Tarifabschluss: Millionen noch nicht in den Etats

Von: Angela Delonge
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Städteregion. Die Städteregion sieht sich trotz des hohen Tarifabschlusses von 6,5 Prozent im Öffentlichen Dienst gut aufgestellt.

Wie groß das Loch tatsächlich sein wird, dass die höheren Gehälter für die rund 1800 Mitarbeiter der Städteregion in diesem Jahr in die Haushaltkasse reißen werden, vermag Finanz- und Personaldezernent Axel Hartmann noch nicht einzuschätzen. Eines weiß Hartmann jedoch mit „absoluter Sicherheit”: „Es wird keine Entlassungen geben.”

Als Personalverantwortlicher, so Hartmann, stehe für ihn außer Frage, dass das Geld den Mitarbeitern zustehe. Als Finanzverantwortlicher sehe er die Städteregion durch den Abschluss gleichwohl allein in diesem Jahr mit zusätzlichen 1,1 Millionen Euro für die Angestellten konfrontiert, die der Doppelhaushalt 2012/13 noch nicht ausweise.

2013 drohe die Fortschreibung: 1,4 Prozent zum 1. Januar, weitere 1,4 Prozent zum 1. August. „Das sind in der Gesamtbetrachtung für 2013 zusätzliche 1,6 Millionen Euro plus circa zwei Millionen an Gehaltssteigerung für die bei der Städteregion beschäftigten Beamten”, sagt Hartmann. Etwa ein Viertel der Beschäftigten in der Städteregion sind Beamte, drei Viertel sind Angestellte. Für sämtliche Tariferhöhungen seien im Haushalt noch keine Mittel veranschlagt. Da müsse noch genau gerechnet werden, aber: „Wir werden Wege finden. Wir haben 1800 Angestellte, da ist viel in Bewegung”, wirft der Dezernent ein Licht auf Maßnahmen, die „wir schon seit Jahren erfolgreich heranziehen”. Ein Beispiel seien sogenannte zeitlich versetzte Stellennachbesetzungen - Stellen, die aus welchen Gründen auch immer frei werden, werden nicht automatisch wieder besetzt.

Zunächst wolle man aber den Budgetbericht des ersten Quartals 2012 abwarten. Hartmann: „Dann sehen wir genau, wo wir stehen und können uns einen Überblick über die nächsten Monate verschaffen.”

Auch das Medizinische Zentrum in Würselen, an dem die Städteregion zu 50 Prozent beteiligt ist, kommt durch den Tarifabschluss in Zugzwang. „In diesem Jahr kommen 1,2 Millionen Euro an Zusatzkosten auf uns zu”, sagt Personalleiter Stefan Jungheim. Im nächsten Jahr müsse insgesamt mit 850.000 Euro Mehrkosten gerechnet werden. „Begegnen können wir dem nur mit Leistungssteigerung, zum Beispiel, indem wir die Bereiche, mit denen wir Geld verdienen, ausweiten.” Das heißt: „Wir müssen die Anzahl der Operationen erhöhen.” Möglichkeiten sieht Jungheim da vor allem bei Unfallchirurgie und Orthopädie.

Entlassungen, zum Beispiel im pflegerischen Bereich, seien kein Thema: „Wir sind ein Krankenhaus und haben einen Versorgungsauftrag, da gibt es nichts zu kürzen.”
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