Viele DRK-Beschäftigte erhalten spürbar mehr Lohn

Von: Jutta Geese
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Städteregion. Die rund 950 Beschäftigten des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in der Städteregion dürfen sich freuen: Ihr Arbeitgeber und die Gewerkschaft Verdi haben sich rückwirkend zum 1. Januar 2016 auf einen Haustarifvertrag geeinigt. „Das ist ein Quantensprung“, sagt Gewerkschaftssekretär Harald Meyer. Denn zum ersten Mal gelte damit für die Beschäftigten des Kreisverbandes ein verbindlicher Tarifvertrag.

Bis zum Jahr 2018 sollen die Gehälter in drei Stufen auf das Niveau des DRK-Flächentarifvertrags angehoben werden. „Damit liegen die Kolleginnen und Kollegen dann ungefähr auf dem Niveau von Arbeiterwohlfahrt oder dem öffentlichen Dienst“, sagt Meyer. Los geht es in diesem Jahr mit einer Anhebung auf 90 Prozent. Insbesondere für die Beschäftigten im Rettungsdienst führe der Tarifabschluss zu einer kräftigen Anhebung ihres Einkommens, wie Meyer an einem Beispiel verdeutlicht: Ein Rettungssanitäter im vierten Beschäftigungsjahr erhalte bislang weniger als 2000 Euro brutto im Monat. In diesem Jahr werde sein Einkommen auf über 2200 Euro steigen, 2018 werde er mehr als 2450 Euro bekommen.

Vorstand und Präsidium des DRK, das in den vergangenen Jahren mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen hatte, sind froh über den Tarifabschluss, obwohl dieser den Verband insgesamt rund 1,6 Millionen Euro im Jahr kosten wird. „Wenn wir qualifiziertes Personal haben oder halten möchten, dann brauchen wir einen guten Tarifvertrag“, betont DRK-Präsident Ingo Kohnen. Vize-Präsidentin Daniela Jansen ergänzt, seit 2013 habe sich das neue Präsidium damit beschäftigt, „wie wir eine Zusammenführung der vielen unterschiedlichen Regelungen hinbekommen können“.

Denn bei ihrem Amtsantritt hatten das Präsidium und der neue Geschäftsführer Hans-Dieter Vosen ein Sammelsurium an Einzelverträgen mit unterschiedlichen Sondervergütungs- und Prämienregelungen vorgefunden. Je nach Vertrag konnte der Gehaltsunterschied bei gleicher Arbeit bis zu 20 Prozent betragen. Zudem hatten viele DRK-Beschäftigte zehn Jahre und länger keine Gehaltserhöhung mehr erhalten und waren „von der allgemeinen Lohnentwicklung abgekoppelt“, berichtet Betriebsratsvorsitzender Andreas Bimmermann. Mit diesem Wirrwarr soll nun Schluss sein. Auf 111 Seiten beschreibt der Haustarifvertrag für alle nachvollziehbar unter anderem, wann welche Gehaltsstufen erreicht werden und welche Zuschlagsregelungen gelten.

Präsident Ingo Kohnen ist überzeugt, dass sich der Haustarifvertrag positiv auf das Betriebsklima auswirken wird. „Es gab ja schon eine große Unsicherheit und auch Neid“, sagt er. Für ihn und Geschäftsführer Dieter Vosen ist mit dem Abschluss der Tarifverhandlungen die Arbeit noch nicht getan: Sie müssen jetzt intensive Verhandlungen mit der Städteregion, mit den Krankenkassen und anderen Financiers führen. Schließlich müssen die 1,6 Millionen Euro Mehrkosten im Jahr über Gebühren und Zuschüsse reingeholt werden. „Aber“, betont Kohnen, „wir werden nicht teurer als die Konkurrenz, wir passen uns nur an.“

Den Beschäftigten des DRK wird der Haustarifvertrag in einigen Wochen vorgestellt.

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