Städteregion kauft das Euregio-Kolleg

Von: Michael Grobusch
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Zum 1. August soll die Eröffnung des „Weiterbildungskollegs der Städteregion Aachen“ vollzogen werden. Hauptstandort wird dann mit rund 500 Schülern das bisherige Euregio-Kolleg in Würselen sein. Foto: M. Grobusch

Städteregion. Die Vorbereitungen auf die Zusammenlegung von Abendgymnasium und Euregio-Kolleg können mit Hochdruck fortgesetzt werden. In der Verwaltung dürfte das mit Erleichterung aufgenommen werden, schließlich drängt die Zeit, nachdem der Grundsatzbeschluss für die beiden städteregionalen Einrichtungen nach monatelangen politischen Diskussionen erst Mitte Februar gefasst worden war.

Zum 1. August soll die Eröffnung des „Weiterbildungskollegs der Städteregion Aachen“ vollzogen werden. Hauptstandort wird dann mit rund 500 Schülern das bisherige Euregio-Kolleg in Würselen sein, dessen Betrieb vom Trägerverein „Weiterbildungskolleg“ (WBK) am 31. Juli eingestellt wird. Die Immobilie wird zu diesem Zeitpunkt bereits den Besitzer gewechselt haben, denn der Städteregionsausschuss hat in nicht öffentlicher Sitzung beschlossen, Gebäude und Grundstück in der Friedrichstraße von der Stadt Würselen zu erwerben.

Die Städteregion war auf Anfrage nicht bereit, Angaben zum Kaufpreis zu machen. Nach Informationen unserer Zeitung liegt dieser bei rund fünf Millionen Euro. Das wird mit dem sehr guten Zustand des Gebäudes begründet sowie mit der Option, die vor dem Haupteingang gelegene Fläche im Bedarfsfall für eine Erweiterung bebauen zu können.

Der Beschluss im Städteregionsausschuss wurde einstimmig gefasst. Die Differenzen, die es nach der Sondersitzung des Schulausschusses am 6. Februar gegeben hatte, spielten offenbar keine Rolle mehr. Eine Mehrheit des Gremiums hatte damals auf Empfehlung der Verwaltung die Befangenheit der SPD-Abgeordneten Doris Harst wegen ihres ehrenamtlichen Engagements als Vorsitzende des WBKs festgestellt. Das wiederum hatte bei der Betroffenen und ihrer Fraktion für Empörung gesorgt.

In einer zwischenzeitlich eingeholten Beurteilung kommt die Kommunalaufsicht zu dem Schluss, dass Harst bei der Entscheidung über die Zusammenführung des Euregio-Kollegs mit dem Abendgymnasium in der Tat befangen gewesen sei, an der Diskussion und Abstimmung über die Verkaufsverhandlungen mit der Stadt Würselen aber hätte teilnehmen dürfen. Juristische Probleme ergeben sich nach Aussage von Helmut Etschenberg daraus aber nicht: „Der Beschluss wäre nur anfechtungswürdig, wenn die Stimme von Frau Harst hätte entscheidend sein können.“ Davon sei man aber bei einem Abstimmungsergebnis von 18 zu eins weit entfernt gewesen.

Die Interpretation der Betroffenen fällt weiterhin anders aus. „Bei einer möglichen Befangenheit gibt es eine Vor- oder Nachteilsvermutung. Davon kann bei mir keine Rede sein“, betont Doris Harst. Auf weitere Schritte will die Sozialdemokratin, wie sie gegenüber unserer Zeitung betonte, trotzdem verzichten. „Mein juristischer Berater hat zwar gesagt, dass man den Sachverhalt durchaus anders bewerten könnte. Doch ich werde das nicht weiter verfolgen.“

Sehr wohl will Doris Harst aber auch in Zukunft im Schulausschuss uneingeschränkt ihre Meinung äußern. „Man wollte mich, nachdem ich einige Dinge in dieser Angelegenheit kritisiert hatte, mundtot machen. Doch das wird sicherlich nicht gelingen.“

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