Stromsparcheck: 3000 Familien sparen nun Strom

Von: Martina Stöhr
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Alte Kühlschränke sind wahre Stromfresser: Über das Förderprogramm „Stromsparcheck“ können einkommensschwache Familien bislang einen Zuschuss für ein neues Gerät erhalten. Foto: Stock/Becker&Bredel

Städteregion. Es lässt sich eine Menge Geld sparen, wenn man den eigenen Haushalt unter die Lupe nimmt und Stromfresser beseitigt. Das weiß Walter Moede vom Rheinischen Verein für Katholische Arbeiterkolonien nur zu gut. Rund 2000 Haushalte pro Jahr müssen sich allein in Aachen mit einer Stromsperre auseinandersetzen, weil sie ihre Rechnungen nicht zahlen können.

„Das muss nicht sein“, ist der Energiefachmann überzeugt. Wer an der richtigen Stelle spart, kann viel erreichen, meint er.

Beitrag zum Klimaschutz

Moede ist 2009 als Koordinator mit einem Stromsparprojekt gestartet. Zum einen sollten Menschen in prekären Wohnsituationen beim Energiesparen unterstützt werden. Gleichzeitig sollte es ein Beitrag zum Klimaschutz sein. Zudem wurden im Rahmen des Projekts Langzeitarbeitslose zu Energieberatern ausgebildet.

Doch die Förderung des Stromsparchecks für Haushalte mit geringem Einkommen ist inzwischen ausgelaufen. Die Chancen auf Fortsetzung stehen laut Walter Moede allerdings nicht schlecht. Gemeinsam mit Roman Schlag, Geschäftsführer der Diözesangemeinschaft Integration durch Arbeit beim Caritasverband für das Bistum Aachen, suchte er jetzt Unterstützung für das Projekt. Oliver Kriescher, Bundestagsabgeordneter der Grünen, und Ingrid von Morandell, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Städteregionstag, waren der Einladung ins Haus der Caritas in Aachen gefolgt und zeigten sich beeindruckt von dem Projekt. Sie wollen es gerne unterstützen.

Zwölf Energiesparberater waren im Rahmen des Projekts ausgebildet worden. Sie gingen in die Haushalte und halfen, Energiefresser zu beseitigen. Dabei stellten sie fest, dass viele Ratsuchende nur wenig über Energiesparen wussten. Die teilnehmenden Familien wurden mit Energiesparlampen, sparsamen Duschköpfen und ähnlichen Soforthilfen ausgestattet und bekamen Tipps zum Energiesparen. Wer sich zudem noch dazu entschied, sich von einem stromfressenden alten Kühlschrank zu verabschieden, konnte unter gewissen Voraussetzungen einen Zuschuss von 100 Euro für ein neues Gerät bekommen.

Laut Moede ist der Stromsparcheck ein Erfolgsmodell. Er verweist auf die Reaktionen der Ratsuchenden, denen deutliche Einsparungen gelungen seien. 3000 Haushalte wurden in der Städteregion in den vergangenen Jahren erreicht. In jeden Haushalt wurden im Schnitt 66 Euro investiert. Obwohl die Familien die neuen Energiesparlampen oder Duschköpfe als Geschenk erhielten, sei es gar nicht so leicht gewesen, sie zum Mitmachen zu bewegen.

Wirklich schwierig werde es, wenn Familien von der Stromsperre bedroht sind. „Die Versorgung mit Energie sollte ein unverrückbares Menschenrecht sein“, meint Roman Schlag. Wichtig sei es, Menschen in einer solchen Situation zur Seite zu stehen. In mehreren Fällen konnten die Energieberater eine solche Sperre verhindern.

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