Ständiges Kreisen durch den „Spaghettiknoten”

Von: Udo Kals
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Großprojekt in sieben Bauphasen: Projektleiter Helmut Helzle erklärte interessierten Bürgern den Umbau des Autobahnkreuzes. Das Bürgerbüro auf dem Gelände des Flugplatzes Merzbrück ist jeden Mittwoch von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Foto: Andreas Herrmann

Würselen/Aachen. Helmut Helzle kommt aus dem Zeigen und Kreisen gar nicht mehr heraus. Und ein wenig auch nicht aus dem Staunen. Eigentlich sollte das Bürgerbüro zum Umbau des Aachener Autobahnkreuzes erst in wenigen Minuten öffnen, doch bereits kurz vor 15 Uhr hat sich ein Halbkreis Interessierter um den Leiter des Großprojektes gebildet.

Und er zeigt auf der rund sechs mal zwei Meter großen Schautafel, wie man beispielsweise demnächst von Düsseldorf nach Belgien, von Verlautenheide nach Köln fährt. Unentwegt fährt er mit den Fingern den gelb-markierten Fahrspuren nach, zeigt, wo die Zentralbrücke steht und wo die Problemstellen des jetzigen „Spaghettiknotens” sind. Helmut Helzle hat an diesem Nachmittag alle Hände voll zu tun. Und er sagt: „Das hatte ich so nicht erwartet.”

Viele Flyer sind bereits nach einer halben Stunde weg, die Sitzplätze auch. Fast 40 Besucher sind inzwischen in dem Gebäude auf dem Gelände des Flugplatzes Merzbrück, um in Ruhe die Präsentation zu verfolgen, die Helzle an die Wand wirft.

Kurz und knapp verdeutlicht der Mitarbeiter des Landesbetriebs Straßen.NRW, warum der 75 Millionen Euro teure Um- und Ausbau des Verkehrsknotens unausweichlich ist, zeigt auf, in welchen Bauphasen das Kreuz um fünf auf schließlich 17 Fahrspuren erweitert, wann und wie die zentrale Brücke auf der A44 neu gebaut wird. Interessiert lauschen die Besucher, stellen unablässig Fragen, bis Helzle wieder an die Schauwand geht und seine Finger kreisen lässt.

Vom Bürgerbüro sind die Besucher angetan. „Das ist ganz toll und ganz wichtig, dass die Bürger frühzeitig informiert werden”, sagt etwa Wolfgang Foerster aus Stolberg, der als Berufskraftfahrer mit dem Bus regelmäßig durch das Nadelöhr muss. Wann er Staus erwarten muss und wie er diese am besten umfahren kann, das sind wichtige Fragen - nicht nur für ihn.

Auch für Josef Stockem aus Jülich, der viel mit dem Pkw unterwegs ist - auch in Richtung Belgien und Niederlande. Und er weiß auch von Bekannten und Freunden, dass der kommende Umbau von Pendlern teilweise „mit einem Riesenbammel” erwartet wird. Auch Stockem kann das Kreuz nicht meiden. Doch er lässt sich nicht bange machen. Schließlich werde die Baustelle in Häppchen serviert.

Kritik am Umbau ist in der Runde praktisch nicht zu hören. Am Bürgerbüro auch nicht. „Das ist schon in Ordnung”, sagt Peter Hahn aus Würselen, der sich wie andere auch für Lärmschutzaspekte interessiert. Die sind auf der Schautafel grün markiert - und auch über die lässt Helzle seine Finger kreisen, erläutert, welche Abschnitte wann gebaut werden. Bis - zumindest am ersten Mittwoch im neuen Bürgerbüro - keine Frage mehr offen ist.
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