Aachen - Wegen der Krise boomt das Geschäft

Wegen der Krise boomt das Geschäft

Von: Jutta Geese
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Trend zum Eigenheim: Ob Neubau, wie auf unserem Bild in Würselen-Morsbach, oder Altbau - die Nachfrage nach Wohnimmobilien ist schon zu Beginn des Jahres 2010 groß. Experten erwarten dennoch, dass die Preise im Vergleich zum Vorjahr stabil bleiben werden. Foto: Stefan Schaum

Aachen. Die Krise auf dem Finanzmarkt beschert dem Immobilienmarkt einen Aufschwung. Ob als Anlageobjekt oder selbstgenutztes Eigentum: In der Städteregion ist die Nachfrage nach Häusern in den vergangenen sechs Monaten gestiegen - und schon in den ersten Tagen des neuen Jahres zeigt sich, dass der Trend anhält.

„Das derzeit niedrige Zinsniveau und günstige öffentliche Baudarlehen erleichtern vielen Familien die Entscheidung für die eigenen vier Wände”, sagt Franz Jansen, Geschäftsführer der Sparkassen Immobilien Gesellschaft. Dementsprechend verzeichnete der Marktführer in der Region Aachen im dritten Quartal 2009 gegenüber dem Vorjahreszeitraum eine Umsatzsteigerung um 15 Prozent und im vierten Quartal um 20 Prozent. Insgesamt hat die Immobiliengesellschaft im vergangenen Jahr 560 Objekte verkauft und einen Umsatz von 90 Millionen Euro erzielt - das beste Ergebnis seit vielen Jahren.

Eine Renaissance erlebe dabei momentan die Immobilie als Kapitalanlage, stellt Jansen fest. Immerhin rund 20 Prozent des Umsatzes seines Unternehmens entfielen 2009 auf diesen Bereich. Die Nachfrage nach soliden Mietobjekten übersteige das Angebot deutlich. „Der Markt ist förmlich leergefegt”, sagt Jansen. Die Folge seien spürbare Preissteigerungen, zum Teil lägen die Kaufpreise für Mehrfamilienhäuser und gut vermietete Eigentumswohnungen um mehr als 15 Prozent über den Werten des Vorjahres.

Bei der VR-Bank Würselen dagegen sind solche Objekte eher Ladenhüter, während die Nachfrage nach Häusern zur Eigennutzung nach wie vor rege ist, sagt Fachbereichsleiter Horst Jussen. „Dabei geht der Trend Richtung Einfamilienhaus und weg von Eigentumswohnungen.” Bevorzugt würden Reihenhäuser oder Doppelhaushälften, „freistehende Häuser sind vielen zu teuer”. Und noch ein Trend ist laut Jussen erkennbar: „Gute Lagen werden immer teurer, schlechte immer billiger.” Wobei er mit „guter Lage” alle Gebiete in Richtung Aachen meint.

„Niemand will mehr in die Eifel.” Und das trotz der höheren Haus- und Grundstückspreise in Aachen und den unmittelbaren Nachbarkommunen. Anders als früher sei für viele die Nähe zu ihrer Arbeitsstelle entscheidender als der Kaufpreis. Häuser ab dem Baujahr 1990 seien besonders gefragt. Manch einer würde zwar gerne neu bauen, doch es fehle an geeigneten Baugrundstücken.

Gut zu tun hat auch Wedow-Immobilien aus Herzogenrath. „Anfang 2009 hatten wir damit nicht gerechnet”, sagt Hartmut Wedow. „Viele Kunden nennen das Stichwort Altersvorsorge als Grund für einen Hauskauf.” Doch trotz der Nachfrage rechnet Wedow - ebenso wie Jansen - mit stabilen Preisen für Einfamilienhäuser in diesem Jahr, während die Mieten steigen würden, „weil im Mietwohnungsbau nichts läuft”.

Helmut Radermacher, Verkaufsberater bei Hema-Immobilien in Eschweiler, stellt ebenfalls eine vermehrte Nachfrage nach Gebrauchsimmobilien fest. „Und erstaunlicherweise hat auch die Nachfrage nach Eigentumswohnungen wieder angezogen”, sagt er. Schwierig seien dagegen Verkauf und Vermietung von Gewerbeimmobilien, „selbst zu Dumpingpreisen”.
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