Würselen - Treten bald auch die Ärzte in den Streik?

Treten bald auch die Ärzte in den Streik?

Von: Udo Kals
Letzte Aktualisierung:

Würselen. Dem Medizinischen Zentrum (MZ) der Städteregion droht ein neuer Streik. Jetzt wird ein Kompromiss gesucht.

Während die Mitarbeiter der für Reinigung und Küche zuständigen MZ-Servicegesellschaft seit über 40 Tagen für mehr Lohn die Arbeit niederlegen und das Würselener Krankenhaus auch vom Tarifkampf im öffentlichen Dienst vor einigen Wochen betroffen war, könnten nach den am Donnerstag gescheiterten Tarifverhandlungen ab Mitte Mai die rund 180 Ärzte am einzigen kommunalen Krankenhaus in der Städteregion streiken.

Dass sich die Mitglieder der Ärzte-Gewerkschaft Marburger Bund (MB) im Rahmen der in der nächsten Woche beginnenden Urabstimmung für einen Arbeitskampf entscheiden, davon geht der am MZ beschäftigte Aachener MB-Bezirksvorsitzende Dr. Christian Köhne aus. Doch ob in der Folge auch „sein” Haus von Streikaktionen betroffen sein wird, sei noch nicht klar: „Zuerst sollte die Urabstimmung abgewartet werden. Dann werden wir bei einem entsprechenden Ergebnis weitersehen, wo Schwerpunkte gesetzt werden.” Bereits vor vier Jahren stand das MZ, das je zur Hälfte der Städteregion und der Bundesknappschaft gehört, im Mittelpunkt des Tarifkampfes der Ärzte an kommunalen Krankenhäusern.

In gespannter Erwartung

Dass es soweit gar nicht erst kommt, hofft MZ-Prokurist Franz Klein. „Wir sind zwar streikerprobt. Aber wir wünschen uns, dass ein weiterer Arbeitskampf abgewendet wird. Schließlich wären von einem Ärztestreik an unserem Haus wichtige Bereiche betroffen.” Daher erwarte die Geschäftsführung des Hauses das Ergebnis der Urabstimmung mit Spannung. Klar ist für Klein, dass die ursprüngliche MB-Forderung von fünf Prozent mehr Lohn „jenseits des wirtschaftlich Machbaren” sei. Kleins Rechnung: Ein Prozent mehr Gehalt für die Ärzte koste das MZ jährlich 180.000 Euro.

Köhnes Rechnung ist eine andere: Die von den kommunalen Arbeitgeberverbänden angebotenen 2,9 Prozent mehr Einkommen über drei Jahre bedeuteten einen Anstieg von weniger als einem Prozent pro Jahr. „Das ist zu wenig”, meint der Arzt und weist auf einen weiteren wichtigen Knackpunkt hin: „Vielen Ärzten ist eine bessere finanzielle Vergütung der Bereitschaftsdienste in der Nacht sowie an Wochenenden und Feiertagen wichtig.” MZ-Prokurist Klein pflichtet Köhne in dem Punkt bei, dass die „Belastungen durch die Bereitschaftsdienste in einigen Bereichen hoch” und daher diese Forderung „durchaus verständlich” sei. Und so hofft er wie bei der Gehaltssteigerung auf einen vernünftigen Kompromiss zwischen den Verhandlungsführern.
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