Tarifabschluss: „Müssen mächtig strampeln”

Von: Daniel Gerhards
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Städteregion. Die Mitarbeiter der Städteregion werden künftig ein paar Euro mehr auf ihren Gehaltsabrechnungen stehen haben. Um 2,3 Prozent steigen bis August 2011 die Tarife. Zugleich stellt der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes Personaldezernent Axel Hartmann vor schwere Aufgaben.

Rund 59,7 Millionen Euro sind im Haushalt der Städteregion fürs Personal veranschlagt. Im laufenden Jahr wird der Tarifabschluss die Städteregion circa 470.000 Euro kosten, wobei die höheren Gehälter über Einsparungen finanziert werden sollen. „Der Tarifvertrag hat dazu geführt, dass wir mächtig strampeln müssen”, sagte Hartmann in der Sitzung des Personalausschusses.

Im Stellenplan sind für das laufende Jahr 1160 Stellen vorgesehen. Zu den 758 Planstellen des ehemaligen Kreises kommen wegen der neuen Aufgaben der Verwaltung 388 Stellen hinzu. 30 Stellen werden 2010 im Rahmen des Kinderbildungsgesetzes besetzt. Wegen allgemeinen Mehrbedarfs sind 8,5 neue Stellen nötig. Durch die Fusion von Stadt und Kreis sowie andere organisatorische Maßnahmen werden 24,5 Stellen abgebaut.

Trotz eines allgemeinen Einstellungsstopps bildet die Städteregion weiter aus. Angesichts der Altersstruktur der Mitarbeiter ist das auch nötig. Mit einem Durchschnittsalter von rund 44 Jahren liegt die Städteregion zwar im Bundesdurchschnitt aller Verwaltungen, würde sie nicht einstellen, läge der Schnitt allerdings schon 2015 bei 49 Jahren. Dann wäre ein Drittel der Mitarbeiter zwischen 50 und 65 Jahre alt. Gehen diese Mitarbeiter in den Ruhestand, droht der Verwaltung ein großer Wissensverlust. Daher legt Hartmann Wert auf Personalentwicklung und -rekrutierung.

Kritik von der FDP

Bis auf die FDP stimmten alle Fraktionen dem Stellenplan zu. Christoph Pontzen forderte für die Liberalen ein „richtiges Personalmanagementsystem”. FDP-Fraktionschef Georg Helg hatte bereits in der Sitzung des Städteregionsausschusses das Fehlen eines „funktionierenden Controllings in Bezug auf den notwendigen Personalbedarf” bemängelt. Zudem gehen den Liberalen die Einsparungen, die durch die Schaffung der Städteregion entstanden sind, nicht weit genug. Die FDP fordert „eine sofortige pauschale Kürzung der Personalkosten im Jahr 2010 um weitere drei Prozent”.

Dem hielt Hartmann entgegen, dass die Verwaltung mit ihren Einsparungen im Bereich Personal- und Sachkosten weit über dem vereinbarten Ziel von drei Prozent (924.000 Euro) liegt: „Die entstandenen Synergieeffekte sparen der Verwaltung zwei Millionen Euro.” Das entspreche 36,5 Vollzeitstellen.
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