Vertriebsgesellschaft Fiberpipe entwickelt sich zum Produzenten

Von: Laura Laermann
Letzte Aktualisierung:
13607664.jpg
Alexander Bamberg (Mitte) und sein Team haben eine Drehbank umfunktioniert: Mit der Maschine stellen sie nun Schleuderrohre in einem umweltschonenden Verfahren her. Foto: Laura Laermann

Städteregion/Stolberg. In diesem Jahr konnte Fiberpipe endlich mit dem eigenen Produkt in Serienfertigung gehen. Rund dreieinhalb Jahre lang feilte das Team des Stolberger Unternehmens an dem einzigartigen Schleuderverfahren für Rohre aus glasfaserverstärktem Kunststoff.

Zuvor war Fiberpipe noch eine Vertriebsgesellschaft, die aus Amerika importierte und weiter verkaufte. Der Wandel zum Produzenten ist vor allem durch die AC²-Wachstumsinitiative gelungen, sagt Alexander Bamberger.

Jedes Jahr verleiht die Gründerregion Aachen im Rahmen der AC²-Wettbewerbe neben einem Gründer- und Innovationspreis auch einen Wachstumspreis. Hierbei geht es in erster Linie nicht um die Geschäftsidee, sondern um einen Businessplan. Berater der Initiative unterstützen bestehende Unternehmen bei der Erstellung dieses Plans. Fiberpipe ging 2016 zwar nicht als Sieger aus dem Wettbewerb hervor, aber als Gewinner: „Wir haben keinen Preis bekommen, aber viel mitgenommen“, erklärt Alexander Bamberger, Geschäftsführer von Fiberpipe. „Wir konnten unsere Vision mit der Wachstumsinitiative auf sichere Füße stellen und dann konkrete Schritte gehen.“

Fokussiert arbeitete das Unternehmen sich etappenweise an dem aufgestellten Plan entlang. Darin wurden Marktorientierung sowie Kennzahlen zu Arbeitsplätzen, Umsatzsteigerung und Kosten für die nächsten Jahre festgehalten. „Der Schritt zur Serienfertigung ist uns schwergefallen“, blickt Bamberger zurück. „Unser Berater der Wachstumsinitiative hat neue Reize gesetzt und uns eine andere Perspektive gezeigt.“

Bisher konnte Fiberpipe den Plan einhalten und das Gelernte aus dem Wachstumswettbewerb erfolgreich umsetzen. Bis Januar 2017 soll eine neue Halle mit weiteren Maschinen fertiggestellt werden, die bis zu drei Kilometer Rohr pro Monat produzieren. Bis dahin war es ein langer Weg, der viel Zeit und hohe Investitionen für Forschung und Entwicklung forderte. Gemeinsam mit der Hochschule Magdeburg konstruierten Bamberger und seine Mitarbeiter das Herstellungsverfahren des Schleuderrohrs.

„Wir wollten unabhängig von unserem amerikanischen Vertriebspartner werden und ein eigenes, verbessertes Produkt herstellen“, sagt der Ingenieur. Folglich entstand das erste Herstellungsverfahren für Schleuderrohre in geschlossener Form, das ohne Emissionen auskommt. Sechs Meter lange Glasmatten werden durch Rotation an die Außenwände einer Stahlform gedrückt. Ein Harz-Härter-Gemisch gibt dem Rohr eine feste Form. Die Temperatur des Harzes wird so gewählt, dass es flüssig genug bleibt, aber sich nicht zu schnell verformt.

Effizient und umweltschonend

Diesen Parameter des Verfahrens exakt zu bestimmen, war eine Herausforderung, aber essenziell: Die Rohre werden in der chemischen Industrie und in Kraftwerken eingesetzt. Die innere Schicht aus reinem Harz ist besonders beständig gegenüber hohen Temperaturen und Chemikalien. Das in Deutschland noch unbekannte Schleuderrohr kommt, anders als bei einem Wickelrohr, ohne das weniger beständige Glas aus. Die Herstellung in geschlossener Form ist nicht nur effizienter und umweltschonender, sondern schützt Mitarbeiter davor, in die Luft geschleuderte Partikel einzuatmen.

Peter Hütter von der Gründerregion freut die Entwicklung von Fiberpipe: „Letztlich bedeutet der Erfolg des Unternehmens auch mehr Attraktivität unseres Wirtschaftsraumes.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert