„Tour Becquerel“: Fahrradtour gegen Tihange und Doel

Von: Stefan Herrmann
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Gegen Tihange und Doel in die Pedale treten: Die Grünen mit (v.l.) Alexander Tietz-Latza, Gisela Nacken, Susanne Küthe und Sebastian Breuer starten eine Fahrradsternfahrt als Protestaktion. Foto: Michael Jaspers

Städteregion. Der Protest gegen die maroden Meiler Tihange und Doel soll weiter Fahrt aufnehmen. Klar, dass die Grünen in so einem Fall das Auto in der Garage stehen lassen und sich stattdessen in den Sattel schwingen. Und sie hoffen auf viele Mitstreiter.

Die Teilnehmer terten am 7. Mai zur „Tour Becquerel“ (in Anlehnung an den französischen Physiker Antoine Henri Becquerel, der 1903 die Messbarkeit von Radioaktivität entdeckte) an – einer Fahrradsternfahrt, die über fünf Routen aus der gesamten Region in das Oberzentrum Aachen führen soll.

„Wir dürfen nicht nachlassen und müssen weiter auf die Gefahr hinweisen, die von den beiden belgischen AKW und der Atomkraft generell ausgeht“, sagt Gisela Nacken. Die Vorsitzende des Grünen-Kreisverbandes setzt bei der neuerlichen Aktion gemeinsam mit ihren Parteikollegen und Mitorganisatoren Alexander Tietz-Latza (Parteivorsitzender Grünen-Kreisverband Aachen), Sebastian Breuer (Parteivorsitzender Grünen-Ortsverband Aachen) und Susanne Küthe (Parteigeschäftsführerin) auf gelb-schwarze Radscheiben als klares Bekenntnis für einen europaweiten Atomausstieg. Die Scheiben sollen möglichst viele Menschen Anfang Mai zwischen die Speichen klemmen und so einen beeindruckenden Pedal-Protestzug bilden (siehe Infobox).

Im vergangenen Jahr erlebten die Grünen mit ihrer Aktion „Abschirmen unmöglich“ eine enorme Resonanz. Tausende gelb-schwarze Regenschirme wurden in der Städteregion verkauft, und bei der Demonstration auf dem Europaplatz in Aachen Ende Juni 2016 versammelten sich unzählige Menschen und sorgten für ein eindrucksvolles Protestbild.

„Das wollen wir nun in anderer Form fortsetzen“, erklärt Breuer. Aus fünf Richtungen – Vaals, Herzogenrath, Baesweiler, aus mehreren Eifelgemeinden und aus Eupen – sollen die Radler auf die Aachener City zusteuern. Genaue Uhrzeiten an den jeweiligen Treffpunkten wollen die Organisatoren in Kürze auf ihren Homepages mitteilen. Fest steht bereits: Gegen 14 Uhr soll die radelnde Protestrallye (mindestens) eine Runde über den Grabenring drehen. Am Elisenbrunnen findet ab 15 Uhr eine Kundgebung statt, bei der auch NRW-Umweltminister Johannes Remmel reden wird. Auch ein Musikprogramm ist geplant.

Für einmaligen Gebrauch

Kleiner Wermuttropfen: Ganz so nachhaltig wie die nach wie vor beliebten Regenschirme dürften die Radscheiben nicht das Stadtbild prägen. Denn während die gelben-schwarzen Paraplüs immer wieder aufploppen, wenn mal wieder Regen vom Öcher Himmel tropft, sind die Papp-Scheiben nur zum einmaligen Gebrauch vorgesehen.

1000 Stück haben die Grünen in einer ersten Runde drucken lassen. „Wir können aber sehr schnell nachbestellen“, hoffen Breuer und Co., dass am 7. Mai viele Menschen gegen Tihange und Doel in die Pedale treten.

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