Verbraucherzentrale warnt vor vermeintlich günstigen Kreditangeboten

Von: Jutta Geese
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Warnen vor Fallstricken bei Verbraucherkrediten: Ulrike Ermert, Jutta Wedrich und Claudia Schmitz (v.l.) von der Verbraucherzentrale. Foto: Jaspers

Städteregion. Vor Fallstricken bei Finanzierungsangeboten direkt vom Händler warnt die Verbraucherzentrale rechtzeitig vor dem Weihnachtstrubel. Das war auch Thema unserer Telefonaktion mit drei Beraterinnen. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten.

Worauf muss ich bei Null-Prozent-Finanzierungsangeboten besonders achten?

Für alle Finanzierungsangebote gilt: Lassen Sie sich nicht unter Zeitdruck setzen und lesen Sie in Ruhe auch das Kleingedruckte, bevor Sie etwas unterschreiben. Bei Null-Prozent-Finanzierungen sollten man insbesondere auf die Laufzeit des Vertrages achten, also darauf, ob die Kaufsumme nach Ablauf der Vertragsdauer auch komplett getilgt ist. Das kann man mit der Formel „Laufzeit mal Ratenhöhe gleich Kreditbetrag“ prüfen. Aufpassen muss man auf „versteckte“ Kosten, etwa der verbindliche Abschluss einer Restschuldversicherung oder eine Garantieverlängerung.

Kann ich einen Kaufvertrag mit einer Null-Prozent-Finanzierung widerrufen?

Das kommt drauf an. Wenn tatsächlich keine Kosten für die Finanzierung anfallen, ist der Kaufvertrag so verbindlich wie bei einem Barkauf im Geschäft. Wenn aber nur ein Teil der Kaufsumme zu null Prozent finanziert werden, dann gilt das Verbraucherdarlehensgesetz und ein Widerruf ist möglich. Man sollte vor einer Unterschrift immer prüfen, ob im Kleingedruckten irgendwo eine Prozentzahl auftaucht – dann ist Vorsicht geboten.

Komme ich denn anders aus dem Kaufvertrag raus, wenn kein Widerruf möglich ist?

In der Regel ist das nur gegen eine Schadensersatzzahlung an den Verkäufer möglich. Bei Autos sind das 15 Prozent der Kaufsumme, bei Möbeln 25 Prozent.

Was mache ich, wenn die Ware schon vor Vertragsende kaputt ist?

Dann muss man trotzdem weiter zahlen. Es sei denn, die Garantie- oder Gewährleistungsfrist ist noch nicht abgelaufen.

Was passiert, wenn ich die Raten nicht mehr bezahlen kann?

Dann kann der Händler die Ware zurückfordern. Denn solange die Gesamtsumme nicht bezahlt ist, gilt der Eigentumsvorbehalt.

Und was ist, wenn ich die Ware schon verschenkt habe?

Dann kann sogar Ihnen eine Betrugsanzeige drohen. Denn Sie haben dann etwas verschenkt, was Ihnen nicht gehört

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