Monschau - Thomas Brenner setzt die Tuchmacherindustrie fotografisch in Szene

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Thomas Brenner setzt die Tuchmacherindustrie fotografisch in Szene

Von: Jutta Geese
Letzte Aktualisierung:

Monschau. „Nette Fotos zu machen, liegt mir gar nicht”, sagt Thomas Brenner. Solche Fotos hat Dr. Nina Mika-Helfmeier, Kulturbeauftragte des Kreises Aachen, allerdings auch nicht von dem 47-jährigen Fotokünstler erwartet, als sie mit ihm über ein Projekt zum Thema „Tuchmachertradition in Monschau” gesprochen hat.

Ihre Vorgabe: Brenner sollte kaum mehr bekannte Orte der einst bedeutsamen Tuchmacherindustrie in Monschau neu ins Bild setzen und dabei auch das Thema Arbeitsbedingungen der Menschen aufgreifen. „Und genau das hat mir Spaß gemacht”, sagt Brenner.

Monschau kannte der Fotograf aus Kaiserslautern nicht, als er im Frühsommer den Auftrag annahm. „Bei meinem ersten Besuch hat es geregnet”, erinnert er sich. Und nach einem ersten Rundgang durch die Altstadt habe er gedacht: „Oh Gott, ist das schrecklich! Die Idylle erschlägt einen ja fürchterlich. Aber die Beschäftigung mit der Geschichte der Tuchmacherindustrie hat es dann spannend gemacht.”

Hintergrundinformationen habe er von Mitgliedern des Monschauer Geschichtsvereins erhalten - „und das war sehr hilfreich”. Schwierig sei es dann allerdings gewesen, geeignete „Kulissen” für seine künstlerischen Fotos zu finden. „Es gibt ja keine klassischen Industrierelikte in Monschau.”

Zwei Tage lang ist der Fotokünstler „50-mal die Altstadt rauf- und runtergelaufen”. Dann stand das Konzept für das vom Landschaftsverband Rheinland geförderte Projekt unter dem Titel „Von Markt und Macht”: In einer fiktiven Geschichte, erzählt von anonymen Darstellern, soll einerseits an prägnanten Orten wie dem „Roten Haus” gezeigt werden, wie die Tuchmacherindustrie Monschau zu Wohlstand verhalf.

Andererseits sollen die Schattenseiten deutlich werden: harte Arbeit unter schlechten Bedingungen, auch von Kindern. „Die Leute wurden ausgebeutet, und irgendwann fielen sie der Rationalisierung zum Opfer”, sagt Brenner und stellt fest: „Im Grunde war es das, was heute unter dem Stichwort Globalisierung auch wieder passiert.”

In seinem Atelier in Kaiserslautern fertigte er zusammen mit Freunden und Familienmitgliedern die Requisiten - darunter 80 Schafe aus Styropor - an. Seine Mutter nähte 20 Unisex-Kostüme für die „Schauspieler” - rote für die Unternehmer, graue für die Arbeiter.

Mit 22 Frauen, Männern und Kindern reiste Brenner dann im Sommer für zwei Wochen nach Monschau, um die Tuchmachergeschichte neu in Szene zu setzen und über die Fotos erfahrbar zu machen.

Und auch er machte eine neue Erfahrung: „Es war das erste Mal für mich, dass ich ein Projekt im öffentlichen Raum umgesetzt habe, mitten in der Fußgängerzone, unter „Beaufsichtigung der Bevölkerung”, erzählt er und bilanziert. „Manche fanden das spannend, andere weniger.”

Bis zum 12. Dezember sind die Bilder zu sehen

Über 3000 Aufnahmen sind entstanden. 17 jeweils ein Meter hohe Bilder mit Szenen an 17 verschiedenen Orten werden in der Ausstellung, die am Samstag, 26. September, um 16 Uhr im Kunst- und Kulturzentrum (KuK), Austraße in Monschau, eröffnet wird, zu sehen sein. 500 weitere werden in einer begleitenden Diashow gezeigt. Es ist eine Art „Making of”, das die Entstehungsgeschichte der ausgestellten Bilder nachzeichnet.

Die Ausstellung „Von Markt und Macht” ist bis zum 12. Dezember zu sehen. Die Öffnungszeiten: dienstags bis freitags von 14 bis 17 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr.

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