Würselen - Unzufriedene Ärzte: Im Medizinischen Zentrum droht ein Streik

Unzufriedene Ärzte: Im Medizinischen Zentrum droht ein Streik

Von: Udo Kals
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Dem Medizinischen Zentrum droh
Dem Medizinischen Zentrum droht ab dem 26. Januar ein Streik. Foto: imago/Müller-Stauffenberg

Würselen. Der Streik steht nach der Urabstimmung der Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) auch in Würselen vor der Krankenhaustür. Doch noch herrscht Zuversicht im Medizinischen Zentrum (MZ) der Städteregion, dass es in den Betriebsteilen Bardenberg und Marienhöhe ab dem 26. Januar nicht zu einer Arbeitsniederlegung der Ärzte kommt.

So hofft selbst der Aachener MB-Bezirkschef Dr. Christian Köhne noch auf eine kurzfristige Lösung am Verhandlungstisch: „Im November haben sich die Tarifparteien ganz kurz vor Streikbeginn über einen Tarifvertrag für die Mediziner an den Unikliniken geeinigt. Damals wurde ein Ausstand verhindert. Ich kann mir vorstellen, dass dies auch nun bei den kommunalen Häusern der Fall sein könnte.”

Auf diese Lösung hofft auch MZ-Prokurist Franz Klein, wobei jedoch parallel hausinterne Vorbereitungen liefen. Derzeit ist allerdings auch noch nicht klar, an welchen der bundesweit rund 600 kommunalen Kliniken die Arbeit niedergelegt wird und somit beispielsweise planbare Operationen verschoben würden. „Anfang nächster Woche wissen wir mehr”, sagt Michael Helmkamp vom MB-Landesverband in Köln.

Das MZ, das im Tarifkampf der Ärztegewerkschaft im Sommer 2006 von zahlreichen Streiks betroffen war, ist mit der Städteregion als 50-prozentiger Gesellschafterin das einzige kommunale Krankenhaus in Stadt und Altkreis Aachen. Bereitschaft für einen Streik ist wohl auch in Würselen gegeben. Unter den rund 200 Medizinern herrsche „zwar kein Zorn, aber Unzufriedenheit”, sagt Köhne und erläutert: „Weil nur auf Prozentzahlen geschaut, doch die Arbeitsbelastung im Rahmen der Bereitschafts- und Nachtdienste gar nicht wertgeschätzt wird. Da kommen bei so manchem Kollegen sechs, sieben Dienste pro Monat zusammen. Das schlaucht ungemein.”

So fordert der MB neben den sechs Prozent mehr Gehalt eine bessere Bezahlung der Bereitschaftsdienste sowie eine Reduzierung dieser Dienste auf maximal vier pro Arzt und Monat. „So eine Forderung würde uns massiv treffen”, sagt MZ-Prokurist Klein: „Schließlich kostet uns derzeit ein Arzt im Schnitt 100 000 Euro pro Jahr.” Köhne lehnt das Angebot der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber (VKA) ab: „Die Inflationsrate frisst die Erhöhung auf, die starke Arbeitsbelastung wird erst gar nicht berücksichtigt.” Der VKA hatte bisher eine Erhöhung von 1,48 Prozent für 16 Monate sowie eine Einmalzahlung von 250 Euro angeboten.
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