Telefonaktion: Vier von fünf Knoten in der Brust sind gutartig

Von: ath
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Fragen zu Erkrankungen der Brust, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten beantwortet Chefärztin Dr. Gabriele Küpper am Mittwoch, 19. Juli, zwischen 17 und 19 Uhr. Foto: Fotostudio Strauch
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Fragen zu Erkrankungen der Brust, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten beantwortet Dr. Tina Hackhofer am Mittwoch, 19. Juli, zwischen 17 und 19 Uhr. Foto: Fotostudio Strauch

Eschweiler. Veränderungen der Brust müssen nicht zwangsläufig bösartig sein. Frauen sollten aber auf jeden Fall bei ihrem Frauenarzt die genaue Ursache abklären lassen, um eine Krebserkrankung der Brust ausschließen zu können.

„Das rechtzeitige Erkennen von Brustkrebs ist wichtig, um diese Erkrankung heilen zu können“, betont Dr. Gabriele Küpper, Chefärztin der Klinik für Frauenheilkunde und Leiterin des Euregio-Brust-Zentrums am St.-Antonius-Hospital Eschweiler. Unterstützt von Dr. Tina Hackhofer, Fachärztin der Klinik für Frauenheilkunde, informiert sie am Mittwoch, 19. Juli, im Rahmen unserer Telefonaktion „Leser fragen – Ärzte antworten“ über gut- und bösartige Erkrankungen der Brust.

Nicht jeder Knoten in der Brust bedeute automatisch Brustkrebs. Tatsächlich seien vier von fünf feingeweblich untersuchten Knoten gutartig, wie die beiden Ärztinnen erläutern. Je jünger die Betroffene sei, desto größer sei die Wahrscheinlichkeit, dass der Knoten nicht besorgniserregend sei. Gutartige Veränderungen der Brust können sich bemerkbar machen durch Schmerzen, Verhärtungen oder Knoten, verstärktes Austreten von Flüssigkeit aus der Brustwarze, zyklusabhängiges Spannungsgefühl oder Schmerzen in der Brust, Berührungsempfindlichkeit der Brust, Entzündungen der Haut oder der Brustwarze.

Schätzungsweise zehn Prozent aller Frauen im Alter von 15 bis 35 Jahren entwickeln zum Beispiel ein sogenanntes Fibroadenom, eine gutartige Geschwulst des Drüsen- und Bindegewebes der Brust. Solange sie klein sind, sind sie normalerweise nicht behandlungsbedürftig. Bei Beschwerden und wenn sie weiter wachsen, können größere Fibroadenome mit einem chirurgischen Eingriff vollständig entfernt werden.

Zu den gutartigen Erkrankungen gehören außerdem Lipome (Fettgewebsgeschwulste), nicht tumoröse Veränderungen des Brustdrüsengewebes (Mastopathie), eine Brustentzündung (Mastitis), ein Abszess oder Zysten. Im Gegensatz zum Brustkrebs (Mammakarzinom) sind diese gutartigen Veränderungen in den allermeisten Fällen nicht lebensbedrohlich, so die Expertinen. Vereinzelt sind gutartige Brustdrüsenveränderungen mit einem erhöhten Risiko für Brustkrebs verbunden.

Brustkrebs, die bösartige Neubildung von Gewebe der Brustdrüse, dagegen ist im Gegensatz zu gutartigen Tumoren aufgrund der Gefahr der Streuung (Metastasenbildung) lebensgefährlich. Das krankhaft wachsende Gewebe zerstört gesundes Brustdrüsengewebe und kann andere Organe befallen. Brustkrebs gehört zu den häufigsten Todesursachen bei Frauen im mittleren Alter. „Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, eventuell mit speziellen Untersuchungsverfahren, ermöglichen ein frühzeitiges Erkennen bösartiger Prozesse in der Brust“, wirbt Dr. Küpper dafür, diese Untersuchungen in Anspruch zu nehmen. Insbesondere, wenn bereits Familienmitglieder an Brustkrebs erkrankt sind, da diese Krankheit vererbbar ist.

Grundsätzlich besteht mit zunehmendem Lebensalter ein erhöhtes Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, erklärt die Chefärztin. Frauen ab 30 Jahren werde daher empfohlen, regelmäßig einen Frauenarzt aufzusuchen und an Untersuchungen zu Krebsfrüherkennung teilzunehmen. Vom 50. bis zum 69. Lebensjahr werden Frauen im Rahmen des bundesweiten Mammographiescreenings außerdem regelmäßig alle zwei Jahre zur Brustkrebsvorsorge eingeladen.

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