert werden. Angesichts der zum Teil sehr deutlichen Kritik beeilte sich Finanzdezernent Axel Hartmann im Städteregionsausschuss dann auch zu betonen, dass er lediglich habe aufzeigen wollen, was alles möglich sei.

Während man also gespannt sein darf, wie das Meinungsbild zur „Guten Schule 2020“ am Ende aussehen wird, herrscht bei der grundsätzlichen Bewertung des Themas Digitalisierung Einigkeit in der städteregionalen Politik und Verwaltung. Gerade erst hat der Ausschuss für Wirtschaft und Wissenschaft seine geschlossene Zustimmung für eine „digitale Strategie“ erteilt.

Mit ihr soll sichergestellt werden, dass das „Megathema Digitalisierung“, wie es Markus Terodde sagt, auch in und von der Städteregion angemessen berücksichtigt wird. „Wir wollen die Chancen der Digitalisierung nutzen“, kündigt der Dezernent an und verweist beispielhaft auf die Mitgliedschaft der Städteregion in der 2016 gegründeten Initiative „DigitalHub Aachen“.

Terodde sieht die Digitalisierung als ein „Querschnittsthema“, das zukünftig in drei Bereichen interdisziplinär bearbeitet werden soll. Ein ganz wesentlicher ist die flächendeckende Breitbandversorgung als Grundlage der Digitalisierung. Hier will die Städteregion in ihrer übergeordneten Rolle vor allem als Koordinator auftreten, um das kurzfristige Ziel von einer Versorgung mit 50Mbit/Sekunde bis 2019 gemeinsam mit den zehn regionsangehörigen Kommunen erreichen zu können. Längerfristig soll eine Übertragungsgeschwindigkeit von „weit über 50 Mbit pro Sekunde“ (Terodde) durch einen weiteren Ausbau des Glasfasernetzes erreicht werden.

Den zweiten Bereich sieht die Verwaltung in der Sensibilisierung der Unternehmen für die Chancen der Digitalisierung. Der Fokus soll vor allem auf dem ländlichen Raum liegen. „Weil gerade dort die Nutzung der digitalen Möglichkeiten zur Verbesserung der Lebensqualität und zur Sicherung der Daseinsvorsorge eine besondere Rolle spielen“, argumentiert Markus Terodde. Eine entsprechende Veranstaltungsreihe, die noch in diesem Jahr starten soll, ist in Vorbereitung. Gespräche führt die Städteregion laut Terodde unter anderem mit der IHK, den Hochschulen, dem „DigitalHub Aachen“ und dem „Kompetenzzentrum Digital in NRW“.

Nicht zuletzt will die Städteregion auch die Digitalisierung der eigenen Verwaltung forcieren. Das entspricht nicht nur dem Zeitgeist, sondern auch den gesetzlichen Vorgaben, wie sie der Deutsche Bundestag mit der Verabschiedung des sogenannten E-Government-Gesetzes geschaffen hat. Kernpunkte sind unter anderem die Verpflichtung der Verwaltung zur Eröffnung eines elektronischen Kanals, zur Einführung der elektronischen Aktenführung sowie zur Erleichterung bei der Erbringung von elektronischen Nachweisen und der elektronischen Bezahlung in Verwaltungsverfahren.

„Wir sind derzeit dabei, die Vorgaben mit den Fachämtern zu prüfen“, berichtet Markus Terodde. Unabhängig von den konkreten Ergebnissen sei aber vollkommen klar, dass die digitalen Möglichkeiten auch für die städteregionale Verwaltung zukünftig „eine entscheidende Rolle spielen werden“, um Abläufe zu verbessern und die Kommunikation mit den Bürgern zu vereinfachen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert