Städteregion zieht Bewerbung für Gartenbauausstellung zurück

Von: Udo Kals
Letzte Aktualisierung:
IGA
Mittelpunkt der Internationalen Gartenbau-Aussstellung 2017 könnten Drehtumr und Lousberg werden, falls die StädteRegion den Zuschlag bekommt. Foto: Wolfgang Plitzner

Aachen. Unermüdlich läuft der Countdown, auch am Dienstagabend noch: In 27 Tagen und 13 Stunden, so heißt es auf der Homepage für die Aachener IGA-Bewerbung, fällt die Entscheidung, wo die Internationale Gartenbauausstellung 2017 stattfindet.

Doch zu diesem Zeitpunkt war die Entscheidung aus Aachener Sicht längst gefallen. Am Mittag verkündete der Aachener OB Marcel Philipp, dass die Stadt und mit ihr die Städteregion Abstand von der Bewerbung nimmt.

Das rund 200 Millionen Euro schwere Mega-Projekt ist seitdem Geschichte. „Dabei dachte ich noch vor wenigen Tagen, dass die IGA unsere Zukunft ist. Aber wenn die Stadt Aachen mit Blick auf die Finanzen erklärt, die IGA sei so nicht zu verantworten, dann ist das eine Realität, mit der ich mich abfinden muss”, gab Städteregionsrat Helmut Etschenberg neben Philipp sitzend zu Protokoll. So schnell ändern sich die Zeiten.

Am Montag waren die schwarz-grünen Koalitonsspitzen von Stadt Aachen und Städteregion sowie deren Verwaltungsspitzen zu diesem Entschluss gekommen. Als Gründe führte Philipp vor allem zu große finanzielle Unwägbarkeiten sowie zu starre Vorschriften seitens der Deutschen Bundesgartenbau-Gesellschaft (DBG) an.

Etschenberg verglich das Verhandlungsgebahren gar mit dem des Internationalen Olympischen Komitees: „Wenn sich die Haltung der DBG nicht ändert, wird die IGA 2017 wahrscheinlich die letzte sein. Wer verantwortungsbewusst mit Geld umgeht, kann solche Verträge auf Dauer nicht unterschreiben.” Philipp führte ein inhaltliches Beispiel für die Vertragsgestaltung an: „Eine Einzäunung von Lousberg und Veltmanplatz wäre ein Problem für uns. Und das ist nur ein kleines Mosaiksteinchen im Vertrag. Davon gibt es viele.” Scheinbar zu viele.

Umso wichtiger sei es nun, sagte Etschenberg, wesentliche Bestandteile der IGA-Bewerbung gemeinsam und verbindlich nach vorne zu bringen. Auch für die Politiker von Schwarz und Grün, die in dem Verzicht eine Chance sehen. „Der Vertrag war für uns untragbar. Aber das bedeutet nicht, wichtige Projekte aufzugeben”, sagte Ralf Otten, Vize-Chef der CDU-Fraktion im Aachener Stadtrat, mit Blick auf den RWTH-Campus. Zudem wolle man an dem Ziel festhalten, die Städteregion zur Modellregion für den Klimaschutz auszubauen. Und so sehen die Grünen den „Ausstieg als Einstieg in eine neue Kooperation”.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert