Eschweiler/Stolberg - Täglich Laster vor der Haustür

Täglich Laster vor der Haustür

Von: Patrick Nowicki
Letzte Aktualisierung:
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Eine Straße endet (noch) im Nirgendwo: Während der 2. Abschnitt der L238n in diesem Jahr weitergebaut wird, ist der Bau des 3. Abschnitts zwischen Eschweiler-Pumpe und Stolberg ungewisser denn je. Foto: Günther Paulsen

Eschweiler/Stolberg. Im Frühjahr rollen in Eschweiler die Bagger an. Dann endet das Warten auf eine Straße, die eigentlich schon vor Jahren fertiggestellt sein sollte. 5,2 Millionen Euro stellt das Land zur Verfügung, um den 2. Bauabschnitt der Landesstraße 238n zu bauen.

Die Straße verbindet den Autobahnzubringer zur A 4 mit dem Ortsteil Pumpe und erleichtert dem Verkehr aus Stolberg damit, an die Verkehrsader nach Köln zu gelangen. Allerdings steht eine weitere Geduldsprobe bevor: Der 3. Bauabschnitt steht nach wie vor in den Sternen.

Zuletzt hatte sich der SPD-Landtagsabgeordnete Stefan Kämmerling (Eschweiler) für die Straße stark gemacht. Auch die CDU plädierte nachhaltig für den Bau und schloss sich sogar dem Kämmerling-Vorschlag an, die Linienführung zu überdenken. Jetzt erhielt der CDU-Landtagsabgeordnete Axel Wirtz (Stolberg) die Mitteilung des NRW-Verkehrsministers Michael Groschek, dass sich die Planungen des Landes auf Maßnahmen konzentrieren, die in absehbarer Zeit umsetzbar und finanzierbar sind. Dazu zählt der 3. Bauabschnitt der L 238n nicht.

Zahlreiche Probleme

Im Gegenteil: Die Strecke ist mit zahlreichen Problemen behaftet, obwohl ihre Notwendigkeit politisch unumstritten ist. Das Linienbestimmungsverfahren endete vor sieben Jahren mit dem Ergebnis, dass zum einen Grundstücke am Stolberger Bahnhof erworben werden müssen und zum anderen viele zu schützende Tierarten von dem Bau betroffen sind. Von einer schnellen Umsetzung ist die Straße also weit entfernt.

Dennoch lassen die Kommunalpolitiker, allen voran die beiden Bürgermeister der betroffenen Städte Stolberg (Ferdi Gatzweiler) und Eschweiler (Rudi Bertram), nicht locker zu betonen: „Die Straße ist nicht tot.“ In Pumpe hat sich schon vor fast 15 Jahren eine Bürgerinitiative gegründet, die vehement dafür wirbt, die Umgehungsstraße zu bauen. Die Menschen in dem Ort leiden nämlich seit Jahren unter dem wachsenden Verkehr vor ihren Haustüren. Für die Stolberger Gewerbegebiete Steinfurt und Camp Astrid ist die Route durch Pumpe die kürzeste Verbindung zur Autobahn. Bis zu 19.000 Fahrzeuge werden tagtäglich in Pumpe gezählt. Die Fachleute gehen davon aus, dass diese Zahl in den nächsten Jahren noch steigen wird.

Auch aus diesem Grund hat der CDU-Landtagsabgeordnete Axel Wirtz wenig Verständnis für die Antwort des NRW-Verkehrs- und Bauministers: „Damit wird deutlich, dass der erste und der zweite Bauabschnitt für die betroffenen Anwohner keinen Sinn machen.“ Im Gegenteil: Wirtz rechnet sogar damit, dass die Zahl der Fahrzeuge auch durch den 2. Bauabschnitt steigen wird. Er fordert, dass endlich Klarheit über die zeitlichen Abläufe herrscht.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Stefan Kämmerling hat immer betont, sich für den 3. Bauabschnitt einzusetzen. Ein Zeitfenster für den Start nannte er jedoch nicht. „Das wäre auch unseriös und nicht ehrlich“, sagt Kämmerling.

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