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Streitpunkt Bettenzahl: Das Medizinische Zentrum klagt

Von: Karl Stüber
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Viele Baustellen in jeder Hinischt am Medizinischen Zentrum in Würselen: Im Zuge der Umsetzung des Masterplanes müssen sie gleichzeitig betrieben werden. Foto: Karl Stüber

Würselen. Viele Baustellen muss das Medizinische Zentrum (MZ) in Würselen im Zuge der Umsetzung des Masterplans gleichzeitig betreiben. Neben den Verhandlungen mit der Stadt Würselen über die Weiterentwicklung des Standortes Bardenberg geht es am Standort Marienhöhe um acht neue OP-Säle, die Notfallpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung, eine neue Cafeteria und ein neuer Eingangsbereich sollen entstehen.

Diverse (europaweite) Ausschreibungen stehen jetzt an. Aber da will man erst einmal die Bewertung des Gesamtkonzepts durch das Bundesversicherungsamt (BVA) abwarten, das in sich diesen Tagen vor Ort umschaute, wie MZ-Geschäftsführer René A. Bostelaar im Gespräch mit unserer Zeitung sagte. Bostelaar ist aber zuversichtlich, dass die Aufsichtsbehörde mitzieht.

Eine besonders ärgerliche Baustelle ist für das MZ allerdings der Streit um die Zahl der Betten. Hier hat die Bezirksregierung Köln der Einrichtung von Städteregion und Rentenversicherung Bahn-See aufgetragen, 108 von 685 abzubauen. Von der Bettenzahl hängt die Finanzierung ab. Die Würselener fühlen sich gegenüber anderen Krankenhäusern wie zum Beispiel dem Klinikum Aachen benachteiligt. Die Reha-Betten sind allerdings davon ausgenommen. Gegen die Vorgaben der Behörde hat das MZ jetzt Klage eingereicht – mit aufschiebender Wirkung wie Bostelaar betont.

Ärgerlich ist aus Sicht des MZ der Verteilungsmodus von Mitteln aus dem mehrfach überzeichneten Krankenhausstrukturfonds. Im nachhinein habe sich herausgestellt, dass nicht das Land NRW in Kooperation mit den Krankenhäusern Herr des Verfahrens ist, sondern die Krankenkassen die Verteilung der Mittel priorisieren dürfen und das zuständige Bundesamt am Ende sich die Entscheidung vorbehält. „Das ist eine große Ernüchterung“, bedauert Bostelaar.

Er befürchtet, dass das MZ letztlich leer ausgeht, obwohl nach seiner Auffassung Förderkriterien sehr wohl erfüllt werden. Allerdings mache sich das MZ bei der weiteren Umsetzung des Masterplans zur Modernisierung nicht von der Förderung abhängig. „Da wird alles seinen Weg gehen“, ist er entschlossen.

Wirtschaftlich sieht sich das MZ trotz aller finanziellen Belastungen (Zins und Tilgungsdienst für Kredite zur Finanzierung der Modernisierung) auf einem guten Weg. Im vergangenen Jahr habe man ein Plus von 1,5 Millionen Euro erwirtschaftet. Allerdings sieht Bostelaar Handlungsbedarf bei den Abläufen und der Kommunikation mit den Patienten. Die Zahl von Beschwerden sei aber mit Fertigstellung einzelner Bauabschnitte bereits rückläufig.

Verändert wird im übrigen die Zubereitung der Mittagessen für Patienten ab Mitte des Jahres. Es soll nicht mehr vor Ort gekocht, sondern tiefgefrorenes Essen angeliefert, portioniert und erwärmt werden.

Die davon betroffenen sechs Köche sollen aber nicht entlassen werden, wie Bostelaar betont. Zwei würden für hausinternes Catering weiter benötigt, für vier weitere will er andere Einsatzfelder finden. „Das muss in einem so großen Haus möglich sein.“

Dass die Abteilung Psychosomatik der Aachener Schwertbad GmbH zum 1. Juli mit knapp 30 Mitarbeitern in das Hauptgebäude des ehemaligen Knappschaftskrankenhaus in Bardenberg einzieht, passt bestens in die Neuorientierung dieses Standortes des Medizinischen Zentrums Würselen (MZ), betont Bostelaar. Das Würselener Krankenhaus will die geriatrische Klinik vom Standort Marienhöhe nach Bardenberg verlagern. Gedacht ist an ein gerontologisches Zentrum nebst Amt 54 der Städteregion (Amt für Altenarbeit) und eine Krankenpflegeschule.

Rund 2000 Quadratmeter werden von den Aachenern für zwei Jahre angemietet – erst einmal. Während die ehemalige und derzeit noch leer stehende Neurologie in Bardenberg laut MZ-Geschäftsführer René A. Bostelaar „picobello in Schuss“ ist, müssten weitere Räume im hinteren Bereich hergerichtet werden, um den Bereich nutzen zu können. „Das ist aber nicht unsere Sache. Da investiert das MZ nichts“, stellt Bostelaar klar.

Bei der Vorstellung dieser Kooperation war schon die Rede von einem „gemeinsamen Zukunfts-Konzept mit dem MZ“ dort. Das Engagement des Schwertbades könne dort ausgebaut werden. „Ich sehe das als große Chance für die Stadt Würselen und die Stadtentwicklungsgesellschaft Würselen an“, sagte der MZ-Geschäftsführer dazu. Er habe auch dringend dazu geraten, hierüber miteinander ins Gespräch zu gehen. Hintergrund ist, dass das MZ derzeit „intensiv mit Würselen über eine Übernahme des Geländes und eine Weiterentwicklung verhandelt“, so Bostelaar. „Das wäre meine Lieblingsvorgehensweise.“

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