Alsdorf - „The Great Divide“ will Emotionen wecken

„The Great Divide“ will Emotionen wecken

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Ist am 2. September zu Gast in Alsdorf: Echo-Preisträger Sebastian Gramss (l.) mit seinem Quartett „The Great Divide“. Foto: Arne Reimer

Alsdorf. Der Kontrabassist, Cellist, Komponist und Echo-Preisträger Sebastian Gramss ist mit seinem Quartett „The Great Divide - Streben und Sterben“ am Samstag, 2. September, 20 Uhr, im Energeticon in Alsdorf zu Gast. Die anderen Dreiviertel sind John Dennis Renken (Trompete), Christian Thome (Percussions/Electronic) und Angelika Niescier (Alt-Saxofon). Das menschliche Streben angesichts der Endlichkeit des Seins steht thematisch im Mittelpunkt.

Allerdings soll es nicht todernst, sondern recht locker zugehen. Was die Zuhörer außerdem erwartet und was dahintersteckt, fragte Verena Müller Angelika Niescier.

Frau Niescier, Sie sind im Moment alle viel unterwegs und nicht so leicht zu erreichen.

Angelika Niescier: Ja, das stimmt, ich toure viel im Ausland, komme gerade von einem Workshop, Sebastian war letztens noch in Paris, wir spielen alle noch in anderen Ensembles und haben zum Teil auch Solo-Projekte.

Wie haben Sie zu „The Great Divide“ zusammengefunden?

Niescier: Sebastian und ich kennen uns schon lange, wir haben aber nie ein gemeinsames Projekt gehabt. Wir haben uns häufig über den Zustand unterhalten, den man oft mit der Musik erreichen kann: eine Art metaphysische Ebene, in der man spürt, dass man Teil des großen Ganzen ist, zugleich aber ein Individuum bleibt, das selbst aktiv werden kann. Aus diesen Gesprächen heraus hat sich das Projekt entwickelt.

Und die anderen beiden Musiker?

Niescier: Die kennen wir ebenfalls schon länger. Nachdem wir einen Teil des Materials fertig hatten, haben wir John Dennis Renken und Christian Thome zu einer Session eingeladen und danach wussten wir: das passt.

Sie sprachen gerade das Material an. Sie komponieren beide, wer hat die Stücke denn überwiegend geschrieben?

Niescier: Fifty fifty. Wir hatten eine Auswahl von Themen, haben die aufgeteilt und dann hat sich jeder zunächst für sich mit dem Originalmaterial beschäftigt.

Was war die Grundlage?

Niescier: Unser Thema lautet ja „Streben und Sterben“, deshalb haben wir uns beispielsweise von „Der Tod und das Mädchen“ von Franz Schubert, Verdis Requiem, dann von Stücken aus Schuberts Winterreise, Dvoáks Requiem Aeternam, aber auch einem traditionellen New-Orleans-Gospel – Just a Closer Walk With Thee – inspirieren lassen.

Das klingt im Schwerpunkt dann doch sehr schwermütig.

Niescier: Schwermütig würde ich nicht sagen. Das Thema hat natürlich eine gewisse Schwere, aber nicht auf die frustrierende Art. Die Zuhörer sollen nicht auf düstere Gedanken gebracht werden. Der Tod ist nicht als Ende zu sehen, sondern als Form der Wandlung. Mysteriöses kann aufregend sein, es geht mehr darum, auf Entdeckungsreise zu gehen.

Da kommt also noch die metaphysische Ebene dazu, ist das dann schon zu weit getrieben?

Niescier: Nein, das ist nicht zu weit getrieben, Musik hat immer so eine Dimension. Klang entsteht, ist hörbar, aber flüchtig, hat also immer eine metaphysische Ebene. Durch den Klang wird etwas evoziert, das eine sofortige emotionale Dimension hat. Es eröffnet sich insoweit also eine andere Ebene. Wir haben versucht, den Bogen mit unterschiedlichsten Klängen zu füllen, mit Elektronik, Streichern, Bläsern. Der Musiker und der Zuhörer macht da eine sehr persönliche Erfahrung, und es werden persönliche Erinnerungen abgerufen. Bei mir ist das zum Beispiel die Winterreise, die eine sofortige emotionale Wirkung auf mich hat.

Und das wird dann auch im Energeticon erfahrbar?

Niescier: Das hoffe ich! Wir wollen, dass der Zuhörer sich als Teil des großen Ganzen erfährt, ihn aber auch dazu inspirieren, sich in diesem großen Ganzen aktiv einzubringen.

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