Telefonaktion: Rückenprobleme sind ein weit verbreitetes Phänomen

Von: ath
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Sultan Al Barhi (v.l.), Dr. Markus Pilz und Mohamed Eshaefi beantworten am Mittwoch die Fragen unserer Leser zum Thema „Rücken“. Fotos Heike Eisenmenger Foto: Heike Eisenmenger
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Sultan Al Barhi (v.l.), Dr. Markus Pilz und Mohamed Eshaefi beantworten am Mittwoch die Fragen unserer Leser zum Thema „Rücken“. Fotos Heike Eisenmenger Foto: Heike Eisenmenger

Städteregion. „Ich hab es im Rücken“: Ab einem gewissen Lebensalter ist dieser Satz den meisten Menschen nicht ganz fremd. Schuld ist zum einen, dass auch unsere Knochen und Gelenke älter werden und verschleißen, und zum anderen, dass wir mehr sitzen und uns weniger bewegen.

„Rückenleiden sind in der Bevölkerung weit verbreitet: Mindestens jeder dritte Deutsche ist betroffen“, erklärt Mohamed Eshaefi, Sektionsleiter der Wirbelsäulenchirurgie am Bethlehem Gesundheitszentrum Stolberg.

Im Rahmen unserer Telefonaktion „Leser fragen – Ärzte antworten“ informiert Eshaefi am Mittwoch, 18. Oktober, gemeinsam mit Dr. Markus Pilz und Sultan Al Barhi, beide Oberärzte der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, über Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten bei Rückenbeschwerden.

Die äußern sich in der Regel mit Schmerzen, Einschränkungen der Beweglichkeit oder der Gehfähigkeit sowie Schwäche und Taubheit in den Beinen. Häufig sind die Betroffenen im Sitzen und Liegen beschwerdefrei. Die Ursachen sind meist ein Verschleiß der kleinen Gelenke und der Bandscheiben.

„In rund 80 Prozent der Fälle bereiten Muskeln, Faszien, Sehnen und Bänder am Rücken Probleme – und das akut wie chronisch. Meist entsteht dies durch Überbelastung oder infolge einseitiger Bewegungsabläufe. Aber auch starkes Übergewicht und Rauchen wirken sich negativ aus“, erläutert Sultan Al Barhi.

Wichtig für die Behandlung sei eine gründliche Anamnese und Untersuchung, wie Dr. Pilz unterstreicht: „Rückenschmerz ist nicht gleich Rückenschmerz! Wichtige Hinweise ergeben sich aus dem zeitlichen Verlauf, der Ausprägung und der Häufigkeit.“ Behandelt wird wenn möglich mit konservativen Methoden. Eine Operation sei immer der letzte Schritt, wenn alle konservativen Möglichkeiten ausgeschöpft seien.

„Die gute Nachricht ist, dass wir rund der Hälfte unserer Patienten helfen können, ohne sie zu operieren“, sagt Mohamed Eshaefi. Oberstes Ziel sei, die Schmerzen zu lindern und den Patienten wieder ein Stück Beweglichkeit und Lebensqualität zurückzugeben. Zu den konservativen Methoden zählen Krankengymnastik und – abhängig vom Krankheitsbild – verschiedene Schmerzmittel in Form von Tabletten, Spritzen oder Infusionen.

„Bei chronischen Rückenschmerzen gibt es außerdem die Möglichkeit der Kryodenervierung. Dabei werden die schmerzleitenden Nerven der kleinen Wirbelgelenke mittels Kälte blockiert, quasi verödet, und damit die Weiterleitung der Schmerzsignale zum Gehirn blockiert“, erläutert Dr. Markus Pilz.

Wird doch eine Operation notwendig, gibt es auch hier abhängig vom klinischen Bild verschiedene Optionen. Bei einer Verengung (Stenose) des Spinalkanals aufgrund von Verschleiß kann der Spinalkanal in einer kleinen Operation erweitert werden, um so die nervalen Strukturen zu entlasten. „Das wird meist minimalinvasiv und mikroskopisch gemacht. Der Schnitt ist nur wenige Zentimeter lang“, erläutert Mohamed Eshaefi das Verfahren, das weniger belastend ist als eine größere Operation. Eine Versteifung des betroffenen Wirbelsäulenabschnitts wird nur in bestimmten Fällen angewandt, wenn neben einer Einengung des Nervs auch eine Instabilität der Wirbelkörper und kleinen Gelenke vorliegt.

Die drei Rückenspezialisten stehen zwischen 16 und 18 Uhr für die Fragen unserer Leser zur Verfügung.

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