Voller Tatendrang, auch nach 51 Berufsjahren: Helmut Etschenberg

Von: Jutta Geese
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In Aachen geboren, in Monschau daheim: Helmut Etschenberg (CDU). Der derzeit amtierende Städteregionsrat will auch in den kommenden sechs Jahren die Städteregion als Verwaltungschef führen. Foto: Jutta Geese

Städteregion. Rente mit 67? Das ist für Helmut Etschenberg kein Thema. Er steuert das Projekt „Pension mit 73“ an. Dabei wollte er ursprünglich sogar mal mit knapp 63 seinen Schreibtisch räumen, nach damals 48 Dienstjahren in der Verwaltung.

Doch Ende 2008 warf der gebürtige Aachener und bekennende Eifeler mit Wohnsitz in Monschau auf Bitten der CDU – und mit dem Segen seiner Frau Anita – seine Lebensplanung über den Haufen und kandidierte 2009 erfolgreich für das damals neue Amt des Städteregionsrates. Und jetzt tritt Etschenberg, der am 20. Juli 67 Jahre alt wird, noch einmal an. Er steckt voller Tatendrang und hat große Lust, die Städteregion weitere sechs Jahre als Verwaltungschef zu lenken.

„Das hat auch damit zu tun, dass mir die Aufgabe seit zwei Jahren richtig Freude macht“, sagt Etschenberg. „Ich glaube, man spürt das auch, dass ich lockerer geworden bin.“ Dass es in den ersten drei Jahren des Zusammenschlusses von Stadt und damaligem Kreis Aachen zur Städteregion oft mächtig gekracht hat zwischen dem Oberzentrum und dem Umland, das „sollte man auch nicht überbewerten“, meint er. „Ob die Fusion der Sparkassen oder von Vereinen: Nirgendwo geht so etwas ohne anfängliche Reibungsverluste.“ Jetzt laufe alles in ruhigen Bahnen. Und viele hätten erkannt, dass die Städteregion ganz besonders auch Aachen stärke.

Inhaltliche Akzente hat Etschenberg, der 1963 mit 15 Jahren seine Karriere als Praktikant beim damaligen Landkreis Aachen begann, auch schon in den turbulenten ersten Jahren der Städteregion setzen können. Zuletzt etwa mit der Installation eines eigenen Amtes für Inklusion oder mit der Einrichtung einer Anlaufstelle für Unternehmer. „Aber es gibt schon noch ein paar Dinge, die ich anstoßen will – außerhalb der ganzen administrativen Dinge.“

Dazu gehört für ihn die Gründung einer internationalen Schule für die gesamte Wirtschaftsregion Aachen, die diese attraktiver für weltweit agierende Unternehmen oder Wissenschaftler machen könnte. Dazu gehören der weitere Ausbau der Elektromobilität und die Fortsetzung des sogenannten Indus­trie-Dialogs zur Sicherung und Schaffung von industriellen Arbeitsplätzen.

Dazu gehört das Thema Bildung in all seinen Facetten. Dazu gehört, junge Menschen stärker in politische Entscheidungen einzubinden. „Ich will aber keine Parteijugendlichen in den Ausschüssen haben“, betont er. „Wir müssen einen Weg finden, wie wir politisch nicht organisierte junge Leute angemessen beteiligen können. Es ist wichtig, ihnen zu zeigen, dass wir sie ernst nehmen.“

Nicht zuletzt „träume ich davon, die Region zu einem ‚Labor Europa‘ zu entwickeln“, sagt Etschenberg. Viele Ideen – auch anderer Parteien – gebe es dazu schon, etwa zur grenzüberschreitenden Bildung und Ausbildung. Und immer noch erschwerten viel zu viele kleine Hemmnisse den Alltag von Grenzgängern. „Da müssen wir mit der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien und der Parkstad Limburg nach ganz pragmatischen Lösungen suchen.“

Wer Etschenberg zuhört, wenn er über seine bisher 51 Berufsjahre und die – möglicherweise – kommenden sechs spricht, kauft ihm folgende Aussage, ohne mit der Wimper zu zucken, ab: „Ich bin in meinem Beruf aufgegangen. Zeit für Hobbys hatte ich nie.“ Seine Kinder hätten ihn früher „Mr. Tagesthemen“ genannt, weil er immer so spät nach Hause gekommen sei.

Seine Familie stehe aber auch jetzt hinter seiner Entscheidung. Mit seiner Frau könne er über alles reden. „Sie ist mein Lebenselexier“, sagt er. Mit ihr wandert er gerne durchs Venn oder die Eifel, „nur mit ihr, nicht mit Freunden“ fährt er in Urlaub. „Das ist ein kleiner, ein ganz kleiner Ausgleich für all die Zeit, die ich mit meinem Beruf verbringe.“

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