Städteregion - Vor- und Nachsorge stehen für viele Leser im Fokus

Vor- und Nachsorge stehen für viele Leser im Fokus

Von: ath
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Städteregion. Es waren vor allem Fragen zu Vorsorge und Nachsorge, die die Anrufer im Rahmen unserer Telefonaktion „Leser fragen, Ärzte antworten“ zum Thema „Darmkrebs“ beschäftigten. „In welchen Abständen sollte man zur Vorsorgeuntersuchung?“, war eine davon.

Worauf es jedoch keine allgemeingültige Antwort gibt, wie Privatdozent Dr. Christoph Dietrich, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Bethlehem Gesundheitszentrum Stolberg, der mit dem leitenden Oberarzt der Klinik, Frank Drouven am Telefon saß, erklärt. „Das ist individuell verschieden und hängt vom Befund der letzten Untersuchung ab. War eine Darmspiegelung unauffällig, reicht es, in zehn Jahren erneut zu kontrollieren. Wurden dagegen Polypen entfernt, werden die Zeiträume kürzer. Je nach Zahl, Größe und feingeweblichem Befund der entfernten Polypen liegen die Abstände zwischen einem halben und fünf Jahren.“

Wie wahrscheinlich es sei, erneut zu erkranken, hatte ein anderer Anrufer wissen wollen, bei dem die Darmkrebserkrankung bereits 13 Jahre zurückliegt. Nach einem so langen Zeitraum werde das zunehmend unwahrscheinlich. „Ein Rückfall tritt meist innerhalb von fünf Jahren nach der Erkrankung auf, wenn sich durch verbliebene Krebszellen im Körper neue Absiedlungen gebildet haben“, konnte Dr. Dietrich beruhigen.

Ein weiteres Thema waren mögliche Folgen einer Darmkrebsoperation. Die Patienten verlören immer auch Anteile des Dickdarms, erläuterten die beiden Spezialisten. Meist sei das unproblematisch, aber es könnte passieren, dass der Stuhl danach nicht mehr richtig fest werde oder es zu Stuhlinkontinenz komme. Davon seien jedoch nur wenige Patienten betroffen, und es gebe wirksame Mittel, um den Stuhl dicker zu machen, so dass Betroffene in der Regel ganz gut damit umgehen könnten.

Ein weiteres großes Thema war die Darmspiegelung (Koloskopie), neben dem Stuhltest die Untersuchung, die bei der Darmkrebsvorsorge sowie der Nachsorge zum Einsatz kommt. „Eine Anruferin hatte sich erkundigt, ob es nicht ein anderes Präparat zum Abführen im Vorfeld der Untersuchung gibt. Sie könne das Mittel, das sie da bekomme, schlecht trinken“, erzählt Dr. Dietrich. Er könne das gut verstehen, da müsse man dann nach Alternativen schauen. Zwar seien nicht alle Präparate, die es dafür gibt, gleich wirkungsvoll, doch müsse der Patient sie auch vertragen.

Gut und sorgfältig abzuführen sei vor einer Koloskopie das A und O. „Je sauberer der Darm ist, desto besser ist unsere Sicht bei der Darmspiegelung und desto eher und sicherer können wir Veränderungen erkennen.“

Dietrich empfiehlt seinen Patienten daher, sich an die Anweisungen zum Abführen zu halten, viel zu trinken (Wasser und klare Tees) und sich zu bewegen. All das verbessere das Ergebnis. Eine kleine Einschränkung gibt es für Herzpatienten, die nicht übermäßig trinken dürfen. Sie sollten sich im Vorfeld mit ihrem Hausarzt abstimmen.

Wichtig sei außerdem, da eine Darmspiegelung unter leichter Narkose gemacht werde, einzuplanen, dass man als Patient anschließend nicht selber Auto fahren darf, so ein weiterer wichtiger Hinweis der beiden Mediziner zum Thema „Darmspiegelung“. Fazit: Das ganze Drumherum ist vielleicht nicht ganz angenehm, hilft aber letztlich, einer gefährlichen Erkrankung vorzubeugen. Wie bei den meisten Krebserkrankungen gilt: Je früher sie erkannt werden, desto größer sind die Heilungschancen.

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