Umweltminister Remmel stellt Tihange-Studie in Aachen vor

Von: Peter Schopp
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Minister Johannes Remmel
Es geht nur miteinander: Johannes Remmel stellte ein Gutachten zu Tihange vor. (Archivfoto) Foto: dpa

Aachen. An diesem Abend wurde nicht das ganz große Besteck aufgelegt, das Thema ist bekannt und birgt wohl noch lange genügend Brisanz in sich, bei den Beteiligten viel Energie freizusetzen – um im Sprachgebrauch zu bleiben. Die Probleme um die maroden AKW Tihange und Doel sind omnipräsent in unserer Region, und nicht zuletzt die NRW-Landesregierung ist sich der drohenden Gefahr bewusst.

Deshalb hatte NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) ein Gutachten in Auftrag gegeben, das noch einmal die Fakten auflistet, aber gleichzeitig auch Lösungsmöglichkeiten aufzeigen soll, wo und wie man die belgischen Verantwortlichen beim notwendigen Aus- und Umstieg unterstützen und begleiten kann.

Bei der Präsentation des Gutachtens auf Einladung der Aachener Grünen informierte Remmel im KuKuK am ehemaligen Zollübergang an der Eupener Straße über die belgische Energieversorgung. Weitere Aspekte: Stand der eingeleiteten Maßnahmen, um die belgischen Behörden von der Abschaltung der AKW zu überzeugen, Möglichkeiten zur Begleitung bei diesem enormen Projekt.

Grundsätzlicher Tenor war: Der Ausstieg aus der Kernenergie hin zu erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2025 ist für Belgien noch möglich, aber das Ziel ist sportlich formuliert. Das wird bei Betrachtung der bisher eingeleiteten notwendigen Maßnahmen auf belgischer Seite deutlich.

„In Deutschland ist die Diskussion über Atomenergie sowie über den Umstieg auf alternative Energien schon Jahrzehnte alt, in Belgien und Frankreich fängt sie gerade erst an“, stellte Remmel ein unterschiedliches Bewusstsein heraus. Auch im restlichen Europa sei eine Energiewende kein populäres Thema. Dennoch sei ein Zusammenwirken der europäischen Länder unabdingbar, solle der Plan gelingen. Das nun vorliegende Gutachten zeigt Wege auf, wie in der Grenzregion in Belgien, Deutschland und den Niederlanden der Wandel gelingen kann.

Der Beginn von Gesprächen auf unterschiedlichen Verwaltungsebenen ist dabei genauso unabdingbar wie schnelles, gemeinsames Handeln. Der Ausbau der Stromwege im großen Stil aber auch beschränkt aufs Dreiländereck soll das unkomplizierte Verteilen des Stroms ermöglichen. Schnell sollen Starkstromtrassen entstehen. Außerdem können im kleinen Grenzverkehr regionale Lösungen etabliert werden. „Die Energie ist da, in deutschen Netzen herrscht an vielen Tagen eine Überkapazität, das können wir nutzen“, plädierte Remmel für ein ökonomisches Vorgehen.

Philippe Henry ist einverstanden mit den deutschen Bemühungen. Dem Abgeordneten der belgischen Grünen (Ecolo) war bewusst, das dicke Bretter gebohrt werden müssen, um den Ausstieg aus der Atomkraft bewerkstelligen zu können. „Die Strukturen der belgischen Verantwortungsträger mit Landesregierung, Regionalregierung und Energieministerin sind nicht einfach zu durchschauen. Es ist nicht immer klar, wer der richtige Ansprechpartner ist“, ist er dennoch überzeugt, das Thema voranbringen zu können.

Er nennt die Energiewende das wichtigste Thema seit Bestehen der Grünen in Belgien. Auch sein Schlusssatz lautete: „Nur miteinander, und zwar in ganz Europa, kann ein Wandel gelingen!“

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