Stoff und Peitschen: Bizarre Diebstahlserie aufgeklärt

Von: Marlon Gego
Letzte Aktualisierung:
Sonnenschirme
An den Bespannungen solcher Sonnenschirme war der 48-Jährige interessiert. Außerdem wurden bei ihm Reitpeitschen gefunden. Symbolbild: dpa

Städteregion. Was der Mann aus Stolberg mit seiner Beute wollte, weiß die Aachener Kriminalpolizei noch nicht, klar ist im Moment nur, dass eine der bizarrsten Diebstahlserien in der jüngeren Geschichte der Aachener Region aufgeklärt ist.

Als die Polizei vergangene Woche klingelte und seine Stolberger Wohnung durchsuchte, fand sie säuberlich zerschnittene Stoffbespannungen von etwa 60 Sonnenschirmen unter seinem Bett. „Möglicherweise ein Stofffetischist“, sagte am Montag ein Sprecher der Aachener Polizei, doch die genauen Hintergründe der Tat sind noch nicht klar.

In den vergangenen Monaten war der 48-jährige Stolberger nachts mit seinem roten Motorroller auf Beutezug gefahren, sein Ziel waren Gastronomiebetriebe und Bäckereien mit Außenterrasse, auch Privathäuser mit Garten. Er machte sich über die zum Teil riesigen Sonnenschirme her, zerschnitt die Bespannung und fuhr mit seinem Motorroller wieder nach Hause. Jedenfalls geht die Polizei im Moment davon aus, dass es sich so zugetragen haben muss, ein Geständnis gibt es bislang nicht. Die Sonnenschirme hätten in Aachen, Stolberg und Eschweiler gestanden, teilte die Polizei am Montag mit. Bei der Hausdurchsuchung fand die Polizei außerdem mehr als 200 Reitpeitschen aus Leder. Woher sie stammen ist unklar.

Während die Ermittlungen zu den rätselhaften Stoffdiebstählen liefen, erinnerte sich ein Polizist daran, dass im Jahr 2000 schon mal ein Stolberger festgenommen und später verurteilt wurde, der in Häuser eingebrochen war und Gardinen gestohlen hatte, sonst nichts. Derselbe Polizist erinnerte sich ferner an eine Einbruchsserie in Reitställe im Jahr 2008, bei der neben verschiedenen Reitutensilien auch Sonnenschirmbespannungen gestohlen wurden. Beide Serien gehen auf den vergangene Woche verhafteten Mann aus Stolberg zurück.

Für ein sexuelles Motiv seiner Taten lägen im Moment keine Erkenntnisse vor, erklärte die Polizei, doch die Ermittlungen dauern an. Hinweise an 0241/957731501.

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