Städteregion - Viele offene Fragen zur Pflegeausbildung

Viele offene Fragen zur Pflegeausbildung

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:
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Ende offen: Noch ist nicht absehbar, wann die geplante gemeinsame Pflegeschule in Bardenberg gebaut wird und ihren Betrieb aufnehmen kann. Foto: Georg Pinzek

Städteregion. Immerhin gibt es einen kleinen Fortschritt: Nachdem der Bundestag die umstrittene Reform der Pflegeausbildung und somit die Einführung der sogenannten generalistischen Ausbildung mit den Stimmen der damaligen großen Koalition verabschiedet hat, sind die Beratungen zwischen der Städteregion und dem Rhein-Maas-Klinikum (RMK) über die Gründung einer gemeinsamen Gesellschaft wieder aufgenommen worden.

Von der angestrebten Zusammenlegung der Krankenpflegeschule des Krankenhauses und des Fachseminars für Altenpflege der Städteregion sind die beiden potenziellen Partner aber nach wie vor weit entfernt. Das haben Sozialdezernentin Edeltraud Vomberg und RMK-Geschäftsführer René A. Bostelaar im Sozialausschuss auf Nachfrage bestätigt.

Offenbar gibt es noch eine ganze Reihe von ungelösten Problemen, mit der Präsentation von Lösungen ist nach Verwaltungsangaben deshalb frühestens für Mitte nächsten Jahres zu rechnen. Die Inbetriebnahme der gemeinsamen Gesellschaft, die die Voraussetzung für eine Zusammenlegung der Pflegeausbildungsgänge ist, wird sogar erst für den 1. Januar 2019 prognostiziert. Und auch dazu gibt es noch mögliche Einschränkungen: „Ob beide Bildungsbereiche dann schon vollständig in die GmbH überführt werden können, hängt auch von einer steuerrechtlichen Prüfung ab, die insbesondere für die Bereiche des Rhein-Maas-Klinikums erforderlich ist“, gibt Vomberg zu bedenken.

Nicht nur in diesem Bereich liegt noch einiges im Argen. Gespräche zwischen der Stadt Würselen und dem Rhein-Maas-Klinikum über die Veräußerungen von Grundstücken seien bis dato ebenso wenig abgeschlossen wie die Grundsatzüberlegungen zur Schaffung und Ausgestaltung eines Neubaus, in dem die gemeinsame Ausbildungseinrichtung zusammen mit dem Amt für Altenarbeit ihren Platz finden soll.

Zumindest gibt es laut René A. Bostelaar einen interessierten Investor für das nach seiner Aussage 15 bis 20 Millionen Euro teure Projekt. „Doch selbst wenn wir es schaffen sollten, mit diesem bis zum Ende des Jahres einen notariellen Vertrag abzuschließen, wird es noch lange dauern, ehe die neue Einrichtung eröffnet werden kann.“ Der Geschäftsführer setzt zwei Jahre für die Planung inklusive Genehmigungsverfahren und zwei weitere Jahre für den Bau des Gebäudes an. Eine Fertigstellung wäre somit frühestens Ende 2021 möglich.

Voraussetzung freilich müsste sein, dass bis dahin auch alle finanziellen Fragen beantwortet sind. Denn: „Für die generalistische Pflegeausbildung ist derzeit nicht absehbar, welcher Zuschussbedarf in Zukunft bestehen wird“, betont Edeltraud Vomberg. Und René A. Bostelaar kritisiert, „dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen bisher nicht klar sind.“ Und nicht nur die: „Es gibt noch ganz viele Dinge zu klären“, hält der Geschäftsführer fest. Und nimmt der Politik damit einmal mehr die Hoffnung auf ein baldiges „Happy End“ in dieser mittlerweile unendlich anmutenden Geschichte.

Schließlich hatte der Städteregionstag schon im Herbst 2015 bei der Verabschiedung des Strukturkonzeptes die Zusammenführung von Fachseminar und Pflegeschule empfohlen.

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